Steuererklärung auf dem Smartphone: Taxfix im Test

Peinlich !99
Taxfix ist nicht nur optisch ansprechender als die Papierbögen der Steuererklärung.
Taxfix ist nicht nur optisch ansprechender als die Papierbögen der Steuererklärung.(© 2017 CURVED)

Die Steuererklärung schnell und einfach mit dem Smartphone erledigen: Dieses unglaubliche Versprechen gibt die App Taxfix, die jetzt auch für Android verfügbar ist. Wie hilfreich die App in der Praxis ist und ob es Geld vom Finanzamt zurückgibt, erfahrt ihr in unserem Test.

Selbst wenn am Ende echtes Geld in Form der Steuerrückerstattung lockt: Das Ausfüllen der Steuererklärung macht keinen Spaß. Hat man überhaupt die richtigen Bögen zusammen und welche Daten kommen in welches Feld? Bei Taxfix führt die App mich einen in Form eines Interviews durch die Steuererklärung. Die Beantwortung der Fragen soll nur 25 Minuten dauern.

Lohnsteuerbescheinigung fotografieren und viele Fragen beantworten

Bevor es ins Detail geht, klärt Taxfix aber zuerst die Lebenssituation ab. Aus den Antworten zu Job, Kindern und anderem ergeben sich nicht nur die weiteren Fragenfelder, sondern auch, ob einem Taxfix überhaupt helfen kann. Die App ist nämlich nur für "einfache" Steuererklärungen von Arbeitnehmern und Studierenden geeignet. Beamten, Selbstständigen oder Vermietern kann die App nicht weiterhelfen – und teilt dies auch frühzeitig mit.

Folgt ihr der vorgegebenen Chronologie, ist als nächstes die Lohnsteuerbescheinigung dran. Die App bot mir im Test an, sie abzufotografieren und die Daten zu übernehmen. Bei mir funktionierte das allerdings nicht. Sodass ich bei der Kontrolle nicht nur einzelne Felder korrigieren, sondern wie bei der manuellen Erfassung alle Werte selber eingeben musste. Zum Glück sind die Felder nummeriert.

Ihr müsst die Fragen von Taxfix nicht chronologisch beantworten. Dann kommen aber durch neue Informationen unter Umständen neue Fragen in bereits beantworteten Themenfeldern hinzu. Mit den detaillierten Fragen zeigt einem die App teilweise sogar neue Ausgaben auf, die man steuerlich absetzen kann. Auf der Einnahmenseite kann man sogar schon Gewinne aus dem Verkauf von Bitcoin angeben.

Taxfix stellt zwar sehr viele Fragen, bietet aber zu jeder einzelnen auch eine Erläuterung an. Die erklärt nicht nur ausführlicher welche Informationen gesucht sind, sondern auch warum sie benötigt werden. Könnt ihr eine Frage gerade nicht beantworten – etwa weil noch Unterlagen fehlen – könnt ihr sie überspringen. Sie landet dann zur späteren Beantwortung auf einer To-Do-Liste.

Um die Taxfix-App nutzen zu können, muss man sich mit einer E-Mail-Adresse ein Nutzerkonto anlegen. Die sehr persönlichen Daten verbleiben in der App auf dem Smartphone und werden nicht in die Cloud übertragen. Ein Transfer findet nur über Elster zum Finanzamt statt. Auf dem Smartphone selbst sind die eingegebenen Daten mit einer vierstelligen PIN gegen unbefugte Zugriffe gesichert.

Fazit: Spaß bei der Steuererklärung? Das geht!

Die von Taxfix beworbenen 25 Minuten für das Ausfüllen der Steuererklärung sind mit der App machbar – wenn man vorher die benötigten Unterlagen wie Lohnsteuerbescheinigung, Sozialversicherungsnummer, Kindergeldbescheid, Riester-Rente usw. bereitgelegt hat.

Als Nutzer fühlte ich mich im Test gut durch die verschiedenen Themen geleitet. Wenn ich mal etwas nicht verstand, klärten mich die vertiefenden Infos auf. Optisch ist Taxfix angenehm modern und übersichtlich gestaltet. Es klingt zwar unglaubwürdig, aber es machte sogar ein bisschen Spaß, die Steuererklärung auszufüllen. Vor allem, da mit meinen Werten eine Steuererstattung von 450 Euro heraus kam. Da stört es dann gleich weniger, dass man am Ende für den Service von Taxfix zahlen muss. Und ein Steuerberater kostet schließlich auch Geld.

Der Download von Taxfix ist kostenlos, 34,99 Euro werden aber für die Übermittlung einer Steuererklärung an das Finanzamt über Elster fällig – lassen sich aber mitunter absetzen. Hat die App jedoch errechnet, dass ihr keine Steuererstattung erhaltet, braucht ihr die Erklärung nicht verschicken.


Weitere Artikel zum Thema
Huawei Y5 (2018) im Test: Wie viel Smart­phone gibt es für 120 Euro?
Marco Engelien
Das Huawei Y5 (2018)
Für 120 Euro scheint das Huawei Y5 (2018) ein echtes Schnäppchen zu sein. Was ihr mit dem Smartphone machen könnt, erklären wir euch im Test.
OnePlus 6T soll welt­weit im Okto­ber erschei­nen
Guido Karsten
Optisch wird sich das OnePlus 6T vermutlich nur wenig vom OnePlus 6 abheben
Der nächste T-Ableger soll kommen: Gerüchten zufolge erscheint das OnePlus 6T im Oktober 2018. Das OnePlus 5T wurde erst im November vorgestellt.
Huawei Mate 20 Lite: Bench­mark weist auf Leis­tung und zwei Vari­an­ten hin
Guido Karsten
Das Huawei Mate 10 Lite verfügt über eine Dualkamera.
Das Huawei Mate 20 Lite wird wohl wie sein Vorgänger ein solides Mittelklasse-Smartphone. Dazu passt auch ein nun entdecktes Benchmark-Ergebnis.

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.