Stromfresser Apps finden: Welche Anwendungen belasten euren Akku?

Wenn euer Akkustand runterrasselt, solltet ihr auch eure Apps genauer anschauen.
Wenn euer Akkustand runterrasselt, solltet ihr auch eure Apps genauer anschauen.(© 2017 CURVED)

Eigentlich ist euer Smartphone noch nicht sehr alt – trotzdem kriecht es auf dem Zahnfleisch und der Akku scheint immer schneller leer zu gehen? Ihr könnt beobachten, wie die Prozentzahlen herunterrattern und müsst das Handy mehrmals täglich laden? Ein Problem kann sein, dass allerlei Apps im Hintergrund laufen, die das Energiemanagement eures Smartphones über den Haufen werfen. Zeit, sie aufzuspüren. 

Ihr regelt eure Bildschirmhelligkeit selbst, deaktiviert Bluetooth, WLAN und mobile Daten, wenn ihr es nicht braucht und achtet sogar darauf, den Stromsparmodus in den passenden Momenten zu aktivieren. Und trotzdem scheint die Akku-Laufzeit eures Smartphones immer geringer zu werden. Was verbraucht so viel Strom? Eine Möglichkeit, die ihr vielleicht noch nicht in Betracht gezogen habt, sind die Apps, die ihr nutzt – oder auch Anwendungen, die ihr gar nicht benötigt.

Zunächst könntet ihr eure Anwendungen durchforsten und einmal gründlich aussortieren. Welche Apps braucht ihr überhaupt? Gibt es noch Reste aus längst vergangenen Tagen, die ihr schon seit Ewigkeiten nicht mehr nutzt? Macht erstmal eine Grundreinigung und schaut, was ihr überhaupt noch braucht. Damit räumt ihr gleichzeitig euer Smartphone auf und schaufelt Speicherplatz frei. Hierzu gleich mehr.

Wenn ihr jedoch merkt, dass ihr unter den Apps, die viel Energie verbrauchen, keine entbehren könnt, und auch sonst nichts gegen den hohen Akkuverbrauch hilft, kann eine Powerbank ein Ausweg sein. Die passt locker mit in die Hosentasche und lädt unterwegs euer Gerät auf.

Stromfresser Apps finden: Kein Problem mit Android und iOS

Zurück zum Freischaufeln: Die größten Stromfresser Apps zu finden, ist kein Hexenwerk. Unter Android findet ihr in den Einstellungen eine Liste der Anwendungen, die am meisten Strom verbrauchen. Dort gelangt ihr unter „Akku“ je nach Hersteller in die Übersicht „Akkunutzung“ oder „Akkuverbrauch“. Dann seht ihr, welche Apps euren Akku am meisten belasten, zudem welche aktiv oder beendet sind. Bei iOS gelangt ihr in den Einstellungen unter „Batterie“ in eine ähnliche Übersicht. Ist unter den Top-Verbrauchern eine App oder Funktion, die ihr gar nicht wirklich benötigt, aber euren Energieverbrauch stark in die Höhe treibt, könnt ihr diese deinstallieren oder deaktivieren.

Übrigens: Bei meinem Huawei-Smartphone belasten die Apps nur zu 35 Prozent den Akku, auf dem dritten Platz unter den größten Energiesündern steht die SwiftKey-Tastatur, die zu 6 Prozent für meinen Energieverbrauch verantwortlich ist. Darüber stehen noch WhatsApp und der Chrome-Browser. Viel interessanter ist, dass meine Hardware noch einen weitaus größeren Einfluss hat. Dort treibt der Bildschirm mit knapp 37 Prozent den Akkuverbrauch ordentlich in die Höhe, dann folgt das Mobilfunk-Standby mit gut 26 Prozent.

Das knabbert besonders kräftig am Akku, wenn mein Smartphone nach einem Signal sucht – wenn also schlechter Empfang ist. Das ist leider kaum zu ändern, es sei denn, ihr stellt euer bevorzugtes Signal zum Beispiel von LTE auf 3G. Das macht aber nur dann Sinn, wenn euer Mobilfunkvertrag sowieso nicht mehr als 3G hergibt. Interessant könnte diese Option aber werden, wenn die ersten Smartphones mit 5G-Technik kommen.

Stromfressende Apps beenden, um Akku zu sparen?

Lange hielt sich der Tipp, Apps konsequent zu beenden, wenn sie nicht genutzt werden. Das hat sich jedoch als Mythos herausgestellt – zumindest gilt das nicht für alle Apps. Denn manche Anwendungen müssen aktiv sein, um ihren Dienst ausführen zu können. Beispiel Messaging-Apps: Wenn ihr WhatsApp, Facebook-Messenger und Co. immer beendet, nachdem ihr eine Nachricht geschrieben habt, muss sie beim Empfang wieder neustarten. Der ständige Neustart der App frisst letztlich mehr Strom als die dauerhafte Aktivität des Messengers.

Unter den größten Akku-Fressern befinden sich Google Maps, die Facebook-App sowie WhatsApp. Wenn ihr Google Maps nicht ständig benötigt, könnt ihr die dauerhafte Standortüberprüfung bedenkenlos beenden um Strom zu sparen. Während ihr auch Facebook beenden könnt, wenn ihr nur zwei-dreimal am Tag durch die Chronik scrollt, bringt WhatsApp mehr, wenn es dauerhaft aktiv bleibt.

Schlimmste Stromfresser finden und mit Akkuspar-Apps organisieren

Wer sich manuell nicht so richtig traut, kann sich auch von Apps helfen lassen. Battery Doctor für Android zum Beispiel zeigt euch nicht nur, welche Apps am meisten Akku verbrauchen, sondern liefert auch Statistiken, wie genau sich der Akkuverbrauch verändert, wenn ihr bestimmte Dienste oder Anwendungen nutzt. Zudem bekommt ihr Tipps, wie ihr euren Akku langfristig fit haltet und richtig aufladet. Darüber hinaus könnt ihr mit der Android-App Zeitpläne für Stromsparmodi erstellen. So definiert ihr bestimmte Energieeinstellungen, je nachdem, was ihr gerade braucht: In der Schule oder im Büro könnt ihr beispielsweise eher auf Energiesparmodus setzen, während ihr abends auf der Couch womöglich mehr Leistung braucht.

Für iOS gibt es kaum derartige Apps, eines der wenigen Beispiele ist der Akku Optimierer Pro. Der sagt voraus, wie lange der Akku noch hält, je nachdem, was ihr gerade macht – zum Beispiel „noch 5 Stunden Musik hören“ oder „noch 30 Minuten streamen“. Doch ein komplexes Energiemanagement kann diese Anwendung nicht nicht leisten.

Weitere Tipps und Smartphones mit starkem Akku

Habt ihr Stromfresser Apps gefunden und euer Smartphone optimiert, gibt es noch weitere Tipps, wie ihr bei eurem Handy Akku sparen könnt. Und seid ihr auf der Suche nach einem neuen Smartphone und legt Wert auf eine lange Akkulaufzeit, findet ihr hier die Smartphones mit der höchsten Ausdauer in unserer Topliste.


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