2017: Das Jahr, in dem die Mechs Laufen lernten

"Sie versprachen uns Jetpacks!". So sagt man, wenn Technophile sich darüber ärgern, dass mitunter Jahrzehnte später Science-Fiction-Fantasien immer noch nicht realisiert sind. Essen aus dem Replikator? Schön wär's. Reisen mit Lichtgeschwindigkeit? Pah. Doch wer in seiner Kindheit Stunden in Mechwarrior verbracht hat, wird sich aber über Folgendes freuen: Die riesigen Roboter mit menschlichen Piloten könnten schon bald in Serie gehen.

Rund vier Meter hoch und 1,3 Tonnen schwer ist das Ungetüm, das in einem Video seine ersten Schritte vor laufender Kamera macht. Erdacht. hat es der Special-Effects-Veteran Vitaly Bulgarov. Gebaut wird der "Method-1 Mecha Suit" von Hankook Mirae Technologies. Der überlebensgroße Roboter-Anzug beherbergt einen Piloten, der mit zwei Pedalen den Korpus aus Aluminium und Karbon bewegt, während die Armbewegungen einfach imitiert werden.

Beim gezeigten Modell handelt es sich nur um einen Prototyp, von dem der Hersteller für die künftige Produktion lernen will. Geplant sind spezifische Modellreihen für besondere Einsätze in der Industrie.

Aus Science-Fiction wird Science-Fakt

Mich fasziniert nicht nur die schiere Größe und die Ingenieursarbeit. Es ist die Tatsache, dass aus Science-Fiction Science-Fakt wird: Was einst von Kreativen erträumt und Künstlern wie Bulgarov auf Zelluloid gebannt wurde, schafft den Sprung in die echte Welt – mit einem echten Nutzen.

Den erkannte wohl Hankook Mirae recht schnell. Als Bulgarov vor einigen Jahren die Konzeptdesigns ins Internet stellte, nahm das Team zügig Kontakt auf und besuchte den Design in seiner Heimatstadt Las Vegas. Für den SFX-Artist, der schon an "Terminator 4", "Ghost in the Shell", "Robocop" und "Transformers 4", aber auch an Spielen wir "Starcraft 2" mitgewirkt hat, geht ein Traum in Erfüllung: "Für mich war die Vorstellung, einen echten Mech zu bauen, mehr als aufregend", erzählt er im Interview mit New Atlas. "Ich bin mit Videospielen aufgewachsen, habe SciFi-Filme geliebt. Wenn man mich fragt, warum man so etwas bauen möchte: Nun, eine Zukunft, in der die Menschheit in der Lage ist, Mechs zu bauen, ist aufregend als eine, in der das nicht möglich ist."

Zwischen Design und Bedienbarkeit

Die größte Herausforderung war laut Hersteller, Design und Beweglichkeit zu verbinden. Mit dem hohen Gewicht und den großen, 143 Kilogramm schweren Armen besteht die Gefahr, dass der Mech das Gleichgewicht verliert. Das Problem hat man mit hochbeweglichen Gelenken und viel Arbeit an den Algorithmen der Steuersoftware gelöst – ist nach eigenen Angaben aber noch am Anfang.

Mindestens genauso beeindruckend ist die Arbeit, die allein in die riesigen Roboterhände geflossen ist. Hankook Mirae will den Prototyp nun stetig weiterentwickeln. Geplant ist auch ein Modell, bei dem sich der obere Part abnehmen und auf ein Gefährt montieren lässt, um auch in unebenem Terrain beweglich zu bleiben.


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