Android und Chrome OS verschmelzen: Ein System, sie alle zu binden

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Sind Chromebooks bald Geschichte?
Sind Chromebooks bald Geschichte?(© 2014 CURVED)

Es wächst zusammen, was zusammengehört: Offenbar plant Google, die beiden Betriebssysteme Android und Chrome OS zu einer Software zu vereinen.

Das ändert alles: Gerüchte, dass Google plant, das Computerbetriebssystem Chrome OS mit dem mobilen Betriebssystem Android zu verbinden, gibt es seit Jahren. Wie The Verge berichtet, habe etwa Google-Mitgründer Sergey Brin schon 2009 gesagt, er könne sich vorstellen, dass Android und Chrome OS eines Tages ein System bilden. Nun bringt ein Bericht des Wall Street Journal (WJS) konkrete Hinweise: Bis 2017 sollen beide Systeme tatsächlich zu einer Software zusammenwachsen. Eine erste Vorschau auf das neue Betriebssystem könnte es schon auf der Entwicklerkonferenz Google I/O 2016 geben.

Mit Android aus der Nische

Laut WSJ arbeiten die Entwickler bei Google schon seit zwei Jahren daran, Chrome OS und Android zu vereinen. Der Hintergrund: Chromebooks sind zwar recht erfolgreich am Markt, aber im Vergleich zur Android-Verbreitung weltweit ein absolutes Nischenprodukt. Kein Wunder: Chrome OS ist im Wesentlichen nicht mehr als eine aufgebohrte Version des gleichnamigen Browsers. Die Möglichkeiten zur Erweiterung des Systems sind dann doch recht limitiert: Ihr habt lediglich die Möglichkeit, Apps aus dem Chrome Web Store zu installieren. Herkömmliche Windows-Software läuft dagegen nicht auf Chromebooks. Auch Entwickler haben keine Lust auf Chrome OS: "Im Moment haben wir kein großes Interesse daran, für Chrome OS zu entwicklen. Die Marktgröße ist relativ klein", sagte Alex Davis von Airbnb gegenüber dem WSJ.

Android dagegen kommt auf einer Milliarde Smartphones und Tablets zum Einsatz. Im Play Store gibt es weit über eine Million Apps, auf die später auch die Nutzer der neuen Software Zugriff haben sollen. Eine Zusammenlegung der beiden Systeme könnte Google auch auf dem Notebookmarkt zu mehr Reichweite helfen. Mit "Android for Work" bietet die Alphabet-Tochter bereits Software für Unternehmen an. Die neuen Chromebooks, die dann nicht mehr Chromebooks heißen sollen, könnten dann die passende Hardware bieten. Mit dem Pixel C hat Google im September schon gezeigt, wie so ein Gerät aussehen könnte. Weitere sollen folgen. Laut Re/code will Google im nächsten Jahr mit Partnern an "Personal Computern" mit Android arbeiten.

"Wir fühlen uns Chrome OS sehr verbunden"

Dass Chrome OS und Android mittlerweile gar nicht mehr so weit voneinander entfernt sind, zeigt die Tatsache, dass wenige ausgewählte Android-Apps, wie zum Beispiel Vine, auf Chromebooks laufen. Außerdem können Android Nutzer Ihr Chromebook via Smartlock mit dem Smartphone entsperren. Eine Eingabe des Passwortes ist dann nicht mehr notwendig. Auf der anderen Seite hat Google schon 2014 mit Android 5.0 Lollipop angefangen, Chrome-Tabs in die App-Übersicht aufzunehmen. Das könnte ein Hinweis darauf sein, dass Chrome-OS-Anwendungen bald auch in Android funktionieren.

Das Ende von Chrome OS und Android soll das neue System aber nicht darstellen. Laut WSJ bleibt Chrome OS als Open-Source-System erhalten. Dazu passt der Tweet von Hiroshi Lockheimer, Senior Vice President bei Google und zuständig für Android und Chrome: "Es gibt eine Tonne an Schwung für Chromebooks und wir fühlen uns Chrome OS sehr verbunden. Ich habe gerade zwei [Chromebooks] für meine Kinder für die Schularbeit gekauft."


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