Apple-IBM-Kooperation: MobileFirst for iOS-Apps starten

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MobileFirst for iOS: "ein großer Schritt für iPhone und iPad im Unternehmenseinsatz"
MobileFirst for iOS: "ein großer Schritt für iPhone und iPad im Unternehmenseinsatz"(© 2014 Apple)

Startschuss nach einem halben Jahr: Apple und IBM haben im Rahmen ihrer Kooperation die ersten iOS-Apps präsentiert. Die Unternehmensanwendungen sollen vor allem die schwächelnde iPad-Sparte zu neuem Leben verhelfen.

Die Nachricht an sich ist für Apple-Fans wenig bahnbrechend: Apple und IBM haben gestern die erste Welle der IBM MobileFirst for iOS-Lösungen bereitgestellt, die als Überraschungs-Kooperation im Sommer angekündigt wurde. Es sind zehn Apps, die zum Start u.a. bei Großkonzernen aus den Bereichen Banken- und Versicherungen, Einzelhandel, Finanzdienstleistungen, Telekommunikation oder Luftfahrt wie Air Canada, Citi, Sprint und Banorte zum Einsatz kommen:

• Plan Flight (Reise und Transport) befasst sich mit dem größten Kostenfaktor aller Fluggesellschaften –Treibstoff –und erlaubt es Piloten, Flug- und Zeitpläne sowie Besatzungslisten im Voraus zu sichten, Probleme während des Fluges dem Bodenpersonal zu berichten und damit fundiertere Entscheidungen auf Basis verfügbarer Kraftstoffmenge zu treffen.

• Passenger+ (Reise und Transport) ermöglicht es Flugbesatzungen, den Passagieren während des Fluges ein unübertroffenes Niveau an individualisierten Leistungen einschließlich Sonderangeboten, Umbuchungen und Gepäckinformationen zu bieten.

• Advise & Grow (Bankwesen und Finanzmärkte) erlaubt Bankberatern über eine sichere Autorisierung, auf Kundenprofile und Wettbewerbsanalysen von kleineren Geschäftskunden vor Ort zuzugreifen, analytische Erkenntnisse zu sammeln, um personalisierte Empfehlungen zu geben und sichere Transaktionen durchzuführen.

• Trusted Advice (Bankwesen und Finanzmärkte) ermöglicht Beratern den Zugriff und die Verwaltung von Kundenportfolios sowie die Möglichkeit zur Gewinnung kundenspezifischer Erkenntnisse durch leistungsstarke Vorhersageanalysen –und das in der Küche des Kunden oder im lokalen Caféanstatt im Büro des Beraters. Der Berater verfügt auch hier über alle Voraussetzungen, um Empfehlungen mittels anspruchsvoller Prognosewerkzeuge abzugeben und anschließend sichere Transaktionen tätigen zu können.

• Retention (Versicherung) ermöglicht Versicherungsagenten den Zugriff auf Profile und die Historie des Kunden, einschließlich einer analysegestützten Risiko-Einstufung sowie intelligente Alarme, Erinnerungen und Empfehlungen bezüglich der nächsten, besten Schritte beispielsweise zur Vereinfachung von Geschäftsvorgängen durch E-Signaturen oder bei Prämienzahlungen.

• Case Advice (Regierungen) befasst sich mit der Frage der Arbeitsbelastung und gegenseitiger Unterstützung von Sachbearbeitern, die kritische Entscheidungen bezüglich Situationen innerhalb von Familien von Fall zu Fall und unterwegs aus treffen müssen. Die Lösung passt Prioritäten basierend auf Echtzeitanalyse-gestützen Erkenntnissen an und bewertet Risiken auf Basis von Vorhersagen.

• Incident-Aware (Regierungen) verwandelt ein iPhone in ein wichtiges Präventionswerkzeug bei Kriminalfällen, indem es Beamten von Strafverfolgungsbehörden Echtzeit-Zugriff auf Karten und Video-Feeds der Örtlichkeiten des Vorfalls sowie Informationen über den Status des Opfers, des Eskalationsrisikos und der Historie des Verbrechens bietet; außerdem eine verbesserte Möglichkeit Rückendeckung und Unterstützung telefonisch anzufordern.

• Sales Assist (Einzelhandel) ermöglicht Mitarbeitern sich mit Kundenprofilen zu verbinden, um Vorschläge auf Grundlage früherer Käufe und aktueller Auswahl zu machen, das Inventar zu überprüfen, Artikel in den Verkaufsräumen zu lokalisieren oder nicht im Laden vorhandene Artikel zu versenden.

• Pick & Pack (Einzelhandel) verbindet die Nahbereichs-Technologie mit Back-End-Bestandssystemen für die Auftragsabwicklung.

• Expert Tech (Telekommunikation) nutzt native iOS-Funktionen einschließlich FaceTime für einen einfachen Zugriff auf Fachwissen in der Zentrale sowie ortsbasierte Dienste zur Routenoptimierung. Somit kann ein optimierter Vor-Ort-Service, effektivere Problemlösungen und Produktivität gewährleistet werden, die eine erhöhte Kundenzufriedenheit zur Folge haben.

"Das ist ein großer Schritt für iPhone und iPad im Unternehmenseinsatz. Wir können es kaum erwarten, die neuen, aufregenden Möglichkeiten zu sehen, wie Unternehmen iOS-Geräte einsetzen werden", erklärte Apples Marketingchef Philip Schiller im begleitenden Pressestatement.

Wie groß die Wirkung der IBM-Kooperation für Apple tatsächlich sein wird, dürfte sich frühestens im ersten Halbjahr 2015 abzeichnen. Beide Techriesen brauchen den Schulterschluss: IBM musste erst Ende Oktober einen Umsatz- und Gewinneinbruch vermelden, während Apple mit seiner jüngsten Produktkategorie, dem iPad, bereits drei Jahre nach dem Launch fallende Absätze beklagen musste – im September-Quartal waren die Umsatzeinbußen gar zweistellig.

Entsprechend groß erscheinen die Hoffnungen auf den Business-Bereich, in dem Apple fraglos Luft nach oben hat. Doch die Kooperation muss nicht bei den mobilen Endgeräten aufhören – es erschiene nicht abwegig, wenn Tim Cook 2015 auch in der  dieses Jahr so furios wiedererstarkten Mac-Sparte eine Vertriebspartnerschaft verkünden könnte…


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