Die iLine: Warum und wie British Airways auf iPads fliegt

Supergeil !16
iPad an Bord einer British-Airways-Maschine
iPad an Bord einer British-Airways-Maschine(© 2016 British Airways)

In kaum einem anderen Business bedeutet Zeit Geld so sehr wie für eine Airline. British Airways brachte als erste Fluggesellschaft eine App auf das iPhone. Neun Jahre später gehört das iPad für nahezu alle Mitarbeiter zum Alltag.

Es ist schon kurios: Ich kann mein Ticket online bestellen, online einchecken, das Ticket auf mein Smartphone und die Smartwatch übertragen und in den Flieger steigen, ohne nur ein Blatt Papier verschwendet zu haben. Doch ausgerechnet Airlines sind mitunter noch richtige Papiertiger. Sogenannte Runner versorgen etwa die Bordcrew und die Kapitäne kurz vor dem Start mit haufenweise Daten - die allesamt auf riesigen Stapeln Papier gedruckt sind. Wir reden hier von mehreren Kilogramm pro Flug!

Der Independent konnte einen Blick hinter die Kulissen der British Airways werfen. Das Blatt zeichnet das Bild einer Airline, die sich voll und ganz der Digitalisierung sämtlicher Prozesse verschrieben hat. Nicht einzelne Abläufe, sondern das gesamte Passagier-Business sowie Flug-relevante Informationen werden auf Apple-Tablets verarbeitet.

Ein Tablet anstatt 25 Kilogramm Papier

Und auch die Piloten verlassen sich auf ihre iPads. "Bislang musste ich für die Handbücher und aktuelle Charts immer zwei Taschen voller Akten mitschleppen", erklärt ein Kapitän gegenüber dem Independent. Diese landen mittlerweile auf dem Tablet, das zudem mit der Bordelektronik vernetzt ist und darüber wiederum Live-Daten auf das iPad zurückspielen kann. Vor allem aber setzt man auf die Digitalisierung solcher Prozesse, um die Standzeiten zu minimieren und Verspätungen zu vermeiden, die vor allem dann eintreten, wenn die Crew auf schriftliche Updates warten muss.

Zudem hat British Airways nach eigenen Angaben durch den kompletten Umzug der Daten auf die Tablets den Spritverbrauch für Langstreckenflügen um eine Tonne reduziert - pro Flug. Kein Wunder: Alleine die umfangreichen Handbücher für einzelne Flugzeugtypen wogen schon 25 Kilogramm.

Passagiere umbuchen, bevor der Flieger gelandet ist

Die Kabinen-Crew wiederum steuert alle Abläufe in der Kabine über die App "Passenger Information List". Darin sind nicht nur die Namen der Passagiere aufgelistet, sondern auch detaillierte Informationen über Lebensmittelunverträglichkeiten sowie Anschlussflüge. Der Clou: Die Crew kann während des Flugs absehen, ob ein Passagier seinen Anschlussflug im Falle einer Verspätung noch erreicht. Ist das nicht der Fall, kann er innerhalb der App umgebucht werden. Noch bevor der Flieger gelandet ist, ist das Problem gelöst.

Und auch die Bodencrew arbeitet mit iPads. Jeder Arbeitsschritt, vom Check-In bis zur Öffnung des Gates, wird synchronisiert mit der Headline und permanent für alle sichtbar erfasst. So können Crew-Mitglieder etwa zu zweit zwei Passagierschlangen boarden, ohne den Überblick zu verlieren.

Und obwohl die einzelnen BA-Teams unterschiedliche Apps nutzen, greifen alle Anwendungen auf dasselbe Interface zurück. So soll es für iOS-Nutzer einfacher sein, sich an die Bedienung der Software zu gewöhnen. Das scheint auch relativ gut zu funktionieren: "Ich weiß nicht, wie wir das ohne das iPad managen würde", erklärt eine BA-Mitarbeitern gegenüber dem Independent. "Es macht so viel für uns."


Weitere Artikel zum Thema
Shadow­gun Legends: Beein­dru­ckende Grafi­ken auf aktu­el­len Smart­pho­nes
1
Shadowgun Legends erscheint für iOS und Android
Eine Grafik wie auf der PlayStation 3 oder Xbox 360: Shadowgun Legends ist ein Mobile-Game für iOS und Android, das verdammt gut aussieht.
Asus Trans­for­mer 3 Pro im Test: Das güns­ti­gere Surface Pro 4
Jan Johannsen6
Das Asus Transformer 3 Pro.
Das Asus Transformer 3 Pro heißt zwar nicht Surface, könnte aber locker als Nachfolger des Surface 4 Pro durchgehen. Der Test.
Apple führt höhere Preise für iPhone-Repa­ra­tur ein
5
Peinlich !12Apple lässt sich die Reparatur von iOS-Geräten wie dem iPhone 7 Plus teuer bezahlen
Schäden werden teurer: Die Preise für eine iPhone-Reparatur über Apple sind nun gestiegen. Zum Teil zahlt Ihr 30 Euro mehr als zuvor.