Diese iOS-Features wünschen wir uns für Android

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Wir würden auch gerne unter Android das WLAN-Passwort so einfach teilen wie mit iOS 11.
Wir würden auch gerne unter Android das WLAN-Passwort so einfach teilen wie mit iOS 11.(© 2017 CURVED)

Android O bringt zwar neue Funktionen mit, doch der Blick auf iOS zeigt: Es gibt viele Features, die wir gerne nicht nur auf dem iPhone nutzen würden.

Google muss die guten Ideen von Apple nicht unbedingt 1:1 kopieren – genau wie anders herum – aber die OS-Entwickler beider Tech-Giganten dürfen sich gerne gegenseitig inspirieren. Und das gilt nicht nur für die Update-Politik, bei der Google sich an Apple orientieren sollte, aber es mit den vielen verschiedenen Herstellern nicht genauso umsetzen kann.

Sicherheitsupdates direkt von Google

Mitunter wichtiger als das Update auf die nächste große Android-Version sind die monatlichen Sicherheitsupdates von Google. Diese müssen jedoch die einzelnen Hersteller auf ihre Geräte bringen. Dabei verhalten sich nicht alle so vorbildlich wie Samsung und Sony bei ihren aktuellen Geräten. Dabei wird das Schließen von Sicherheitslücken umso wichtiger. Es ist sicherlich nicht leicht, die Fragmentierung von Android rückgängig zu machen. Apple hat es da mit iOS und einer überschaubaren Anzahl an Geräten deutlich einfacher. Eine zentrale Verteilung der Android-Sicherheitsupdates ist sehr wünschenswert. Microsoft bekommt das mit Windows und zahlreichen PC-Herstellern schließlich auch hin.

WLAN-Passwort-Sharing

Apple führt das einfache Teilen des WLAN-Passworts zwar erst mit iOS 11 ein. Doch die neue Funktion erleichtert die Passwort-Weitergabe vom eigenen drahtlosen Netzwerk an Besucher so sehr, dass wir sie lieber gestern als heute unter Android nutzen wollen. Sobald sich ein neues Gerät im WLAN anmelden möchte, öffnet sich eine Meldung auf Eurem Smartphone. Ihr könnt das Passwort dann mit einem Klick automatisch teilen. Das Diktieren von 16-stelligen Zahlen oder selbst ausgedachten Passwörtern gehört damit der Vergangenheit an.

Ungenutzte Apps auslagern

Ebenfalls eine Neuerung von iOS 11 ist die Auslagerung von ungenutzten Apps. Nach einem vorgegeben Zeitraum voller Inaktivität verschwinden sie vom Smartphone und geben Speicherplatz frei. Die Daten verbleiben dabei anders als bei einer Deinstallation auf dem Gerät. Braucht man sie wieder, installiert das Betriebssystem die Anwendungen wieder aus dem App oder wünschenswerterweise aus dem Play Store und kann sie ganz normal weiter benutzen.

Speicherplatz sparen durch die Auslagerung von Apps: Mit iOS 11 klappt das.(© 2017 CURVED)

Akku-Anzeige für Bluetooth-Geräte

Immer mehr Geräte verbinden sich drahtlos per Bluetooth mit dem Smartphone. Bei Kopfhörern und Co. sieht man allerdings an den Geräten direkt selten, wie voll ihr Akku noch ist. Da ist es sehr hilfreich, dass iOS ihren Akkustand anzeigt. Android kann das nicht.

Ein vollständiges Backup

Adressbuch, E-Mails und Fotos kann man über sein Google-Konto sichern. WhatsApp-Chats lassen sich über Google Drive auf ein anderes Gerät übertragen. Beim Einrichten eines neuen Smartphones kann man alle jemals installierten Apps wieder installieren. Doch für ein so umfangreiches Backup wie es bei iOS über iCloud oder iTunes möglich ist, muss man bei Android auf Drittanbieter-Apps zurückgreifen und dabei die eine oder andere Einschränkung hinnehmen. Auch wenn es durchaus schön ist, mit einem sauberen und aufgeräumten Smartphone zu starten, würde eine eigene umfangreiche Backup-Funktion Android gut stehen.

Einhand-Modus durch Doppeltippen aufrufen

Hersteller großer Smartphones verpassen den Geräten in der Regel einen Einhandmodus. Dabei schrumpft das Display zur rechten oder linken Seite zusammen. Das ist allerdings keine Standard-Funktion von Android und meist nur umständlich zu aktivieren. Das geht unter iOS: Ein Doppeltipp auf den Homebutton und die Displayinhalte rutschen unten zusammen. Das ist sogar auf dem 4,7 Zoll großen iPhone manchmal hilfreich und unter Umständen einfacher zu bedienen als die komplett geschrumpften Displays unter Android.

Mehr Support für Tablets

Im Privatbereich verkaufen sich Tablets nicht mehr so gut wie noch vor ein paar Jahren. Doch das ist kein Grund, die Geräte stiefmütterlich zu behandeln. Das neue iPad Pro 10.5, das Surface von Microsoft, aber auch das Samsung Galaxy Tab S3 zeigen, in welchem Bereich die Hersteller noch Potenzial sehen: als Ersatz für Notebooks. Das Surface ist da mit Windows 10 klar im Vorteil, Apple legt beim iPad mit iOS 11 nach. Nur Android lässt auf Tablets immer mehr zu wünschen übrig. Zwar gab es mit Android 3.0 Honeycomb eine extra Version für Tablets, aber seitdem ist nicht mehr viel passiert. Selbst von den eigenen Apps hat Google noch nicht alle für größere Displays optimiert. Solange dies nicht geschieht, brauchen wir uns auch keine großen Hoffnungen machen, dass die Bedienung die Möglichkeiten größerer Touchscreens – jenseits der Anpassungen einzelner Hersteller – ausnutzt.

Strengere Regeln für den Play Store

Apple ist bei den Apps im App Store sehr restriktiv und schmeißt regelmäßig unbrauchbare und oder gefährliche Apps raus. Google ist hingegen relativ nachsichtig. Das führt dazu, dass sich nicht nur viele unnötige und oft kopierte Apps im Play Store finden, sondern auch immer wieder Malware, die Nutzern gefährlich werden kann. Eine verstärkte Kontrolle bei der Qualität und Sicherheit von Apps würde dem Play Store gut zu Gesicht stehen. Selbst der Verzicht auf eine fünfstellige oder sogar niedrige sechsstellige Zahl an Anwendungen würde die Auswahl im Play Store nicht nennenswert schmälern.

Ja, Android bietet mehr Möglichkeiten, Funktionen über Apps und Launcher nachzurüsten. Teilweise gehen die Nutzeroberflächen der verschiedenen Hersteller schon in die richtige Richtung. Einige Features sind aber so gut, dass alle Android-Nutzer Zugriff auf sie haben sollten.


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