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Durchbruch bei E-Ink-Displays: Der Kindle kann bald Farbe

Display von E Ink mit Farbdarstellung
Display von E Ink mit Farbdarstellung (© 2016 E Ink )
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26.05.16 von

Felix Disselhoff

E-Ink-Displays haben zwei großen Vorteile: Sie sind enorm akkuschonend und lassen sich auch bei starker Sonneneinstrahlung gut ablesen. Der größte Nachteil: Sie geben Bilder gritzegrau wieder. Das ändert sich jetzt. Advanced Color e-Paper (ACeP) macht's möglich.

Die neue Technologie von E Ink stellt nicht mehr nur eine Handvoll Farben dar, sondern ermöglicht die Anzeige von bis zu 32.000 Farben. Damit wären E-Reader, allen voran die Kindle-Reihe von Amazon, weitaus flexibler in der Darstellung multimedialer Angebote. Bei ACeP reagieren Mikrokapseln mit Farbe auf eine elektrische Spannung. Während standardmäßig nur zwei Pigmente, Schwarz und Weiß, im Einsatz waren, kombiniert die neue Technologie mehrere.

Massenproduktion soll 2018 starten

Ganz neu ist der Ansatz, mit E-Ink-Displays auch Farben darzustellen, aber nicht. Allerdings konnten die verfügbaren Triton-Bildschirme mit verwaschenen Farben nicht wirklich überzeugen. Zudem brauchte es hier für Touch-Funktionalitäten eine zweite Schicht, was die Produktion enorm verteuerte. ACeP braucht nur eine Schicht.

Aktuell hat die Technologie aber auch noch seine Nachteile: Eine Seite braucht zum Laden rund zwei Sekunden. Die Pixeldichte liegt derzeit noch bei 150 ppi. Zum Vergleich: Der neue Kindle Oasis kommt auf 300 ppi. Bereit für die Massenproduktion soll die Technologie aber auch erst 2018 sein.

Allerdings sind die Einsatzmöglichkeiten für farbige E-Ink-Displays auch abseits von E-Readern denkbar. Etwa im Straßenverkehr oder als zweites Display, wie im YotaPhone 2. Und dennoch: Gerade für das digitale Lesen wäre eine Farbdarstellung verbunden mit langen Laufzeiten ein enormer Schritt nach vorne. Aktuell muss ich mich noch entscheiden zwischen meinem monochromen Kindle-Bildschirm, auf dem ich wochenlang mit einer Akkuladung lesen kann – oder einem iPad, das zwar Farben brillant anzeigt, aber bei längeren Lese-Sessions nach einem Tag wieder an die Steckdose muss.

Beim brutal niedrig bepreisten Standard-Kindle dürfte Amazon wohl auch mit Beginn der Serienproduktion kein ACeP-Display einsetzen. Doch der neue Oasis ist das beste Beispiel dafür, dass das Unternehmen jährlich auf der Suche nach neuen Technologien ist, um seine Vormachtstellung im Reader-Segment zu behalten.

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