Facebook-Experiment: Stimmungen sind ansteckend

Wer nur positive Meldungen in seinem News Feed sieht, teilt auch eher positive Beiträge auf Facebook.
Wer nur positive Meldungen in seinem News Feed sieht, teilt auch eher positive Beiträge auf Facebook.(© 2014 CC: Flickr/Marcin Wichary)

Forscher haben den News Feed von knapp 700.000 Facebook-Nutzern manipuliert, um die Auswirkung von negativen und positiven Statusbeiträgen zu analysieren.

Gefühle unbewusst übertragen

Wer seine aktuelle Stimmung auf Facebook teilt, beeinflusst damit unbewusst seine Freunde. Das haben Sozialforscher herausgefunden, die für eine Woche lang den News Feed analysiert haben. Für das Projekt wurde der News Feed von 689.000 Nutzern so manipuliert, dass ihnen mehr Status-Updates zu Gefühlen und Stimmungen ihrer Freunde angezeigt wurden. Eine Gruppe sah vorwiegend negative Meldungen, die anderen positive Stimmungsbekundungen.

Die Beobachtung zeigte, dass Gefühls-Updates eine bis zu 90-prozentige Chance haben, diese Emotion auf andere Nutzer zu übertragen. Das war durch die Analyse der darauf folgenden Beiträge der untersuchten User erkennbar, informieren die Studienleiter. Wer wenig negative Meldungen sah, postete insgesamt mehr positive Updates in der Woche und umgekehrt.

Ansteckend ohne persönliche Interaktion

Für die Sozialforscher sind die Resultate eine Bestätigung dafür, dass keine persönliche Interaktion notwendig ist, um Stimmungen auf andere Mitmenschen zu übertragen. Die Studie sei außerdem ein Beweis für den massenhaften Ansteckungseffect von Social Networks.

Das Facebook seinen News Feed manipulieren kann, ist übrigens in den Nutzungsbedingungen des Portals festgelegt.


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