Getty lässt Euch seine Bilder jetzt kostenlos nutzen

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Fotografen am roten Teppich: Bilder bald umsonst für alle
Fotografen am roten Teppich: Bilder bald umsonst für alle(© 2014 istock.com/EdStock)

Ihr habt einen Blog oder eine Webseite und kein Geld für Fotos? Dann haltet Euch jetzt fest: Getty Images lässt Euch seine Bilder umsonst einbauen.

Wie jetzt? Bilder umsonst? Von der größten Bildagentur der Welt? Damit reagiert Getty Images auf eine unaufhaltsame Entwicklung. "Unsere Bilder waren sowieso schon überall", erklärt erklärt Craig Peters, Business Developer bei Getty Images. Das Wasserzeichen hielt Nutzer nicht davon ab, Fotos auf der eigenen Webseite einzubauen. Jeden Blogger und Webseitenbetreiber juristisch zu verfolgen, ist ein logistischer Aufwand sondergleichen.

So lässt Getty Euch nun seine Bilder kostenlos nutzen. Allerdings ladet Ihr sie nicht herunter, sondern "embedded" sie - genau wie ein YouTube-Video oder einen Tweet. Dazu bekommt Ihr von Getty einen Code geliefert, den Ihr etwa über Euren Wordpress-Blog in Artikeln oder auf Webseiten einbauen könnt. Einzige Bedingung: Unter dem Bild wird die Quelle angezeigt und zusätzlich mit Sharing-Buttons versehen.

Getty setzt aufs YouTube-Prinzip

Denn anstatt weiterhin nur auf das Lizenzgeschäft, also das Bezahlen pro eingekauftem Bild zu setzen, setzt Getty Images auf das Ausspielen von Werbung in den eingebauten Bildern. Dafür braucht die Agentur Reichweite. Und für diese Reichweite müssen die Bilder nicht nur eingebaut und angesehen, sondern auch mit Freunden und Freundesfreunden in den Social Networks geteilt werden. "Wir haben gesehen, wie YouTube mit seinen Embed-Möglichkeiten sein Angebot monetarisiert hat", erklärt Peters. "Wir wissen nicht, ob es bei uns auch so gut funktioniert." Allerdings hält sich das Unternehmen damit Optionen offen.

Natürlich bekommt Getty damit keine Garantie, dass Blogger und Webseitenbetreiber nicht weiterhin das Copyright umgehen. Allerdings soll die Gratiskultur für Bilder dafür sorgen, dass Ihr Getty-Fotos künftig legal nutzt. Außerdem hat die Agentur damit auch mehr Kontrolle über seine Bilder. War es bislang unmöglich, ein Bild  flächendeckend von allen Webseiten zu löschen, die es verwendeten, kann Getty mit der Embed-Lösung sein Stock-Material zentral verwalten.

Getty will Daten erfassen

Der mögliche Nachteil: Ihr habt keine Garantie mehr, dass ältere Beiträge mit älteren Bildern nicht plötzlich über weiße Flecken verfügen, weil Getty selbst keine Rechte mehr an den Bildern hat. Außerdem behält sich die Agentur vor, Daten aus der Nutzung der Bilder zu sammeln und auszuwerten. Welche Daten das im Detail sind und ob diese eventuell an Dritte weiterverkauft werden, verrät Getty nicht. Zudem sind nicht alle Fotos der Agentur kostenlos verfügbar.

Werbeeinblendungen und Datenerfassung? Das dürfte einige Blogger vermutlich davon abhalten, künftig Getty-Bilder auf ihren Seiten einzubauen. Ob die weltgrößte Bildagentur das YouTube-Prinzip erfolgreich auf die Bilderwelt übertragen kann, muss ich zeigen.


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