Jobmotor App Store: 472.000 Entwickler allein in Deutschland registriert

Der App Store als Jobmotor
Der App Store als Jobmotor(© 2014 CURVED)

Donald Trump hatte mit seiner Gaga-Forderung, iPhones in den USA produzieren zu lassen und so die amerikanische Wirtschaft anzukurbeln, eine Debatte angestoßen. Doch heute veröffentlichte Zahlen zur App-Economy belegen vor allem: Mit seinem App Store ist Apple in Europa ein enormer Job-Motor.

Mit über 1,5 Millionen erhältlichen Apps hat der App Store seit 2008 eine neue Industrie erschaffen, die sich mit dem Design und Entwicklung von Apps befasst. Seitdem sind 1,2 Millionen Arbeitsplätze rund um iOS allein in Europa entstanden. Europäische Entwickler konnten mit weltweiten App Store-Verkäufen über 10,2 Milliarden Euro verdienen. Das sind knapp 28 Prozent der insgesamt 36,5 Milliarden Euro, die Apple bislang an Entwickler auf der ganzen Welt ausbezahlt hat.

Babbel: "120.000 Downloads pro Tag"

Auch die Zahlen zu Deutschland sind beeindruckend: In der Bundesrepublik gibt es mehr als 472.000 registrierte Mitglieder im kostenpflichtigen Apple Entwicklerprogramm. 2,96 Millionen Entwickler sind europaweit registriert. Einer dieser Profiteure der gobalen App-Economy ist die Sprachlern-App Babbel, hinter der das Berliner Unternehmen Lesson Nine steht: "Wir haben Babbel entwickelt, damit Menschen auf der ganzen Welt einfach Sprachen lernen können und dabei Spaß haben und motiviert bleiben", erklärt Gründer Markus Witte. "Diese Vision haben wir 2010 mit dem Launch der App verwirklicht. Nach mehr als fünf Jahren sind die Ergebnisse überragend – mit 120.000 Downloads pro Tag und 8.500 Stunden an Lerninhalten."

Freeletics: "Über acht Millionen Athleten weltweit"

Freeletics, bekannt für seine bockschweren Trainingsmethoden, hat in dieser Woche seine Running-App gelauncht. Was viele nicht wissen: Hinter der Athleten-Software steckt ein Münchner Startup: "Mit dem Apple App Store haben wir einen wichtigen und zuverlässigen Partner an unserer Seite, der sowohl starker Marketingkanal für unser Produkt ist, als auch Freeletics für alle Freien Athleten mit jedem iPhone und von überall erlebbar macht", erklärt der CEO von Freeletics, Daniel Sobhani. "Apple trägt für uns einen entscheidenden Anteil seit der Gründung im Juni 2013 bei, dass mittlerweile über acht Millionen Nutzer weltweit mit Freeletics trainieren." Täglich melden sich rund 12.000 neue Mitglieder an. Mittlerweile beschäftigt das Startup mehr als 140 Mitarbeiter an den Standorten München und Berlin.

Outbank: "Von der One-Man-Show zu 20 Mitarbeitern"

Eine Erfolgsgeschichte deutscher App-Economy hat auch Tobias Stöger zu erzählen: "Aus der anfänglichen One-Man-Show ist mittlerweile ein schlagkräftiges Unternehmen mit über zwanzig Mitarbeitern geworden. Mit unserem aktuellen Flaggschiffprodukt 'OutBank - Sicheres Onlinebanking Ihrer Finanzen' sind wir als einzige App der Kategorie Finanzen in die App Store-Liste 'Das Beste aus 2014' gewählt worden. Letztes Jahr konnten wir eine größere Finanzierungsrunde abschließen, um nun das Team und unsere Produktpalette weiter auszubauen. Für 2016 erwarten wir den 5-millionsten Download." Mit über vier Millionen Downloads ist OutBank für iPhone und iPad eine der gefragtesten Banking-Apps in Deutschland.

Was diese Zahlen vor allem verdeutlichen: Auch wenn Apple in Asien produzieren lässt, so hat der Konzern mit seinem App Store und über einer Milliarde verkauften iOS-Geräten einen boomenden Wirtschaftszweig geschaffen, von dem auch deutsche Unternehmen profitieren. Ganz anders schaut es übrigens bei Google Play aus: Hier laden Nutzer zwar vergleichsweise doppelt so viele Apps herunter, allerdings machen Entwickler 75 Prozent (!)  weniger Umsatz. Die Folgen: Viele Apps sind nach wie vor nur für iOS verfügbar.


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