Kein FIFA 19? EA könnte Sportspiele nicht mehr jährlich veröffentlichen

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FIFA 18 erschien noch klassisch auf Disc im Einzelhandel. Damit könnte bald Schluss sein.
FIFA 18 erschien noch klassisch auf Disc im Einzelhandel. Damit könnte bald Schluss sein.(© 2017 EA Sports)

EA denkt über Änderungen seines Vertriebsmodells nach. In Zukunft könnten Sportspiele wie FIFA dann nicht mehr jährlich erscheinen, sondern als reiner Online-Service betrieben werden. Das wäre das Ende der Spiele-Disc und schlecht für alle mit schwacher Internetleitung. 

"Games as a Service" werden für Publisher zur wachsenden Einnahmequelle. Kein Wunder, dass Electronic Arts, einer der größten Herausgeber von Videospielen weltweit, großes Interesse an diesem Digitalvertrieb bekundet.

FIFA nur noch gegen Monatsgebühr

In einem Interview mit Bloomberg sagte Andrew Wilson, CEO von EA, dass sie derzeit überlegen, das klassische Vertriebsmodell durch ein digitales zu ersetzen. Konkret bedeutet dies, dass EA möglicherweise plant, seine Sportspielreihen wie zum Beispiel "FIFA" nicht mehr jährlich in den Einzelhandel zu bringen. Statt also jeden Herbst immer die neuste Version eines "FIFA" oder "Madden" auf einem physischen Datenträger zu verkaufen, könnten diese Spiele zukünftig ausschließlich digital in Form eines Abos oder fortlaufender Online-Updates erhältlich sein.

Erste Erfahrungen mit Online-Abonnements sammelt EA bereits seit einiger Zeit mit seinem Spiele-Service "EA Access". Dieser gestattet Kunden gegen monatliche Gebühr auf eine Bibliothek an, meist älteren, EA-Titeln zurückzugreifen. Allerdings erwerben Spieler bei Abschluss eines Abos lediglich ein Nutzungsrecht, nicht aber das eigentliche Spiel. Beschließt EA ein Spiel aus der Bibliothek zu entfernen, haben die Spieler keinen Zugriff mehr darauf.

"We can really think about those games as a 365-day, live service."

Der Vorteil eines solchen Abos läge unter anderem in den kurzen Aktualisierungszyklen. Vor allem Sportspiele, die sich an realistischen Kadern, Spielerstatistiken und Tabellen orientieren, könnten so theoretisch beinahe tagesaktuell gehalten werden. Darüber hinaus wären Balancing-Probleme oder Bugs (Stichwort: "FIFA Momentum") schneller zu adressieren und auszumerzen.

Problematisch könnte diese Umstellung allerdings für Fans sein, deren Internetleitung zu schwach ist und die deshalb bislang immer zur Disc-Version gegriffen haben. Außerdem würde ein Abo natürlich eine monatliche Gebühr mit sich bringen, die dann statt des einmaligen Vollpreises fällig wäre. Allerdings hat Wilson in dem Interview weder gesagt wann noch ob das Konzept tatsächlich umgesetzt werde. Bislang, so Wilson, denke man lediglich darüber nach.

"FIFA 18" hatte EA am 29. September noch sowohl auf Disc als auch digital veröffentlicht. Der neuste Ableger der Fußballsimulation ist für PlayStation 4, Xbox One, PC und, in einer überarbeiteten Fassung, für die Nintendo Switch erschienen.

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