L'Oreal Makeup Genius im Test: iPhone als Schminkkoffer

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L'Oreal Makeup Genius mit vorgefertigten Looks und Kosmetikartikeln für Euren eigenen Look.
L'Oreal Makeup Genius mit vorgefertigten Looks und Kosmetikartikeln für Euren eigenen Look.(© 2015 CURVED Montage)

Wie sehe ich mit dem knalligen roten Lippenstift aus? Steht mir das Rouge? Welcher Eyeliner passt besser zu den Ohrringen? Fragen wie diese will die App Makeup Genius von L'Oreal beantworten. Und dafür müsst Ihr weder in die Drogerie Eures Vertrauens fahren, noch Euch zwischendurch immer wieder abschminken, denn der Schminkkoffer arbeitet rein virtuell auf Eurem iPhone.

Mit meinem geringen Verbrauch an Kosmetika gehöre ich nicht wirklich zur Kernzielgruppe von L'Oreals neuer App Makeup Genius. Aber was noch nicht ist, kann ja noch werden. Schließlich soll die Anwendung gerade dafür sorgen, dass ich mir nach der virtuellen Anprobe neuen Lippenstift, Kajal und das eine oder andere Püderchen zulege. Da mein Urteil über die App wenig Aussagekraft hätte, habe ich mir die Unterstützung von Redaktionsmitgliedern gesichert, die mehr Kosmetikartikel benutzen als ich.

Die App selber ist schnell nach der Kalibrierung der Selfie-Kamera einsatzbereit. Damit das Makeup perfekt sitzt, solltet Ihr die Kalibrierung vor jedem Gesicht neu ausführen, sonst landet der Lippenstift schnell auf der Nase. Ihr könnt einen von 15 vorgefertigten Looks, wie etwa den Lena Look, den Heike Look, den Nude Look oder ein Blue Eyes Make-Up, auswählen oder gezielt einzelne Produkte zu Eurem eigenen Look hinzufügen. So findet Ihr im Idealfall das Rouge, den Eyeliner und den Lippenstift die am besten zu Euch passen.

Die Gesichtserkennung funktioniert gut, aber nicht perfekt. Ihr könnt Euch zwar vor der Kamera bewegen und so die verschiedenen Makeups aus unterschiedlichen Perspektiven betrachten, aber es kann immer mal wieder passieren, dass das Tracking nicht greift. Zudem gibt es Beschwerden in der Redaktion, dass vor allem der Lippenstift nicht die gesamten Lippen abdeckt.

Die Positionierung mag nicht immer zu 100 Prozent perfekt sein, gibt aber Aufschluss darüber, wie die Produkte in Eurem Gesicht wirken. Gegenstände im Gesicht verwirren die Software zusätzlich, so dass Ihr Euch am besten ohne Brille virtuell schminkt und auch mit Bärten kommt die App nicht zurecht. Deswegen hat L'Oreal wohl auch Lena Meyer-Landrut und nicht Conchita Wurst für die Fernsehwerbung verpflichtet.

Bei Beratungsbedarf mit Euren Freundinnen hilft die eingebaute Selfie-Funktion weiter. Mit ihrer Hilfe nehmt Ihr ein Foto oder sogar Video mit dem neuen Makeup auf und könnt es anschließend verschicken, um weitere Meinungen einzuholen.

Partyspaß statt ernsthafter Hilfe beim Makeup

Fazit der Redaktionsmitglieder, die sich mehr mit Makeup beschäftigen als ich: "Nette Spielerei, damit kann man an Silvester zwei Stunden überbrücken." Aber das Ergebnis des virtuellen Schminkkoffers lädt nicht wirklich dazu ein, sich zu schminken. Zudem stehen nur Produkte von L'Oreal zur Auswahl - und dann nicht einmal alle, wie ein kurzer Test des integrierten Barcode-Scanners zu Tage förderte. Besonders das Fehlen des Lidschattens von Urban Decay wurde bemängelt.

Der Makeup Genius von L'Oreal ersetzt weder eine Beratung durch eine Visagistin noch das richtige Herumprobieren vor dem Schminkspiegel. Die App gibt nur eine Ahnung davon, wie Ihr mit einem kleinen Bruchteil, der auf den Markt verfügbaren Kosmetika aussehen würdet. Sie sorgt für Spaß beim Mädelsabend, hilft aber nicht beim Wahl des Makeups für Abi-Ball, Hochzeit und anderen ähnlich wichtigen Anlässen.


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