Microsoft Arrow im Test: Das taugt der Android-Launcher aus Redmond

Einen neuen Launcher zu installieren, ist eine der einfachsten Möglichkeiten, Android persönlicher zu gestalten. Ob Nova Launcher oder Google Now: Ein Launcher verändert Benutzung und Look von Googles mobilem OS zum Teil drastisch. Mit “Arrow” befindet sich nun ein weiterer Dienst in der Beta-Phase. Er stammt allerdings nicht von unbekannten Entwicklern - sondern von Microsoft. Wir haben ihn uns angesehen.

Bereits beim ersten Start des bislang nur auf Englisch verfügbaren Arrow-Launchers kommt ganz klar die Handschrift Microsofts durch. Statt des üblichen, frei veränderbaren Home Screens mit Widgets zeigt Arrow zwei Bereiche mit Apps. Oben sind die vier zuletzt benutzten, darunter befindet sich ein Bereich für häufig genutzte Apps. Beide befüllt Arrow selbst, der Nutzer kann sie nicht selbst anpassen. Widgets gibt es gar keine. Unten ist wie gewohnt das Dock platziert, es funktioniert allerdings anders als bei anderen Launchern.

Wenig Platz für Apps

Zunächst sieht das Dock ganz normal aus: Vier Apps befinden sich darin, in der Mitte ist der Button für den App-Drawer. Wischt man es allerdings nach oben, kommt eine weitere Reihe mit Apps sowie eine weitere Reihe mit zuletzt angerufenen Kontakten zum Vorschein. Beide App-Reihen lassen sich nach Wunsch bearbeiten und aus dem alphabetisch sortierten App-Drawer mit anderen Apps bestücken. Da es allerdings der einzige Bereich ist, in dem man Apps selbst anordnen kann, bleiben dem Nutzer genau neun Apps, die er selbst für wichtig hält. Alle anderen sortiert Microsoft für ihn.

Wer nun mit seinen Apps einfach auf andere Screens ausweichen will, wird leider enttäuscht. Microsoft sieht für Arrow nur insgesamt drei Bildschirme vor. Vom Homescreen kann man lediglich einmal nach links oder rechts swipen.

Fokus auf Telefon und E-Mail

Auf dem linken Bildschirm findet sich eine Liste mit Kontakten. Wie bei den Apps sind oben die zuletzt und unten die am häufigsten Kontaktierten gelistet. Leider scheint der Screen aber nur für Telefon- und E-Mail-Kontakte zu funktionieren. Messenger-Apps, wie Whatsapp oder Snapchat, tauchen in der Liste noch nicht auf.

Rechts vom Home-Screen hat Microsoft ein To-Do-Tool platziert. Hier lassen sich mit wenig Aufwand Notizen und anstehende Aufgaben anlegen. Bei Bedarf könnt Ihr sie mit einem Stern als wichtig markieren, mit einer Erinnerung versehen oder als erledigt abhaken. Im Test funktionierte das gut und intuitiv.

Bing wechselt das Wallpaper

Als letzte Möglichkeit, Arrow an seine eigenen Bedürfnisse anzupassen, bietet Microsoft die Option, ein eigenes Hintergrundbild zu wählen. Dazu zieht Ihr einfach das Dock nach oben und tippt auf “Wallpaper”. Nun kann man sich entweder in der eigenen Galerie bedienen oder eines der vielen Microsoft-Wallpaper herunterladen. Wer Abwechslung mag, kann sich zudem von Microsofts Suchmaschine Bing regelmäßig ein neues Bild auswählen lassen - muss dann aber mit einem Bing-Logo in der oberen Ecke des Homescreens leben.

Noch Beta-Kost

Dass Arrow sich noch in der Beta-Phase befindet, ist deutlich spürbar. Buttons reagieren zuweilen erst auf das dritte Tippen, der Launcher verhält sich manchmal recht träge. Die Sortierung der Listen funktioniert ebenfalls noch nicht gut: Weder bei den Apps noch bei den Kontakten sind unter “Recent” wirklich immer die zuletzt aufgerufenen zu finden. Ein merkwürdiger Bug sorgte zudem dafür, dass ein einzelnes App-Icon permanent über allen Bildschirmen lag, erst ein Neustart brachte Abhilfe.

Unfertig wirkt Arrow auch bei den Einstellungen: Hier lassen sich aktuell nur das Wallpaper und der Standard-Launcher ändern. Alle anderen Punkte dienen dazu, den Launcher aktuell zu halten oder dem Hersteller Feedback zu geben. Da geht noch was!

Fazit: Nichts für Android-Kenner

Mit Arrow bastelt Microsoft an einem ganz eigenen Ansatz der Android-Nutzung. Die ist mit ihren eingeschränkten Features, den fehlenden Wigets und dem Fokus auf E-Mail- und Telefon-Kontakte wohl eher auf ein älteres, weniger Smartphone-affines Publikum ausgerichtet. Arrow eignet sich vermutlich vor allem für die Eltern und Großeltern, die mit den vielen Möglichkeiten eines modernen Smartphone-OS überfordert sind und ihr Telefon immer noch vor allem zum Telefonieren nutzen. Um von diesen Nutzern angenommen zu werden, muss Microsoft allerdings noch an der Stabilität und der Sortierung der Listen schrauben. Für die meisten Android-Nutzer dürfte Arrow ohnehin zu eingeschränkt sein.


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