Nur 1 GB RAM?! Warum das iPhone 6 die Androiden abhängt

Supergeil !1033
Dem Samsung Galaxy S5 mini unter die Haube geschaut
Dem Samsung Galaxy S5 mini unter die Haube geschaut(© 2014 CURVED)

Warum ist das iPhone mit nur 1 GB RAM schneller als die Android-Konkurrenz mit 2 oder 3 GB RAM? Die Erklärung ist einfach und hat mit "Müll" zu tun.

Die lieferte Glynn Williams, seines Zeichens Spiele-Veteran, auf der Frage-und-Antwort-Plattform Quora auf die Frage, wieso das iPhone leistungstechnisch mit Android-Phones mithalten kann, die über das doppelte oder sogar Dreifache an Arbeitsspeicher verfügen.

Zum Hintergrund: Das iPhone 6 hat seine Konkurrenz, darunter aktuelle Modelle wie das HTC One M8, das Samsung Galaxy S5 oder das LG G3, nach Erscheinen in den meisten Benchmarks getoppt. Während die Modelle bei der Grafikleistung nahezu gleichauf liegen, konnte sich der Bestseller aus Cupertino beim Geekbench (Single- und Multicore) sowie Sunspider ganz klar absetzen.

Android braucht das Vielfache des verwendeten Speichers

"Memory Footprint" unter Android(© 2014 Quora)

Um zu verdeutlichen, warum Android so RAM-hungrig ist, hat Williams folgendes Diagramm veröffentlicht, das den sogenannten “Memory Footprint” veranschaulicht. Denn Android-Apps, die auf Java setzen, nutzen die sogenannte “Garbage Collection”, um nicht mehr benötigten Speicher zu befreien. Das bedeutet aber auch: Der "Müll" an nicht mehr verwendetem Speicher wird nicht stetig "geleert", sondern schubweise. Das bedeutet dann aber auch, dass der Prozess so rechenintensiv ist, dass alles andere warten muss.

Im Diagramm zu sehen: Liegt der “Memory Footprint” bei 4 oder 8, ist also das Vier- oder Achtfache des gerade benötigten Speichers frei, können die “Garbage Collectors” wunderbar arbeiten. Ist dieser Speicher aber nicht verfügbar, sinkt die Perfomance.

Bei den aktuellen Flaggschiff-Modellen mit zwei oder drei Gigabyte RAM fällt das gar nicht mehr auf. Doch gerade bei älteren und günstigeren Android-Smartphones mit nur 1 GB RAM oder sogar noch weniger lässt sich gut beobachten, wie das System nach und nach stärker zumüllt. Der Arbeitsspeicher ist zu sehr damit beschäftigt, aktuelle Prozesse zu verwalten und gleichzeitig hinter nicht mehr oder aktuell nicht benötigten Prozessen aufzuräumen.

Apple hält den Kasten sauber

Darum brauchen Android-Smartphones- und Tablets so viel RAM, um schnell zu sein. Und unter iOS? Dort gibt es keine “Garbage Collection”. Deswegen muss das System auch nicht auf mehr Speicher zugreifen als gerade von aktiven Anwendungen benötigt. Dadurch benötigen iPhones und iPads nicht nur weniger RAM, sondern verbrauchen auch weniger Strom für diese Prozesse. Allerdings hat dieses Design auch nicht nur Vorteile. Weil Apple sein System und den Speicher permanent so sauber hält, muss etwa der Safari-Browser die Seite komplett neu laden, wenn Ihr einmal das Fenster geschlossen habt.

Da bleibt die Frage: Warum verbaut Apple in seinen iPhones nicht trotzdem 2 GB RAM, um noch schneller zu sein? Natürlich äußert sich der Konzern aus Cupertino nicht dazu, allerdings liegt die Vermutung nahe, dass man nicht die Akkuleistung weiter minimieren will. Was ist die Baseline? Freilich kann man Apple vorwerfen, mit Blick auf die verbaute Hardware nicht immer State-of-the-Art zu sein. Allerdings belegt das obige Beispiel, dass "mehr" nicht immer auch gleich "besser" ist.

Das iPhone 6 im direkten Vergleich mit den Androiden.


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