OLO: Dieser 3D-Drucker nutzt das Smartphone und kostet nur 99 Dollar

3D-Drucker sind groß und immer noch teuer. Dennoch ist der Hype um die Gerätschaften seit Jahren ungebrochen. Nun das: OLO will Euer Smartphone als Basis für einen superkleinen, preiswerten 3D-Drucker nutzen. 

Und wie geht das überhaupt? Tatsächlich nutzt das System das Licht des Smartphone-Displays. Das flüssige, lichtempfindliche Rohmaterial härtet dabei über Stunden in einer Form aus. Das heißt: Alles bis zu einer Größe von 5,8 Zoll ist druckbar - auch mehrere Objekte nebeneinander. Im Umkehrschluss heißt das aber auch: Je kleiner das Display, desto kleiner die druckbare Fläche.

Das Material ist so teuer wie der Drucker

Die dazugehörige App für iOS, Android und Windows Mobile steuert den "Backvorgang". In der Software lassen sich die Designs direkt auswählen und mit anderen OLO-Nutzern teilen. Kurios: Viele professionelle 3D-Drucker verwenden nur ein Material, doch OLO bietet zum Start gleich acht verschiedene Stoffe an: einen elastischen Kunststoff in vier Farben, ein biegsames Gummi und ein ausschmelzbares Material. Diese Auswahl hat aber auch ihren Preis: Schon zum Start kostet ein Sechserpack der 100ml-Fläschchen stolze 100 Dollar. Das sind keine ungewöhnlichen Preise für lichtempfindlichen Flüssigkunststoff. Dennoch dürfte klar sein, dass sich die Macher auf Dauer Mehreinnahmen durch das Druckmaterial versprechen als durch den Verkauf des Druckers selbst.

Ungewöhnlich: Normalerweise brauchen vergleichbare Druckstoffe UV-Licht oder Licht einer bestimmten Wellenlänge. OLO hingegen funktioniert allein mit dem sichtbaren Licht eines Smartphone-Displays. Kann das fertige Produkt tatsächlich dieses Versprechen einhalten, dann hätten dessen Erfinder enorme Fortschritte bei den flüssigen Kunststoffen gemacht. Zudem soll sich der fertige Druck ohne spezielle Lösung einfach unter fließendem Wasser abwaschen lassen.

Schon über 600.000 Dollar eingesammelt

Einziger Wermutstropfen: Während des Druckvorgangs, der Stunden in Anspruch nehmen kann, lässt sich das Smartphone nicht benutzen. Man stelle sich vor, nach einer Stunde klingelt es und der Vibrationsalarm springt an. Dann ist der Druck dahin. Dennoch: Ein tragbarer akkubetriebener 3D-Drucker mit Smartphone-Unterstützung und Apps für iOS, Android sowie Windows Mobile, der auf unterschiedlichsten Materialien druckt und zudem weniger als 100 Dollar kostet? Klingt fast zu gut, um wahr zu sein, oder?

Wir sind gespannt. Stand 24. März haben die Macher auf Kickstarter anstatt der benötigten 80.000 Dollar bereits über 600.000 Dollar eingesammelt und noch 27 Tage Zeit. Wird der OLO ein Erfolg, und danach sieht es schon jetzt aus, könnte er dem 3D-Druck endlich zum langersehnten Durchbruch verhelfen.


Weitere Artikel zum Thema
Schlechte Vibes: Lenovo will sich künf­tig auf Moto konzen­trie­ren
Michael Keller
Das Moto G5 wird voraussichtlich das nächste Smartphone von Lenovo
Lenovo verabschiedet sich von seiner Smartphone-Marke Vibe: Der Hersteller will offenbar in Zukunft nur noch Moto-Geräte veröffentlichen.
Insta­gram führt Alben ein: Bis zu zehn Fotos und Videos gleich­zei­tig posten
Marco Engelien
Instagram erlaubt nun bis zu zehn Bilder oder Videos pro Beitrag.
Mehr Fotos in einem Album hochladen: Instagram erlaubt es Nutzern künftig, bis zu zehn Bilder oder Videos auf einmal zu posten.
Nokia 8-Vorstel­lung wird per 360-Grad-Videost­ream live über­tra­gen
Michael Keller
Her damit !7Für die Übertragung vom MWC 2017 nutzt Nokia die 360-Grad-Kamera Ozo
Nokia wird auf dem MWC 2017 eine Pressekonferenz abhalten. Die Keynote soll live übertragen werden – als 360-Grad-Stream.