Raumfelds WLAN-Soundbar im Test: Keine Macht dem Kabel-Chaos

So groß TV-Geräte mittlerweile sind, so dünn ist meist ihr Sound. Wer, so wie ich, keine Lust hat, sich das Wohnzimmer mit 5.1-Systemen vollzuverkabeln, für den eignet sich meiste eine Soundbar. Raumfeld, bekannt für exzellenten Heimkino-Sound, hat uns seine erste WLAN-Soundbar zur Verfügung gestellt. Also haben wir die Wände wackeln lassen.

Erstmal zu den Fakten: Die Soundbar kommt mit sechs 3-Zoll-Hoch-/Mitteltönern sowie einer 180 Watt Endstufe, der dazugehörige Subwoofer - Kampfgewicht rund 13 Kilo - verfügt über drei 5-Zoll Langhub-Tieftöner. Dafür ist er so flach, dass er sich auch unter der Couch verstecken lässt - wenn Ihr das denn wollt. Weil bereits ein Class-D-Verstärker verbaut ist, benötigt Ihr keinen AV-Receiver für den Betrieb.

Das System kommt im hübschen Holzkleid mit weißem, matten Pianolack und Standfüßen aus massivem, gebürsteten Aluminium. Als Zubehör liefert Raumfeld eine minimalistische Fernbedienung aus gebürstetem Aluminium mit. Diese ist tatsächlich so minimalistisch gehalten, dass Ihr Euch merken müsst, welche Soundmodi sich hinter den Ziffern 1 bis 4 verbergen: Stereo, Arena, Theater und Voice.

Die Einrichtung erfolgt per App, die für iOS und Android erhältlich ist. Darin verbindet Ihr die Soundbar mit Eurem WLAN und weist Ihr einen Namen zu. Das ist dann wichtig, wenn Ihr mit Raumfeld One, die Raumfeld One S oder Raumfeld Stereo L eine Multiroom-Lösung anstrebt, die von der App und der Soundbar unterstützt wird. Das Pairing mit dem Subwoofer funktioniert kabellos per Knopfdruck auf der Rückseite des Lautsprechergehäuses. Ihr müsst hier also keine Strippen ziehen. Gut gemacht, Raumfeld! Allerdings empfiehlt es sich trotzdem, beide Boxen nah beieinander aufzustellen, damit eine störungsfreie kabellose Datenübertragung möglich ist. Die Reichweite gibt Raumfeld mit bis zu zehn Metern an.

Ist das System dann eingerichtet, überzeugt der Klang auf ganzer Linie. Natürlich ersetzt eine Soundbar kein 5.1-System, doch liefert die Anordnung der Hoch-, Mittel- und Tieftöner ein raumfüllende, druckvolle Klangkulisse. Auch bei der reinen Soundwiedergabe - die App unterstützt die Einbindung von Spotify, Tidal, Napster und seit Dezember auch Soundcloud sowie ab dem Frühjahr 2016 Google Cast - drängt sich der Bass nicht auf, Gesang wird sauber wiedergegeben. Insgesamt wirkt der Sound nicht effekthascherisch, sondern vielmehr authentisch an die jeweilige Szene angepasst.

Fazit: pures Understatement

Die sehr gute Verarbeitung, den Oberklasse-Sound für Film und Musik sowie die Multiroom-Unterstützung mit guter App-Konfiguration gibt es allerdings nicht für den kleinen Geldbeutel: Die unverbindliche Preisempfehlung liegt bei 1300 Euro. Dafür bekommt Ihr ein System, das sich ohne lästige Verkabelung in Eure Wohnzimmereinrichtung einfügt. Für mich das größte Plus: Ihr bekommt mit dem Audio-System exzellentes Heimkino-Feeling, das sich aber nicht optisch mit riesiger Subwoofer-Box in der Ecke und Satelliten an den Wänden aufdrängt.


Weitere Artikel zum Thema
Google zeigt bald Stre­a­ming­dienste bei Suche nach Filmen und Serien an
1
So soll die überarbeitete Infobox in den Google-Suchergebnissen aussehen
Google zeigt bald bei der Suche an, woher Ihr etwa einen Film, eine Serie oder einen Song legal beziehen könnt.
Amazon Echo: Alexa-Laut­spre­cher mit Display könnte bald gezeigt werden
Amazon Echo besitzt aktuell kein Display und muss via Smartphone angesteuert werden
Amazon Echo mit Bildschirm: Angeblich stellt der Versandhausriese in Kürze ein neues Smart-Home-Produkt mit Alexa vor, das über eine Anzeige verfügt.
Apple Music geht Part­ner­schaft mit Musik­vi­deo-App musi­cal.ly ein
Michael Keller
Über musical.ly könnt Ihr nun auch Songs von Apple Music hören
musical.ly und Apple Music sind eine Kooperation eingegangen: Künftig könnt Ihr Songs des Streaming-Dienstes innerhalb der Netzwerk-App hören.