Sparkurs in Mountain View: Wird Google in Zukunft langweiliger?

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Sogar den Ozean macht Google in Street View zugänglich
Sogar den Ozean macht Google in Street View zugänglich(© 2015 Google)

Internet über Heißluftballons, zu Fuß durch den Schnee, um das Nordlicht einzufangen: Google stand jahrelang für Innovation und ausgefallene Projekte. Nun will der Konzern kosteneffizienter werden. Ist das das Aus für die vielen verrückten Ideen aus Mountain View?

Google hat seine Quartalszahlen bekanntgegeben, die Börse freut sich. Die Umsätze sind gestiegen, die Gewinne sogar noch mehr. Gute Nachrichten also für alle Google-Aktionäre. Leider dürfen sich die gewöhnlichen Nutzer möglicherweise etwas weniger freuen. Denn der Konzern will sparen. Ist die Welt dann um viele liebenswerte Hirngespinste ärmer?

Bereits vor drei Tagen berichtete das Wallstreet Journal, dass Google deutlich stärker aufs Geld zu schauen scheint. So stellte der Konzern von Quartal zu Quartal ständig immer noch mehr Leute ein. Seit einem halben Jahr sinkt die Zahl der neuen Google-Mitarbeiter aber, es werden weniger neue eingestellt. Doch auch an anderen Stellen setzt Google den Rotstift an. Dem Artikel zufolge berichten Angestellte, dass Spesen, Reisekosten und Events heute stärker gerechtfertigt werden müssen als das früher der Fall war.

Sparzwang bei Google?

Denn bisher war Google alles andere als knausrig. Die Angestellten werden hervorragend bezahlt, die Kantinen der einzelnen Standorte sind für Mitarbeiter kostenlos und für ihre Qualität bekannt. Und natürlich stand immer wieder Geld für coole Ideen zur Verfügung. Denn Google Street View, das selbstfahrende Auto oder Android waren sicher nicht von Anfang an auf Gewinn ausgerichtet.

Bisher muss man sich um Googles Innovationskraft aber wohl trotzdem keine Sorgen machen. Denn bei der Verkündung der Zahlen kam auch die künftigen Strategie zur Sprache - und die erst seit Kurzem amtierende Finanzchefin Ruth Porat hatte Beruhigendes zu erzählen. Sie wies daraufhin, dass der Konzern sein Budget wie gehabt aufteilt: 70 Prozent gehen ins Kerngeschäft, 20 in Peripherie-Projekte - und die letzten zehn Prozent in "Große neue Ideen".

Entwarnung von ganz oben

Diese Ideen zu finden, sei oft aber gar nicht leicht - und zudem nicht immer teuer. So schafft es Google demnach gar nicht immer, die 10 Prozent auch wirklich auszugeben. Immerhin schrumpft der Bereich oft wieder, wenn einst verrückte Projekte wie Android oder Chrome sich im Laufe der Zeit zu Kernprojekten wandeln - und damit in einen anderen Geldtopf wandern. Vorerst muss man sich also wohl noch keine Sorgen um Googles Innovationskraft machen. Wenn sich die Aktionäre irgendwann mit ihren stetigen Versuchen durchsetzen, dass Gewinne ausgeschüttet werden, mag sich das aber schnell ändern.


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