Spotify löscht Album ohne Ton nach 20.000-Dollar-Umsatz

Supergeil !13
Für Vulfpeck ging die Rechnung des stillen Protestes auf
Für Vulfpeck ging die Rechnung des stillen Protestes auf(© 2014 Youtube/Jack Stratton)

Es war ein tollkühnes Experiment, das hundertprozentig geklappt hat. Der Schachzug, bei ihrem Album "Sleepify" komplett auf Töne zu verzichten, hat der US-Band Vulfpeck 20.000 Dollar eingebracht. Jetzt ist das Werk nicht mehr bei Spotify zu finden.

"Sleepify" verstoße gegen die Nutzungsbedingungen von Spotify. Mit dieser Begründung habe der Musikstreamingdienst das Album der Indie-Band Vulfpeck aus seinem Portfolio entfernt, meldet Billboard. Doch die US-Musiker können sich als Gewinner fühlen. Mit ihrem buchstäblich stillen Protest haben sie laut Vice 20.000 Dollar verdient. Nachdem Spotify das Werk jetzt entfernt hat, stellten Vulfpeck ein neues Album namens "Official Statement" auf dem Streaming-Dienst online. Darauf zu hören sind eine anderthalb-minütige Stellungnahme der Band, ein weiterer Silent-Song und ein Instrumental-Stück.

Protest gegen die geringen Tantiemen bei Spotify

Auf "Sleepify" hatten Vulfpeck zehn Lieder mit einer Länge von etwas mehr als 30 Sekunden gepackt. Der Trick: Es war nichts zu hören. Diejenigen, die das Album auf Bitten der Band nachts per Endlosschleife streamten, würden etwa vier Dollar in die Kassen der Indie-Musiker spielen – so hatte Vulfpeck kalkuliert. Denn für jeden mindestens 30 Sekunden lang angehörten Track überweist Spotify 0,5 bis 0,7 Cent an den jeweiligen Künstler.

Vulfpeck wollte mit "Sleepify" darauf aufmerksam machen, dass Spotify zu wenig Tantiemen an die Musiker zahle. Mit den Einnahmen soll jetzt eine Promo-Tour der Indie-Rocker finanziert werden, für die die Band keine Eintrittsgelder verlangen werde.


Weitere Artikel zum Thema
Ohne bewegte Bilder: ListenYo spielt nur die Musik von YouTube-Videos
Jan Johannsen
ListenYo
YouTube hat als Alternative zu Spotify & Co. einen Nachteil: Es gibt Videos zu sehen und nicht nur Musik zu hören. ListenYo beseitigt dieses Problem.
Dieser Android-Laun­cher verwan­delt Euer Smart­phone in ein Linux-Termi­nal
Stefanie Enge
Mit Kommandozeilen das Smartphone bedienen sieht nicht nur cool aus, ist auch schneller als die App-Liste
Mit Kommandozeilen geht alles schneller. Die Linux command lines gibt auch als Launcher für Euer Android-Smartphone.
HP Elite X3 und Co.: Crea­tors Update für Windows 10 Mobile gest­ar­tet
Auch das HP Elite X3 erhält das Creators Update für Windows 10 Mobile
Für Smartphones mit Windows 10 Mobile rollt nun das Creators Update aus. Neben UI-Änderungen sind auch neue Features darin enthalten.