DIY-Display-Tausch: Nexus 5-Screen selbst repariert

Schneller als erwartet ist's passiert: Smartphone fallen gelassen, "Spider-App" auf dem Screen. Was aber tun bei einem gesplitterten Display? Neues Gerät kaufen? Das defekte zur teuren Reparatur einsenden? Oder sich selbst an den Austausch der Komponenten wagen? Völlig unbedarft und ohne Vorkenntnisse ist CURVED-Redakteur Amir auf den Spuren von Tim Taylor gewandert und hat die Do-it-yourself-Reparatur seines Nexus 5 für Euch im Video festgehalten — hoffentlich zum Erkenntnisgewinn für alle, die das auch schon immer mal versuchen wollten...

Das Netz ist voll mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Tutorial-Videos zur DIY-Reparatur von Smartphones. Allein stammen die allesamt von Autoren, Anbietern oder Nutzern, die so etwas schon mehrfach geübt haben oder ohnehin große Erfahrung in Sachen Geräte-Reparatur haben — dass die Profis von ifixit ein gebrochenes Display ohne größere Probleme wechseln können, davon gehe ich aus.

Wie einfach gestaltet sich dieser an sich gut beschriebene Vorgang aber für einen Nutzer, der das noch nie getan hat? Auf welche Unwegsamkeiten und Hindernisse stoßt Ihr als unbedarfter Nachwuchs-MacGyver dabei? Kann ein solches Unterfangen einem Noob überhaupt gelingen?

Glücklicherweise (naja ...) ist mir mein geliebtes Nexus 5 in der vergangenen Woche auf das harte Berliner Kopfsteinpflaster geknallt und hat dies mit einem astreinen Display-Bruch quittiert. Auf eBay habe ich mir also für rund 120 Euro ein Ersatz-Display bestellt, dankbarerweise lag bei diesem Angebot auch gleich ein Werkzeugset bei — im Falle des Nexus 5 wird ein Plastik-Tool zum Aufhebeln der Rückabdeckung und mancher interner Komponenten sowie ein kleiner Kreuzschraubenzieher benötigt. Oder Ihr besorgt Euch ein separates Werkzeugset. Pinzette, Klebeband sowie SIM-Slot-Öffner hatte ich ebenfalls parat. Als Wegweiser durch das Abenteuer Display-Tausch diente mir eine in englischer Sprache gehaltene Anleitung von ETrade Supply.

Und dann ging es ans Eingemachte — wohlgemerkt und nochmal herausgestrichen: ohne diesbezügliche Vorkenntnisse. Ich habe bis dato noch nie ein Smartphone auseinander-, geschweige denn wieder erfolgreich zusammengebaut. Geklappt hat es nach circa 45 Minuten Bastelarbeit dann aber doch ohne größere Schwierigkeiten.

Geduld und Feinmotorik sind gefragt

Was mir aufgefallen ist und worauf Ihr beim etwaigen Nachmachen vorbereitet sein solltet: Ein wenig Feinmotorik und grundsätzliches Verständnis für den Aufbau und den Umgang von und mit empfindlicher Elektronik sollte vorhanden sein; wer zwei linke Hände und gar keine Ahnung von Platinen und Chips hat, sollte lieber nicht versuchen, sein Stück High-Tech selbst zu reparieren. Und Geduld braucht Ihr: Schon das Entfernen der Rückabdeckung beim Nexus 5 und gewiss auch von anderen Geräte, bei denen das nicht vorgesehen ist, kann relativ schwierig und langwierig sein — vom beinahe festbetonierten Akku gar nicht erst zu sprechen.

Außerdem erwähnen oder zeigen die Anleitungen und Videos aus dem Netz nicht immer alles, was Euch in der Praxis dann an Hindernissen begegnet: In Falle meines Nexus 5 waren zahlreiche Komponenten zusätzlich verklebt, was deutlich mehr Kraftaufwand erforderte, als aufgrund der leichten Demontage in den Tutorials zu vermuten war. Hier benötigt Ihr dann auch noch das richtige Maß an Mut — ohne dabei aber übermütig zu werden.

Im Großen und Ganzen ist ein DIY-Austausch des Displays aber machbar und dann doch einfacher als Ihr denkt. Eine Garantie, dass alles wie in meinem Falle gut geht, gibt es dennoch nie — ein bisschen Glück werde ich wohl auch gehabt haben.

Habt Ihr schon mal solch einen Eingriff am "offenen Herzen" Eures Smartphones gewagt? Falls ja, wie ist der ausgegangen und welche Erfahrungen habt Ihr gemacht? Oder plant Ihr einen selbstständigen Display-Tausch oder eine ähnliche Reparatur — dann postet eventuelle Fragen dazu einfach in den Kommentarbereich unten.


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