App-Fuhr: WunderCar knickt ein und wird Mitfahrzentrale

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Wundercar-CEO Gunnar Froh in den Hamburger Büros
Wundercar-CEO Gunnar Froh in den Hamburger Büros(© 2014 CURVED)

Die Proteste der Taxilobby fordern ihr erstes, großes Opfer: Das Hamburger Startup Wundercar verabschiedet sich aus dem Chauffeur-Business und mutiert zur City-Mitfahrzentrale.

Der Druck war einfach zu groß: Nicht nur die Taxi-Unternehmen gingen gegen Wundercar auf die Barrikaden. Schließlich verbot die Hamburger Wirtschaftsbehörde den Dienst. Nun folgt der Turnaround: Anstatt eines On-Demand-Chauffeurdienstes positioniert sich das zum Jahreswechsel gegründete Unternehmen künftig als “Mitfahrzehntrale für die Stadt”, schreibt Netzwertig. Zuvor hatte das Unternehmen noch von Expansionsplänen gesprochen. Nach Berlin und Hamburg sollte das Wundercar-Angebot in weitere Städte kommen. Die Nutzer sollten entscheiden, wo genau. Bis zum Jahresende wäre Wundercar dann in zwölf europäischen Großstädten präsent . Wäre. Sollte. Nun ist alles ungewiss.

Denn es kommt, was kommen musste: die Neuausrichtung.  Ab sofort ist Wundercar kein Service mehr mit angeschlossenen Privatpersonen, die mit Privatfahrzeugen andere Privatpersonen für Geld durch die Stadt chauffieren. Ab sofort dreht sich alles um die Vermittlung von Fahrten, bei denen alle in dieselbe Richtung unterwegs sind. Kommt bekannt vor? Kein Wunder(car): So funktionieren seit jeher Mitfahrzentralen, etwa Mitfahrgelegenheit.de oder Mitfahrzentrale.com. Künftig sollen Fahrer dann lediglich einen freiwilligen Betrag erhalten, die vorab festgelegt wird. Wundercar bekommt davon 20 Prozent als Provision über die App.

Neue Mobilität in der Zwickmühle

Das sind freilich nur Centbeträge für das Startup, das bis Bekanntwerden der Neuausrichtung bereits erklärt hatte, dass es einige Jahre dauern wird, bis die Gewinnschwelle erreicht wird. Dieses Ziel rückt nun in weite Ferne. Denn nun stößt Wundercar auf einen neuen Konkurrenten: flinc. Das Darmstädter Team konzentriert sich immerhin auf die Pendler. Wundercar will sich auf den Transport innerhalb der Städte konzentrieren.

Damit hat der Taxi-Krieg sein erstes großes Opfer. In sämtlichen europäischen Metropolen bäumt sich derzeit die Lobby gegen ähnliche Dienste, allen vor Uber, auf. Die Kritik ist immer dieselbe: Privatfahrer unterlägen nicht denselben Kontrollen wie Berufsfahrer. Doch letzten Endes geht es um die Sicherung der Geldtöpfe. In touristisch attraktiven Metropolen sind Taxi-Unternehmen eine Wirtschaftsmacht. Nicht umsonst wurde in Hamburg die Wirtschaftsbehörde aktiv und legte Wundercar an die kurze Leine. Solange die Taxidienste 2.0 nicht belegen können, dass auch sie wirtschaftlich relevant sein können, hat die Taxilobby noch die besseren Karten.


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