Xiaomi will SIM und microSD kombinieren – eine Lösung für den Hybrid-Slot?

SIM oder microSD – oder bald weder noch?
SIM oder microSD – oder bald weder noch?(© 2020 Getty Images)

Wer ein Handy mit Hybrid-Slot besitzt, kennt das Problem: Nutzt ihr SIM und microSD-Speicherkarte gleichzeitig, fällt der Platz für die zweite SIM-Karte weg. Xiaomi arbeitet an einem Patent, das SIM und microSD kombiniert. Bringt das die Lösung?

Im letzten Jahr präsentierte die Ziguang Company laut IT Home bereits eine ähnliche Idee: Eine 5G-unterstützende Super-SIM, die gleichzeitig als SIM-Karte und Speicherkarte dient. Xiaomis neues Patent sieht diesem Modell sehr ähnlich und zeigt eine Karte mit Speicherfunktion auf der Front und einer SIM-Funktion auf der Rückseite.

Mit herkömmlichen SIM-Karten- oder Hybrid-Slots dürfte diese Karte also nicht funktionieren, da hier beide Kartentypen mit den Kontakten in eine Richtung eingelegt werden. Das wiederum legt nahe, dass Xiaomis neues Patent nur in Xiaomi- oder Redmi-Smartphones zum Einsatz kommen wird. Vorausgesetzt, der chinesische Elektronik-Hersteller setzt dieses Patent überhaupt in die Praxis um – und die Mobilfunkanbieter müssten letztlich auch mitmachen.

Warum entwickeln Hersteller überhaupt neue SIM-Karten?

Der Trend geht zu immer größeren Smartphone-Displays, die Handys selbst sollen dabei aber handlich bleiben. Auch die Kameramodule werden durch zusätzliche Linsen immer ausladender.

Seit der 5G-Einführung und Wi-Fi 6 können wir große Datenmengen rasend schnell aus dem Internet herunterladen. Eine Erweiterungsmöglichkeit des internen Speichers muss also auch noch her, denn selbst auf einem 256 GB Flash-Speicher wird es bei einer mittelgroßen Filmsammlung schon mal eng.

Und dann wollt ihr mit dem Handy auch noch Telefonieren, SMS schreiben und mobil surfen. Es braucht also einen Slot für SIM-Karten, bestenfalls zwei: Schließlich sollen Berufliches und Privates gerne getrennt bleiben. 

Viele Funktionen = viele Module = Platzproblem

Unsere Wünsche stellen die Hersteller vor eine große Herausforderung, denn jedes zusätzliche Smartphone-Modul benötigt Platz. In den vergangenen Jahren machten die Hersteller die SIM-Karten immer kleiner, um Platz zu schaffen. So sind wir von der Standard-SIM zur Micro- und schließlich zur Nano-SIM gekommen.

Mittlerweile haben die meisten Smartphones herstellerübergreifend mindestens einen Hybrid-Slot, der euch allerdings zur Entscheidung nötigt. Entweder den internen Speicher erweitern oder eine zweite SIM-Karte einlegen – beides geht beim Hybrid-Slot nicht.

Neue Lösungen in Sicht?

Mit Samsungs Smartwatch Gear S2, der Apple Watch Cellular 3 und den neueren iPhones hielt eine neue praktikable Lösung Einzug: Die embeddedSim, auch eSim genannt. Die technisch platzsparende Lösung macht eine physische SIM-Karte überflüssig. Wenn euer Mobilfunkanbieter das zulässt, könnt ihr die notwendigen Informationen oft einfach per QR-Code oder anderer Verifikations-Methoden auf euer Smartphone bringen.

Da auch die internen Speicher immer größer werden und viele Nutzer ihre Daten ohnehin in der Cloud ablegen, kommen zukünftig vermutlich immer mehr Smartphones ganz ohne SIM- oder Speicherkartenslot aus. Damit könnte auch das neue Xiaomi-Patent hinfällig werden.

Was sagt ihr zu dem Xiaomi-Patent und welche Sim- und Speicherkarten-Lösung findet ihr am besten? Schreibt uns via Facebook oder unter Redaktion@Curved.de.


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