AfterShokz Trekz Titanium im Test: die Knochen-Kopfhörer

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Die Trekz Titanium stecken nicht im Ohr, sondern sitzen auf den Knochen.
Die Trekz Titanium stecken nicht im Ohr, sondern sitzen auf den Knochen.(© 2016 CURVED)

Diese Kopfhörer sind anders: Die Trekz Titanium stecken nicht im Ohr, sondern schicken den Sound über Eure Knochen zu den Ohren. Größter Vorteil der "Bone Conduction" genannten Technologie: Ihr könnt die Umgebung weiterhin hören. Wie sinnvoll das in der Praxis ist, erfahrt Ihr in unserem Test.

Bereits beim Outdoor-Smartphone Kyocera Torque kam ich mit "Bone Conduction" in Berührung. Es war schon beeindruckend, wie man seine Gesprächspartner durch den Gehörschutz hindurch hören konnte. Bei den Trekz Titanium vibriert aber kein großes Display, sondern nur die beiden "Hörer", die auf den Wangenknochen aufliegen.

Der Knochen leitet die Musik ins Ohr

Es ist im ersten Moment ein merkwürdiges Gefühl, die Trekz Titanium anzulegen. Sie stecken nicht im und sitzen auch nicht auf dem Ohr, sondern auf dem Ende des Wangenknochens direkt vor dem Ohr. Die Gehörgänge bleiben frei. Und dennoch: Sobald die Kopfhörer per Bluetooth verbunden sind und die Musik startet, hört man sie trotzdem. Es sind zwar auch kleine Lautsprecher verbaut, die Klänge werden trotzdem hauptsächlich über Vibrationen und den Knochen übertragen. Diese merkt man nicht, wenn man die Kopfhörer angelegt hat.

Es gibt definitiv viele Kopfhörer mit besserem Sound als die Trekz Titanium. Man hört und versteht zwar alles klar und deutlich – auch bei Telefonaten mit den Headset-tauglichen Kopfhörern. Aber der Klang kommt nicht satt und auch nicht raumfüllend im Ohr an. Bewegt Ihr den Kopf oder redet, ändert sich der Klang durch die Bewegung der Knochen.

Mir gefallen die Trekz Titanium trotz der bescheidenen Soundqualität sehr gut. Das liegt vor allem an ihrem Prinzip. Wenn ich Joggen gehe, höre ich zwar auch gerne Musik oder die Ansagen der Lauf-App, aber genauso gerne nehme ich die Umgebung noch akustisch wahr. Bisher ließ ich bei anderen Kopfhörern deswegen einen Stecker draußen, was aber nicht wirklich sinnvoll ist. Und das ist nur ein Beispiel. Will man doch mal die Welt akustisch ausblenden, könnte man zu den Ohropax greifen, die der Hersteller in die Packung legt.

Die Trekz Titanium sind leicht und recht angenehm zu tragen. Allerdings kann es passieren, dass die Verbindung zwischen den beiden "Hörern" im Nacken auflegt und sie sich deswegen verschieben, wenn Ihr den Kopf bewegt. Nicht aus eigener Erfahrung, aber von spontanen Testerinnen hier in der Redaktion hörte ich zudem, dass sie über langen Haaren nicht gut sitzen. Mit einem Zopf, unter den sie schlüpfen können, sah es schon deutlich besser aus.

Der Akku der nicht wasserdichten aber schweißresistenten und damit für Sport geeigneten Trekz Titanium hält nach Angaben von Aftershokz sechs Stunden. Die Kopfhörer sind aber eines der wenigen Geräte, die bei mir im Test die Angaben des Herstellers übertreffen. Ich musste ihn erst nach zwei Arbeitstagen mit mehreren kurzen Hörpausen wieder aufladen. Das dauerte per Micro-USB-Anschluss etwa zwei Stunden.

Fazit: nicht der beste Sound, aber ein cooles Gadget

Die rund 140 Euro teuren Aftershokz Trekz Titanium sind Kopfhörer für alle, die Musik hören, aber die Umgebung dabei nicht ausblenden wollen. Für diesen Zweck sind sie wunderbar. Man kann beim Radfahren noch den Straßenverkehr hören oder mitbekommen, wenn der Paket-Bote an der Haustür klingelt. Wer dagegen die Umgebungsgeräusche ausblenden oder Musik in höchster Klangqualität genießen will, muss zu anderen Kopfhörern greifen.


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