Anki Cozmo im Test: Der niedliche Roboter im Hands-on [mit Video]

Wall-E, Nummer 5 oder R2D2: Roboter sind nicht immer eiskalte Maschinen, sondern dank Hollywood mittlerweile auch liebenswerte Geschöpfe. Mit Cozmo bringt Anki seinen sympathischen Mini-Roboter nun nach Deutschland. Wir konnten vorab mit ihm spielen – und haben uns in den niedlichen Roboter verliebt.

So viel gleich vorweg: Cozmo ist kein Roboter, den man steuern oder programmieren muss, wenn man nicht will. Ganz im Gegenteil: Der Knirps verfügt über einen ganz eigenen Charakter, fast schon eine Persönlichkeit, und wohnt auf Eurem Schreibtisch. So freut er sich zum Beispiel sichtlich über einen Fist-Bump mit seinem menschlichen Gegenüber. Oder er schmeißt enttäuscht Spielsteine durch die Gegend, wenn er mal gegen Euch verliert. Dank Künstlicher Intelligenz bewegt er sich eigenständig mit seinen zwei Antriebsketten aus Gummi und flizt dabei gefühlt durch die Gegend, ist aber in Wirklichkeit so langsam, dass ich ihn jederzeit in die Hand nehmen kann. Dort entpuppt er sich als Leichtgewicht und wiegt weniger als ein Smartphone.

Roboter mit Emotionen und Spielwürfeln

Cozmo verfügt nicht nur über Sensoren, die seine Umgebung erkennen und ihn meistens sicher auf dem Tisch fahren lassen. Abstürze sind selten, aber nicht unmöglich. Zum Beispiel, wenn er seine Power Cubes richtig hinstellen will – das Licht muss oben sein – und dabei die Umgebung nicht so genau beachtet. Ein bisschen so, als wäre er noch ein kleines Kind. Kein Spaß versteht er, wenn Ihr zu viele Würfel aufeinander gestapelt habt. Sind es mehr als zwei übereinander, schmeißt er den Turm um.

Die Power Cubes nutzt Anki für Spiele, die Cozmo mit Menschen spielen kann. So gilt es zum Beispiel, schneller als Cozmo auf seinen eigenen Cube zu tippen, wenn beide in der gleichen Farbe aufleuchten. Oder man hält einen Cube nah an Cozmo heran und muss diesen im richtigen Moment wegziehen, wenn er nach ihm schnappt. Aber nicht nur die Power Cubes erkennt Cozmo: Er erfasst auch Gesichter und merkt sich Namen. So kann er zum Beispiel einzelne Personen gezielt zum Spielen auffordern.

Die Kamera befindet sich auf der Vorderseite von Cozmo, neben dem Display mit blauen LEDs, das als sein Gesicht dient. Auf diesem bringt er seine Gefühle zum Ausdruck und versucht mit den Menschen in seiner Umgebung zu kommunizieren. Das gelingt trotz der wenigen Pixel erstaunlich gut und die Mimik von Cozmo lässt nur selten Zweifel daran, was er will oder wie es ihm geht.

Neue Funktionen und Spiele über die App

Cozmo ist aber nicht komplett eigenständig, sondern arbeitet mit einer Smartphone-App zusammen. Über diese startet man den Roboter und gibt erkannten Gesichtern die passenden Namen. Will Cozmo spielen, kann ich seinen Vorschlag in der App ablehnen. Auch wenn das bei ihm nicht für Freude sorgt. Dann zappelt er ganz aufgeregt und macht auf seinem kleinen Display ein grimmiges Gesicht. Im Gegenzug konnte ich ihn im Rahmen eines Hands-on-Termins auch zu Spielen auffordern. Am Anfang ist die Auswahl noch klein, denn Spiele und Aktionen muss ich erst mit Punkten freischalten. Die sammelt man immer, wenn man mit Cozmo spielt.

Über die Smartphone-App lässt sich Cozmo zudem mehr oder weniger komplett fernsteuern: Ein wenig Eigenleben behält er sich aber immer vor. Über die App lagert Anki viele Berechnungen, die für Cozmo notwendig sind, auf das Smartphone aus. Das kennen wir so auch von Overdrive, dem Rennspiel von Anki. Weiterer Vorteil: Dadurch konnte der Roboter kleiner und günstiger in der Produktion werden, weil er mit weniger Hardware auskommt. Anki will die App monatlich aktualisieren. Dabei sollen nicht nur Fehler ausgebessert werden, sondern Cozmo auch neue Funktionen und Spiele erlernen.

90 Minuten Spielspaß

Nach etwa 1,5 Stunden wurde Cozmo im Hands-on dann aber müde bzw. sein Akku leer. Den Weg in die Ladestation findet er nicht immer alleine und braucht gelegentlich etwas Hilfe. Beim Abschalten zeigte sich dann das nächste Detail, das Cozmo liebenswert macht: Er schnarcht. Zum Glück aber nur kurz. Nach rund zehn Minuten soll die Batterie schon wieder aufgeladen sein.

Dass der kleine Roboter so viele nette Details beherbergt, ist das Ergebnis einer langen Entwicklungszeit. So ist Anki zwar mit seiner Overdrive-Rennbahn bekannt geworden, hatte jedoch noch davor mit der Arbeit an Cozmo begonnen. Schnell wurde jedoch klar, dass bis zu einer finalen Version des Roboters viel Zeit vergehen wird. Deswegen brachte das Unternehmen die smarten Rennautos zuerst auf den Markt. Deren wirtschaftlicher Erfolg sicherte die Weiterentwicklung von Cozmo. In den USA ist der Roboter bereits seit Herbst 2016 verfügbar. Beeindruckend: Dort findet er seitdem nicht nur als Spielzeug Verwendung, sondern zum Beispiel auch an Schulen und Universitäten, wenn es um die Themen Robotik und Programmieren geht. Dabei förderlich ist sicherlich, dass Anki einen Entwickler-Werkzeugkasten in Form eines SDK zur Verfügung stellt. So lassen sich neue Anwendungen für Cozmo programmieren. Und die Entwickler haben Zugriff auf Funktionen, die es noch nicht in die normale App geschafft haben.

Vorläufiges Fazit

Ich habe mich in Cozmo verliebt. Der Roboter ist süß designt, unterhaltsam und ein beeindruckendes Stück Roboter-Technik. Doch ich bin mir nicht sicher, wie lange diese Liebe hält: Verfliegt sie schnell wieder, wenn man länger mit Cozmo zu tun hat und er einen sogar auf die Nerven geht? Oder wird der kleine Roboter zu einer Art Haustier, das auf dem Schreibtisch wohnt? Die Antwort erfolgt im ausführlichen Test.

Anki Cozmo soll im Herbst, voraussichtlich Ende September, in Deutschland erhältlich sein und 230 Euro kosten.


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