Das iPhone X im ausführlichen Test

Herrje, was war das für ein wilder Ritt! Von den allerersten Leaks eines grundlegend neu designten Smartphones von Apple, zur Vorstellung im nagelneuen Steve Jobs Theater, über die vielen Berichte um Probleme bei der Produktion und ein knappes Angebot zum Release bis zu dem Zeitpunkt, an dem man es nun in den Händen hält: das iPhone X. Doch was taugt Face ID? Ist das Display besser? Und lohnt sich der Aufpreis? Wir haben Apples Jubiläumssmartphone für Euch auf Herz und Nieren getestet.

So viel vorweg: Die Erwartungen – meine eigenen, aber auch die der Apple-Community – waren und sind verdammt hoch. Es ist das meisterwartete iPhone seit, ja seit wann eigentlich? Seit dem allerersten Apple-Smartphone. Deswegen bringt der Konzern aus Cupertino es auch zum zehnjährigen Jubiläum. Und deswegen nennt es CEO Tim Cook das “Smartphone der Zukunft”. Dabei ist es doch "nur" ein Smartphone, mag man meinen. Doch für Apple ist es viel mehr: Seit der Vorstellung des allerersten iPhones hat sich der Konzern grundlegend gewandelt. Damals in erster Linie bekannt für seine Macs, ist Apple mittlerweile zu großen Teilen eine iPhone-Company. Die Smartphone-Sparte macht 50 bis 70 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Das iPhone X ist somit auch eine riesige Wette auf die Zukunft. Des iPhones, aber auch von Apple. Da bleibt kein Raum für Fehler.

Look & Feel

Beim Zusammenbau scheint man schon mal keine Fehler gemacht zu haben. Die Übergänge zwischen den abgerundeten Kanten des nahezu randlosen Bildschirms und dem neuen Edelstahlband ist absolut sauber. Da wiesen anderen Highend-Smartphones aus 2017 schon mehr Ecken und Kanten auf. Nahtlos geht das Edelstahl auf der Rückseite wieder in Glas über. Das wurde, wie auch beim iPhone 8 und 8 Plus, mit einer ölabweisenden Schicht veredelt. Die eliminiert Fingerabdrücke nicht vollständig, aber lässt die Rückseite sehr viel weniger verschmieren. Bei unserem Testgerät, einem iPhone X in Silber, sind die Fingerabdrücke aufgrund der sehr hellen Rückseite sowieso nur bei wenig Licht und im spitzen Winkel erkennbar.

Auffälligstes Merkmal auf der Rückseite ist die Dualkamera, die Apple nun vertikal positioniert hat. Das war weniger eine Designentscheidung, sondern ist tatsächlich der neuen Vorderseite geschuldet. Genauer: Face ID. Weil das iPhone X nicht viel dicker ausfallen durfte als ein iPhone 8 Plus, aber die Leiste aus Kameras, einem Projektor und Sensoren auf der Front der Dualkamera auf der Rückseite den Platz streitig gemacht haben, ordneten Apples Ingenieure die Weitwinkel- und Telelinse untereinander an.

Ein handliches iPhone mit großem Display

Damit man ein Gefühl für die Maße bekommt: Das iPhone X ist 7,7 Millimeter dick. Das iPhone 8 kommt auf 7,3 und das iPhone 8 Plus auf 7,5 Millimeter. Dafür ist das X fast so kompakt wie das iPhone 8, das 138,4 x 67,3 Millimeter misst, aber nur ein 4,7 Zoll großes Display beherbergt. Zum Vergleich: Das iPhone X bringt auf 143,6 x 70,9 Millimetern ein 5,8 Zoll großes Display unter. Dagegen wirkt ein iPhone 8 Plus mit 5,5 Zoll, aber 158.4 x 78.1 schon gigantisch. Zumal das Plus-Smartphone auf 202 Gramm kommt, während das iPhone X nur 174 Gramm auf die Waage bringt. Und diesen Unterschied merkt man deutlich: Das X fühlt sich um Längen kompakter an, bietet im Vergleich das größte Display und lässt sich aufgrund des geringeren Gewichts länger in einer Hand halten.

Damit man so viel Display auf so wenig Fläche unterbringen kann, hat sich Apple auf der Vorderseite von dem Look verabschiedet, den man einst mit dem iPhone 6 und 6 Plus eingeführt hatte: breite Ränder unten und oben mit genug Platz für die Selfiekamera, den Lautsprecher, einen Ambientlight-Sensor sowie den Homebutton. Nicht nur streicht Apple beim X den Button, sondern dampft auch die Ränder massiv ein. Unterbrochen wird der fast randlose Look nur von der "Notch", einer Kamera- und Sensorenleiste für für die Gesichtserkennung Face ID. Diese ist aber so schwarz gehalten, dass man die einzelnen Bauteile mit dem bloßen Auge kaum erkennt.

Edler Stahl statt mattem Alu

Und weil Nutzer immer wieder kritisiert haben, dass Apple nur bei den spacegrauen bzw. schwarzen iPhones die Vorderseite Schwarz einfärbt, sei noch erwähnt: Auch beim Silber-Modell des iPhone X ist der schmale Rand auf der Vorderseite nun Schwarz eingefärbt. Das sorgt im ausgeschalteten Zustand für einen cleaneren Look, stört aber auch bei angeschaltetem Display weniger das Auge.

Damit das iPhone X, vor allem in der dunklen Ausführung, nicht als komplett schwarzer Block auf dem Tisch liegt, unterbricht ein glänzend poliertes Edelstahlband das Glas auf Vorder- und Rückseite. Das sieht meiner Meinung nach hochwertig aus und liegt aufgrund der Oberflächenstruktur sogar besser in der Hand als die mattierten Aluminiumrahmen beim iPhone 8 und 8 Plus. Allerdings habe ich noch so meine Bedenken, ob das Edelstahl auch nach ein paar Wochen immer noch so glänzend strahlt. Apple spricht hier zumindest von chirurgischer Qualität, wonach es weniger anfällig für Kratzer sein soll.

Das Display

Zum ersten Mal verbaut Apple ein OLED-Display in einem iPhone. Bislang hatte man die LCD-Technologie auch bei den iPads bis ultimo ausgereizt. OLED ermöglicht aber noch bessere Schwarzwerte und damit verbunden eine noch bessere Farbdarstellung sowie bessere Kontraste und stabilere Blickwinkel. Kurzum: OLED ist die Zukunft – und wird von Samsung schon seit Jahren in Smartphones verbaut. So verwundert es nicht, dass Apple sich für die Koreaner als Zulieferer entschied. Allerdings schätzte ich die iPhone-Displays für ihre relativ natürliche Farbabstimmung, während etwa die AMOLED-Displays der Galaxy-Reihe knackscharf, aber auch immer vergleichsweise knallig eingestellt sind.

Wem es ähnlich geht, den kann ich beruhigen: Das Display des X wirkt auf mich nicht poppiger als das des iPhone 8 (Plus), allerdings ein wenig wärmer (ob mit oder ohne aktiviertes TrueTone). Hält man beide Smartphones bei maximaler Helligkeit nebeneinander, so strahlt ein iPhone 8 gefühlt noch eine Ecke heller, allerdings liefert der Bildschirm des X mehr Kontrast. Ich kann in sehr hellen und sehr dunklen Bildbereichen mehr Details ausmachen. Dass das X-Display Inhalte über die Maßen schärfer darstellt als das iPhone 8 (Plus), lässt sich mit bloßem Auge kaum erkennen. Allerdings ist die Pixeldichte (458 ppi) aufgrund der höheren Auflösung von 1125 x 2436 deutlich höher als bei einem iPhone 8 (326 ppi) oder iPhone 8 Plus (401 ppi), liegt aber noch leicht hinter einem Galaxy S8 mit 570 ppi auf ebenfalls 5,8 Zoll.

Die Krux mit den Apps

Was ist allerdings noch viel zu häufig ausmachen konnte, und das wird den vielen Vorbestellern genauso ergehen: sehr oft noch fette Ränder in Apps. Hier sind die Entwickler nun in der Pflicht, ihre Software an die neuen (Bildschirm-)Verhältnisse anzupassen. Wohlgemerkt: Das iPhone X ist nicht das erste Smartphone im Jahr 2017 mit einem 18:9-Bildschirm. Auch ein Galaxy S8 oder ein Mate 10 Pro stehen vor dem Problem, auf 16:9 optimierte Inhalte bildschirmfüllend darzustellen. Das Galaxy-Smartphone erlaubt einen systemübergreifenden Zoom, der wiederum das Bild beschneidet. Das Mate 10 Pro zeigte im Test auch oft Balken an. Beim X ist es nicht anders. So schauen systemeigene Apps wie Safari auf dem großen Bildschirm toll aus. Auch Instagram hat seine App bereits angepasst. Bei Netflix und YouTube wiederum kann ich durch Doppeltippen oder per Multitouch das Bild aufziehen. Doch bei Spielen wie Real Racing, Alto's Adventure oder auch einem im App Store prominent platzierten "Nihilumbra" müsst Ihr Euch auf daumenbreite Balken links und rechts einstellen. Das trübt die Freude über die neue Randlosigkeit dann doch. Early Adopter müssen das schlicht in Kauf nehmen.

Die “Notch”

Wer Display und Rand sagt, der muss im Falle des iPhone X auch "Notch" sagen. Damit gemeint ist Bereich am oberen Displayrand, in dem die Technik für die Gesichtserkennung mit Face ID untergebracht ist. Apple geht einen Schritt weiter oder vielleicht eher in eine andere Richtung. Face ID ist der Gesichtserkennung des Galaxy S8 im Ansatz ähnlich, technisch aber komplexer aufgebaut. Wie bereits Microsoft mit der Xbox Kinect setzt auch Apple auf eine Anordnung mehrerer Sensoren für die 3D-Wahrnehmung, die unterschiedliche Aufgaben erfüllen. Apple nennt dieses spezielle Kamerasystem "TrueDepth". Dazu gehören eine Infrarotkamera, ein Punktprojektor und ein Infrarotleuchter. Im Zusammenspiel dieser drei Sensoren mit dem neuen A11-Bionic-Chipsatz ist das iPhone X in der Lage, das Gesicht des Besitzers dreidimensional zu erkennen. Pro Gerät lässt sich dabei nur ein Gesicht registrieren.

Face ID

Wie gut funktioniert die Gesichtserkennung?

Wer sich für die technische Funktionsweise interessiert, dem sei Alex' umfangreicher Artikel zum Thema wärmstens ans Herz gelegt. Für alle, die sich fragen, was mit den Gesichtsscans passiert und wie Apple das System gegen unbefugte Zugriffe absichert: An anderer Stelle habe ich mich auch schon mit dem Thema Datenschutz und Sicherheit bei Face ID befasst.

In diesem Test soll es vor allem darum gehen, wie gut das System funktioniert. Im Rahmen dieses Tests habe ich das iPhone X mit meinem Gesicht rund 1000 Mal entsperrt. Dabei hat Face ID zehnmal den Zugriff verweigert. Getestet habe ich die Gesichtserkennung im Freien bei "bestem" Hamburger Herbstwetter,  im hell erleuchteten Videostudio, in unserer stockdusteren Tonkabine, aber auch zu Hause bei mäßiger Beleuchtung auf der Couch. Wann Face ID wirklich Probleme bekommt bzw. unter welchen Umständen es nicht so zuverlässig entsperrt, ließ sich für mich nicht ableiten. Beeindruckend fand ich, dass es im hellen Studio genauso zügig funktionierte wie in der dunklen Tonkabine, in der mein Gesicht nur vom Display angeleuchtet wurde, das noch nicht mal mit maximaler Helligkeit strahlte. Und auch nach Tests im Schlafzimmer kann ich bestätigten: Face ID funktioniert im Dunkeln. Ob die Kombo aus Kameras und Sensoren aber bei übermäßig viel Licht Probleme macht, wie es einige Tester behaupten, das werde ich erst nächste Woche im Urlaub an der portugiesischen Algarve ausprobieren können. Zumindest im hell erleuchteten Videostudio kam Face ID nicht ins Schwitzen.

Schade finde ich, dass man derzeit nur ein Gesicht mit Face ID verknüpfen kann. Über Touch ID konnte ich mehr als fünf Fingerabdrücke abspeichern und damit theoretisch der ganzen Familie schnellen Zugriff auf ein Gerät gewähren. Und natürlich gibt es weiterhin die Möglichkeit, einen Passcode einzugeben. Dennoch würde ich mir wünschen, mehr Personen könnten Face ID auf einem Gerät nutzen. Denn die Einrichtung ist sehr einfach gehalten: Zweimal hintereinander mit der Nase einen Kreis in die Luft zeichnen vor der Frontkamera, das war's.

Animojis: ein tierischer Spaß

Während etwa Sony für seine Frontkamera mit einem Gesichtscanner einen relativ wissenschaftlichen Ansatz wählte, hat Apple sich einen spielerischen Ansatz überlegt. In iMessage könnt Ihr Gesicht von Tieren, Robotern und Aliens in Echtzeit mit Eurer eigenen Mimik animieren. In zehnsekündigen Clips lässt sich zudem noch die eigene Stimme darunterlegen. Anschließend kann man die Clips per iMessage verschicken oder auf dem Gerät abspeichern und als Videoclips auch über andere Messenger verschicken.

Das funktioniert im Dunkeln mit Face ID ebenso gut wie im Hellen. Und die knuffigen Clips sorgen für jede Menge Lacher. Ob man sie auch dauerhaft benutzen wird, mag ich mal bezweifeln. Aber letzten Endes sind sie erstmal eine Demo dessen, was denn mit Face ID so geht. Snapchat, Instagram und Co. werden schließlich ihre Gesichtserkennung für all die Augmented-Reality-Masken anpassen und somit noch realistischere Spielereien ermöglichen.

Die Kamera

Porträt-Selfie

Für mich neben der Entsperrung der sinnvollste Einsatz für Face ID ist allerdings der neue Selfie-Modus. Genauer: der Portrait-Selfie-Modus. Damit gelingen, gelinde gesagt, schönere Selfies. Weil die Face-ID-Technik dreidimensional Bilddaten sammeln kann, weiß das iPhone X, wo Euer Gesicht aufhört und wo der Rest des Bildes anfängt. Der wird dann entsprechend unscharf gestellt, wodurch Euer Gesicht wiederum in den Fokus rückt. Der Effekt erinnert, wie schon der normale Porträtmodus der rückseitigen Dualkamera an den Look hochwertiger Spiegelreflexkameras. Aber seht selbst.

Bessere Fotos bei wenig Licht

Im Test produzierte die Dualkamera zudem sichtbar bessere Fotos bei schlechten Lichtverhältnissen – vorausgesetzt, man verwendet den Zoom. Denn die Telelinse lässt mit einer Blende von f/2.4 ein wenig mehr Licht durch als die im iPhone 8 Plus. Ohne Zoom waren keine Unterschiede zum 8er auszumachen.

4K-Videos mit 60 fps wie beim iPhone 8 (Plus)

Auch für bewegte Bilder greift das iPhone 8 Plus auf den ISP zurück, um die Bildbereiche in Echtzeit zu analysieren. Stichwort: Machine Learning. Dem Chip wurde beigebracht, etwa Gras oder Himmel oder Wasser zu erkennen und das Bild entsprechend zu optimieren. Dass es einen Unterschied macht, ob 4K-Videos mit 30 oder 60 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden, versteht sich von selbst. Damit lässt das 8 Plus auch das Galaxy S8+ sowie das Note 8 hinter sich. Das folgende Video haben wir komplett auf einem iPhone 8 Plus gefilmt, dessen Videoqualitäten identisch mit denen des X sind.

Das sagen unsere Mediengestalter: "Es ist echtes 4K, nichts Interpoliertes. Somit lässt sich etwa für Full-HD-Videos verlustfrei in das Material reinzoomen. Weil Apple die Kamera-App maximal minimalistisch hält, kann man die Belichtungszeit und ISO-Werte nicht anpassen. So lässt sich ein Rauschen in besonders dunklen Bildbereichen nicht vermeiden. Das Bild ist ingesamt knackscharf, Oberflächen brennen nicht aus oder wirken verwaschen. Allerdings hat die Bildstabilisierung zu kämpfen, wenn man etwa eine Treppe runterläuft. Dann arbeitet die Software 'dagegen', wodurch das Bild etwas wacklig ist."

Das ist aber Jammern auf hohem Niveau. Denn aus der Hand gefilmtes 4K-Material schaut insgesamt farbtreu und superscharf aus.

Die weitere Hardware

Das schnellste Smartphone der Welt

Den schnellen Chipsatz A11 Bionic teilt sich das iPhone X mit dem iPhone 8 und 8 Plus. Falls Ihr unseren Test der 8er-Generation nicht mehr vor Augen habt: In dem Sechskerner kümmern sich zwei High-Performance-Kerne um rechenintensive Aufgaben. Vier weitere Kerne takten geringer, arbeiten dafür aber stromsparender. Die Konsequenz: Laut Apple ermöglicht ein neuer "Performance-Controller", alle sechs Kerne gleichzeitig einzuspannen und damit bis zu 70 Prozent (im Vergleich zum A10) mehr Leistung zu liefern.

In Benchmarks weit vor der Android-Konkurrenz

Lassen wir mal Zahlen sprechen: 234.018 Punkte im Antutu. Das ist nochmal deutlich schneller als ein iPhone 8 Plus, das auf 222.361 Punkte kam. Zum Vergleich: Das OnePlus 5 schafft 181.042, das HTC U11 wiederum 179.883, das Galaxy S8+ immerhin 172.711 Punkte. Und bei Geekbench? 4253 Punkte (4238 waren es beim iPhone 8 Plus) im Single-Core (S8: 2009 Punkte, OnePlus 5: 1944, S8+: 1934 Punkte, Huawei P10 Plus: 1886 Punkte). Im Multicore kommt das X auf 10235 Punkte (S8: 6766, OnePlus 5: 6752, S8+: 6409, Huawei P10 Plus: 5974 Punkte). Mit anderen Worten: Das neue iPhone ist mit weitem Abstand das schnellste Smartphone am Markt.

Akku: lädt wahlweise kabellos...

Wie auch bei den 8er-iPhones ermöglicht die Glasrückseite nun kabelloses Laden. Das funktionierte im Test auch problemlos. Auflegen, fertig. Wohlgemerkt: Die Batterie lädt ohne die Kabelverbindung etwas langsamer: 30 Minuten bringen rund 15 Prozent, nach einer Stunde sind es 35 Prozent. Vollgeladen ist die Batterie kabellos nach rund zweieinhalb Stunden.

...oder schnell

Die Akkulaufzeit ist indes nicht so hoch wie beim iPhone 8 Plus. Kein Wunder: Das Display ist größer, die verbaute Batterie aber kleiner (2716 gegenüber 2691 mAh). So kam ich im Test locker über einen Tag intensiver Nutzung, den zweiten halben Tag schaffte ich mit einer Ladung aber nicht. So kam ich mit dem X noch bis zum nächsten Morgen, dann musste es aber auch fix an die Ladestation, bevor ihm zum Mittag hin der Saft ausgeht.

Wer zwischendurch nicht viel Zeit hat, der kann den Akku aber mittlerweile schnellladen. Wir erinnern uns: Schon das iPhone 6 ließ sich fixer  laden, wenn man statt des mitgelieferten Netzteils das iPad-Netzteil mit 12 Watt Leistung benutzte. Beim iPhone 8 (Plus) und X wiederholt Apple den Trick und macht ihn offiziell: Wenn Ihr ein zusätzliches Kabel und ein Netzteil kauft, könnt Ihr die Geräte in 30 Minuten zu 50 Prozent aufladen. Im Lieferumfang enthalten ist nur ein Standard-Ladeadapter.

Der Produkttext von Apples separat angebotenem USB-C-auf-Lightning-Kabel beschreibt die Funktion im Detail: Mit dem Kabel und einem der drei erhältlichen USB-C Power Adapter lässt sich die Schnellladefunktion von iPad Pro, iPhone 8, iPhone 8 Plus und iPhone X nutzen. Mit dem Standardzubehör, das den Smartphones beiliegt, ist das nicht möglich.

Das benötigte Kabel bietet Apple in zwei Längen an. 29 Euro werden für 1 Meter fällig. Zwei Meter kosten 39 Euro. Das USB-C-Netzteil gibt es mit 29, 61 und 87 Watt Leistung, wobei nur im Produkttext des günstigsten Modells mit 29 Watt steht, dass Apple das Zubehör zum schnellen Aufladen von iPhone 8, iPhone 8 Plus und iPhone X empfiehlt. Dieses Modell kostet bereits 59 Euro. Die übrigen Varianten für 79 und 89 Euro werden für Nutzer eines MacBook Pro mit 13- beziehungsweise 15-Zoll-Bildschirm empfohlen.

Der Sound

Schon beim iPhone 8 (Plus) fiel mir auf, dass die neue Smartphone-Generation von Apple besser und lauter tönt. Wer nun von einem 6er oder 7er wechselt und mal voll aufdreht, wird sich wundern. Die Lautsprecher im iPhone X sollen nochmal 20 Prozent lauter sein als die der Vorgänger-Generation. Lauter als ein iPhone 8 (Plus) ist das X aber nicht.

Preise und Verfügbarkeit

Das iPhone X lässt sich bereits vorbestellen und ist ab dem 3. November erhältlich. Die kleine Ausstattung des iPhone X kostet bereits 1.149 Euro, die große 1.319 Euro. Farblich habt Ihr die Wahl zwischen Silber und Space Grau.

Fazit

Die Erwartungen waren verdammt hoch. Etwas Neues musste her nach zehn Jahren iPhone und vier Jahren, in denen die Smartphones aus Cupertino immer besser wurden, aber Apple vor allem Bestehendes optimierte. Die Rufe nach einem neuen Look und mehr Wagnis wurden lauter. Mit dem iPhone X signalisiert Apple: "Wir haben (auf) Euch gehört." Und das Jubiläumssmartphone überzeugt: Der Switch zum OLED-Bildschirm sorgt für ein besseres Bild. Dank des randlosen Designs bekommen Nutzer ein größeres Display in einem handlicheren Smartphone. Mit Face ID und dem Verzicht auf Touch ID beweist Apple mal wieder Mut und setzt das Thema Gesichtserkennung in Smartphones endlich richtig um. Nicht nur der weiblichen Nutzerschaft dürfte gefallen, dass das iPhone X auch gut aussieht. Leider werden Early Adopter noch in vielen Apps von fetten Balken begrüßt, die die User-Experience trüben. Weil in dem kleinen Gehäuse mit dem großen Bildschirm schlicht kein Platz für mehr Akku war, ist das X zudem kein Dauerläufer wie das iPhone 8 Plus. Weil der Rest aber Highend ist, erklimmt das iPhone X zum Jahresende den Smartphone-Thron; mit dem höchsten Preis, aber auch dem besten Gesamtpaket.

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