Coolpad Modena 2 im Test: das charmanteste Smartphone der Welt

Das CoolPad Modena 2
Das CoolPad Modena 2(© 2016 CURVED)

Das Coolpad Modena 2 überschüttet Euch im Selfie-Modus mit Lobeshymnen und bringt mit der C-Taste eine schöne Idee für die Bedienung mit einer Hand mit. Ob das ausreicht, um ein Einsteiger-Smartphone attraktiv zu machen?

Nimmt man das Coolpad Modena 2 in die Hand, fragt man sich im ersten Moment, ob es überhaupt ein funktionsfähiges Smartphone ist. So dünn und leicht wirkt es mit seinen 143 Gramm und 7,85 Millimetern. Das Gehäuse sieht zwar nach Metall aus, ist aber doch nur Kunststoff. Doch das muss nicht schlecht sein. Gut in der Hand liegt es auf jeden Fall. Ungewohnt ist nur, dass sich der Ein-Aus-Knopf und die Lautstärke-Taste nicht auf einer Seite befinden, sondern rechts und links am Modena 2.

5,5 Zoll und nur HD-Auflösung

Der 5,5 Zoll große Bildschirm des Coolpad Modena 2 bietet nur eine HD-Auflösung. Farblich sieht das noch recht natürlich aus. Alle Inhalte lassen sich gut erkennen, aber wer schon einmal einen Touchscreen mit höherer Auflösung in der Hand hatte, wird mit dem HD-Display nicht zufrieden sein. Die Lautsprecher sind dezent unter dem Gehäuse versteckt, aber in der Praxis zu leise.

Darüber hinaus erwartet Euch ein Minimum an Hardware-Ausstattung: Der Mediatek MT6735p ist ein Mittelklasse-Chipsatz von 2015 mit vier Rechenkernen, die mit 1 Gigahertz getaktet sind, sowie dem Mali-T720-Grafikchip. Zusammen mit dem 2 Gigabyte großen Arbeitsspeicher erreicht das Coolpad Modena 2 im Antutu Benchmark dann 25.000 Punkte, bei Geekbench 4 im Single-Core-Test 456 Punkte sowie 1268 Punkte im Multi-Core-Test. Das sind vergleichsweise kleine Zahlen. Doch reicht die Hardware aus, um Android 6.0 Marshmallow und die Nutzeroberfläche flüssig laufen zu lassen. Die Ladezeiten der Apps fallen mitunter etwas länger aus, aber selbst grafisch anspruchsvollere Spiele wie Asphalt 8 lassen sich zocken.

Coolpads Nutzeroberfläche CoolUI bringt die Google-Apps und -Dienste mit – und auch ein wenig Bloatware. Öffnet man die Schnelleinstellungen durch eine Wischgeste von unten nach oben – was unter Android ungewöhnlich ist – erscheinen die Schnelleinstellungen, die nicht nur durch die Geste zum Öffnen an iOS erinnern. Wirklich praktisch finde ich die C-Taste, die Ihr in den Einstellungen aktivieren könnt. Dabei handelt es sich um eine kleine Schaltfläche, die Ihr frei an einer der beiden Seiten des Touchscreen positionieren könnt und die die Bedienung mit einer Hand deutlich einfacher macht. Mit einem Tipp auf die C-Taste öffnet sich ein Bedienfeld mit zwölf Schaltflächen zur Bedienung des Modena 2: Zurück, Ton an/aus, Neustart, Herunterfahren, Display sperren, Home, Screenshot, Menü, App-Übersicht, Wecker, Helligkeit und Display-Rotation.

Vom 16 Gigabyte großen internen Speicher sind etwa 8,5 Gigabyte für Eure Daten drei. Bei Bedarf könnt Ihr die Kapazität mit einer microSD-Karte erhöhen – dann aber nur noch eine SIM-Karte in das Dual-SIM-Smartphone einlegen. Der Akku mit 2500 mAh hielt im Test länger als ein Tag durch, schaffte aber keinen kompletten zweiten. Angesichts der eher schwachen Hardware verwundert die überdurchschnittlich lange Laufzeit nicht. Die Batterie ladet Ihr mit einem micro-USB-Kabel auf.

Acht und acht Megapixel

Ungewöhnliches erwartet Euch bei den Kameras des Coolpad Modena 2: Beide haben eine Auflösung von acht Megapixeln. Was für eine Frontkamera gut ist, ist für eine Hauptkamera auf der Rückseite doch recht wenig. Qualitativ eignen sich die Fotos für Schnappschüsse, aber nicht zum Vorzeigen in Originalgröße. Dann fällt auf, dass sie schon bei nicht mehr ganz optimaler Beleuchtung pixelig werden. Die Farben wirken flau und die Aufnahmen oft insgesamt zu dunkel. Da hilft auch der HDR-Modus nur etwas. Gleiches gilt für die Selfies. Aber bei Frontkameras gelten noch andere Maßstäbe, sodass die des Modena 2 vergleichsweise vorzeigbar sind.

Man kann, muss sich aber zum Glück nicht mit dem Beautymodus verunstalten. Er sorgt aber mit seiner oft Altersschätzung und mehr oder weniger passenden Kommentaren zur Person – ich fühle mich als "potentieller Gott" mit geschätzten Mitte 20 eigentlich recht wohl –  für den einen oder anderen Lacher und verleitet dazu, das Coolpad Modena 2 anderen Menschen vors Gesicht zu halten.

Fazit: nette Ideen machen noch kein gutes Smartphones

Da helfen nette Ideen bei der Software und ein mit Lob um sich werfender Selfie-Modus nicht viel: Das Coolpad Modena 2 ist für die gebotene Ausstattung mit 180 Euro zu teuer. Die Hardware mag nicht die schnellste sein, aber für viele Dinge noch ausreichend. Dazu kommen allerdings ein großes Display mit nur HD-Auflösung sowie eine Kamera mit gerade mal Schnappschuss-Qualität. Es bleibt dabei: Das Vernee Thor ist immer noch meine Empfehlung für ein günstiges Einsteiger-Smartphone. Es ist günstiger als das Modena 2 und bietet insgesamt ein bessere Ausstattung.


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