Im Hands-on: Stabilos Digipen lässt Euch auf jeder Oberfläche schreiben

Wohl fast jeder Deutsche hat ihn zu Hause: einen Stift von Stabilo. Auf der Consumer Eletronics Show (CES) in Las Vegas zeigt die Traditionsmarke erstmals einen Digitalstift, Projektname "Digipen", der im Gegensatz zu anderen Modellen keine spezielle Schreibunterlage mehr benötigt. Ein Hands-on.

Stabilo auf der CES? Ich musste zweimal hinschauen, um meinen Augen zu trauen, als ich den Stiftehersteller neben all den Startups für Smart Home, Fitness und Unterhaltungselektronik auf der CES Unveiled entdeckte. Denn ein Startup ist das 1855 gegründete Unternehmen mit Sitz im mittelfränkischen Heroldsberg wahrlich nicht mehr.

Das Produkt ist, wie nicht anders zu erwarten, ein Stift. Der aktuell noch Digipen heißt, was allerdings nicht sein finaler Name ist. Dieser Stylus hat eine Besonderheit, die ihn von anderen, bereits erhältlichen Produkten unterscheidet. Denn der Digipen benötigt kein spezielles Papier, das teuer nachgekauft werden muss, um Eure handschriftlichen Notizen zu digitalisieren. Tatsächlich könnt Ihr auf jedem Block Papier, Pappe oder sogar Eurer Hand schreiben.

Denn über Sensoren misst das Gadget die Druckstärke mit 4096 Druckpunkten sowie die Position und die Beschleunigung des Stiftes beim Schreiben. Habt Ihr den Digipen mit Eurer Handschrift angelernt, erkennt er also anhand von Bewegungsmustern, ob Ihr gerade ein "C" oder ein "G" schreibt.

Noch in Alpha-Phase auf der Suche nach Partnern

Aktuell befindet sich das Projekt noch in der Alpha-Phase. Der Stift versteht momentan rund 1500 Wörter, die nach dem Aufschreiben in einer App für Smartphones, Tablets und PC in digitaler Form erscheinen. Im Innern befindet sich neben einem 400 mAh großen Akku, der über einen Micro-USB-Anschluss aufgeladen wird ein Bluetooth-Modul. Sämtliche Rechenprozesse finden in der App auf dem Empfänger-Gerät statt, die die Signale zu Worten verarbeitet.

In der Praxis soll es genügen, über Bluetooth Low Energy den Stylus mit einem anderen Device zu koppeln. Anschließend kann man wie gewohnt mit der integrierten Kugelschreibermine auf Papier schreiben, während im Hintergrund alle Eingaben digitalisiert werden.

Stabilo verspricht sich von seiner Erfindung unter anderem Erfolge beim Lernen neuer Sprachen. Denn fest steht: Wer etwas schreibt, vergisst es seltener. So könnte der Stift etwa dazu dienen, Vokabeln einer Fremdsprache durch handschriftliche Notizen zu erlernen und sie parallel mit einer Sprach-App abzugleichen. Derzeit sucht man noch nach Partnern, die bei der Realisierung des Projektes bis zur Marktreife helfen.

Analog? Digital? Egal!

Mein vorläufiges Fazit: Schön, dass ein deutsches Traditionsunternehmen nicht aufhört, innovativ zu sein. Schafft es der Digital-Stabilo tatsächlich zur Marktreife, würde das Gadget ein nerviges Manko aktueller Modelle ausmerzen: das Spezialpapier, das man nachkaufen muss. Für mich würde der Stift zudem das Problem beheben, dass man heutzutage immer noch nicht gänzlich ohne handschriftliche Notizen auskommt - sich die meisten Informationen aber digitalisiert auf Computern, Smartphones, Tablets oder in der Cloud befinden. Mit dem Digipen wäre alles analog notierte automatisch digitalisiert. Dafür gibt es von mir ein großes Plus.


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