Medion Lifetab P10400 im Test: Das taugt das 199-Euro-Tablet von Aldi

Peinlich !58
Das Medion Lifetab P10400 kommt im 16:10-Format als Widescreen-Tablet
Das Medion Lifetab P10400 kommt im 16:10-Format als Widescreen-Tablet(© 2016 CURVED)

Das Medion Lifetab P10400 kostet nur 199 Euro, kommt aber mit einem großen 10,1 Zoll Full-HD-Bildschirm. Wo das Aldi-Tablet, das ab 27. Oktober in den Regalen steht, seine Stärken und Schwächen hat, haben wir getestet.

Das Lifetab kommt im 16:10-Format und bietet mit 1920x1200 Pixeln mehr als die klassische Full-HD-Auflösung (1920x1080). Dadurch ist auch die Dichte der Bildpunkte höher und das Display schärfer. Vor Kratzern und Brüchen geschützt wird es dank Corning Gorilla Glass 4. Durch die IPS-Technologie ist es zudem sehr blickwinkelstabil und zeigt kräftige Farben und gute Kontraste. Bei direkter Sonneneinstrahlung ist es allerdings schwer zu erkennen, drinnen hatten wir aber kein Problem mit der Helligkeit.

Metallgehäuse und Plastikrahmen

Je nach Geschmack könnt Ihr das Tablet mit einem grauen oder weißen Displayrahmen kaufen. Die Rückseite besteht aus Metall. Insgesamt weiß das Design zu gefallen. Kein Schnickschnack, sondern klare Linien und eine gute Verarbeitungen fallen hier auf. Der Rahmen und Powerknopf sowie Lautstärkewippe bestehen aus Plastik, sind aber stabil eingefasst.

Läuft schnell und flüssig

Im Medion-Tablet arbeitet der vierkernige Intel Atom Prozessor x5-Z8350 mit 1,92 GHz. Dazu kommen zwei Gigabyte Arbeitsspeicher. Im alltäglichen Arbeiten lief alles flüssig. Apps öffnen geht schnell und auch wenn Ihr mehrere Anwendungen offen habt und zwischen diesen hin und her wechselt, gab es keine Probleme. Spiele wie zum Beispiel das Autorennen "Asphalt 8" konnten wir auch auf hohen Grafikeinstellungen ohne Probleme zocken. Das Tablet wird auf der einen Hälfte der Rückseite dabei ein bisschen warm, aber nicht heiß. Bei AnTuTu kamen wir im Schnitt auf 66.800 Punkte.

MEDION LIFETAB P10400(© 2016 CURVED)

Der interne Speicher ist mit 32 Gigabyte (knapp 26 GB nutzbar) ein bisschen knapp bemessen. Vor allem, wenn Ihr viele Apps und auch mal Filme draufladen wollt, ist der schnell aufgebraucht. Doch zum Glück gibt es einen Slot für eine microSD-Karte. So könnt Ihr den Speicher jederzeit um bis zu 128 Gigabyte erweitern. Die Speicherkarte muss allerdings extra gekauft werden.

Auch der Akku hat uns bei dem Preis überrascht. Der Benchmark-Test "Work 2.0 battery life" von PCMark kam mit einer Mischung aus Surfen im Internet, Videoschnitt, Textverarbeitung, Fotobearbeitung auf 5:37 Stunden (mittlere Displayhelligkeit). Die tatsächliche Akkulaufzeit hängt natürlich stark von Eurer Nutzung ab, aber im normalen Betrieb mit Textverarbeitung, E-Mails, Surfen im Netz und ab und zu ein Youtube-Video hielt das Tablet knapp zehn Stunden durch. Leider dauert das Aufladen extrem lange. Das Tablet sollte also am besten nachts an den Strom.

Negativ aufgefallen ist das langsame WLAN. Hier hat Medion den Rotstift angesetzt, um den günstigen Preis zu halten, und verbaut den veralteten WLAN-Standard 802.11n, der 300 MBit pro Sekunde bietet. Zum Vergleich: Aktuell ist derzeit die Weiterentwicklung 802.11ac, welche auf Datenraten von 867 MBit pro Sekunde kommt.

Kameras mit niedriger Qualität

Ihr ahnt es schon: Bei einem Preis von 199 Euro müssen ja irgendwo Kompromisse eingegangen werden. Das ist in diesem Fall vor allem an den Kameras spürbar. Die Rückseitige nimmt Fotos und Videos mit fünf Megapixeln auf, vorne haben wir nur zwei Megapixel. Dementsprechend ist auch die Qualität für spontane Schnappschüsse oder Videotelefonie geeignet, doch die Farben werden teilweise verfälscht, das Bild rauscht und das Auslösen des Fotos dauert lange.

Vorinstallierte Apps

Das Lifetab P10400 kommt mit Android 6.0 Marshmallow und hat alle Google-Apps wie Gmail, Chrome, Maps, Youtube, Drive und Co. bereits vorinstalliert. Dazu kommen Medion "Apps", die auf den Shop verlinken, Hintergrund-Bilder ändern, eine Übersicht über die Anschlüsse am Gerät geben oder die Anleitung für das Tablet zeigen. Außerdem dabei sind Shortcuts auf die Webseiten von Aldi und den Aldi Foto-Service. Zusätzlich ist Aldi Life Music installiert, mit der Ihr von Napster Musik und Hörbücher streamen könnt.

Fazit: an den richtigen Stellen gespart

Bei einem Preis von 199 Euro muss man mit Abstrichen leben können. Medion hat diese aber geschickt versteckt, sodass das Gerät trotzdem schnell und flüssig läuft und auch die Verarbeitung nicht unter dem billigen Preis leiden musste. Wer vor allem ein Tablet braucht, um unterwegs mit einem leichten Gerät arbeiten zu können und Filme zu schauen, findet hier einen praktischen Begleiter.


Weitere Artikel zum Thema
Galaxy S7-Update belegt: Mit Nougat wird aus TouchWiz Samsung Expe­ri­ence
Samsung Experience auf dem Galaxy S7 Edge: Mit Android Nougat sagt TouchWiz offenbar Goodbye
Alles anders mit Android Nougat: In der neuesten Beta-Version für das Galaxy S7 soll die Benutzeroberfläche nicht mehr TouchWiz heißen.
Galaxy S7 Edge in Pearl Black: Samsungs Diamant­schwarz kommt im Dezem­ber
1
Das Galaxy S7 Edge in Pearl Black besitzt offenbar eine spiegelnde Oberfläche
Das Galaxy S7 Edge in Pearl Black: Samsungs Flaggschiff könnte im glänzenden Schwarz auf den Markt kommen – inklusive Speicherupgrade.
Android: App-Upda­tes sollen künf­tig mehr als 50 Prozent klei­ner sein
Christoph Groth
App-Updates unter Android sollen künftig kleiner werden
Google gibt bekannt, dass App-Updates im Schnitt künftig rund zwei Drittel kleiner sein sollen – in manchen Fällen sogar bis zu 90 Prozent.