Samsung Galaxy Tab S2 im Test: Ein Hauch von einem Tablet

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Samsung Galaxy Tab S2
Samsung Galaxy Tab S2(© 2015 CURVED)

Das Samsung Galaxy Tab S2 ist verdammt dünn. Ob bei dem schmalen Gehäuse noch Platz für Top-Technik bleibt, haben wir getestet.

Apple macht das iPad groß. Amazon macht sein Kindle Fire günstig. Und Samsung? Samsung macht sein Galaxy Tab S2 dünn. Richtig dünn. Gerade einmal 5,6 Millimeter dick ist das Gehäuse. Zum Vergleich: Das iPad Air 2 misst in der Dicke 6,1 Millimeter. Dafür wirkt das Gerät aus Südkorea im Vergleich zum Konkurrenten aus Cupertino weniger wertig: Statt Aluminium kommt, bis auf einen dünnen Metallrahmen, Kunststoff zum Einsatz. Der zieht Fingerabdrücke auf der Rückseite fast schon magisch an. Auf der Vorderseite gibt es leider optischen Einheitsbrei.

Auffällig ist nur, das Samsung den Home-Button von der langen auf die kurzen Seite verlegt. Während das erste Galaxy Tab S noch für die Nutzung im Querformat ausgelegt war, sollt Ihr das neue Gerät nun im Hochformat halten. Übrigens gibt es das Galaxy Tab S2 in zwei Ausführungen: einmal mit acht und einmal mit 9,7 Zoll großem Display. Für unseren Test stand uns die größere Variante zur Verfügung. Unterschiede zwischen beiden Modellen gibt es nur bei der Größe, dem Akku und dem Gewicht.

Der Super-AMOLED-Bildschirm löst wie beim iPad Air und dem Google Nexus 9 mit 2048 x 1536 Pixeln auf und stellt Bilder und Videos knackig scharf in brillanten Farben dar. So macht der Konsum von Inhalten aus Mediatheken, von YouTube oder aus dem Play Store richtig viel Spaß. Auch zum Lesen längerer Texte eignet sich das Galaxy Tab S2. Ich habe es zum Beispiel in der Bahn genutzt, um in Pocket gespeicherte Artikel zu lesen. Das klappte wunderbar. Sobald Ihr allerdings nach draußen geht, habt Ihr ein Problem. Denn Die Display-Helligkeit reicht bei Sonnenschein nicht aus, um auf dem Tablet vernünftig Inhalte zu konsumieren.

Das gilt auch dann, wenn man das Display minimal kippt. Denn dann tritt sofort ein unschöner Grünstich auf. Da werden Erinnerungen an das Samsung Galaxy Alpha wach, das mit der gleichen Problematik zu kämpfen hatte. Das Anschauen von Videos zu zweit macht so keinen Spaß.

Acht Kerne, acht Megapixel

Ein Exynos-5433-Prozessor mit acht Kernen treibt das Tablet an. Vier Kerne takten mit 1,9, die anderen vier mit 1,3 Gigahertz. Zusammen mit 3 Gigabyte Arbeitsspeicher sorgten sie in den Menüs für eine angenehm schnelle Bedienung. Auch die Leistung bei Spielen war in Ordnung . Grafisch aufwendigere Titel wie Batman - Arkham Origins oder Asphalt 8 konnte ich ohne Probleme spielen. Allerdings schlägt sich das merklich auf die Akkulaufzeit nieder. Zehn Minuten Rennen fahren haben mich fünf Prozent der Batterielaufzeit kostet. Verzichtet Ihr aufs Zocken, kommt Ihr mit dem 5.870-mAh-Akku auf acht bis zehn Stunden.

Glaubt man Benchmark-Tests, bewegt sich das Samsung Galaxy Tab S2 leistungstechnisch ungefähr auf dem Niveau das Nexus 9. Im AnTuTu Benchmark kommt das Samsung-Gerät auf rund 53.000 Punkte. Das Google-Tablet erreicht  57.000 Punkte. Im Geekbench 3 kann das Nexus 9 den besseren Single-Core-Score aufweisen. Beim Multi-Core-Score ist das Galaxy Tab S2 aber besser. Im echten Leben werdet Ihr aber kaum einen Unterschied feststellen.

Die Kamera auf der Rückseite löst mit acht Megapixeln auf und muss ohne Blitz aufkommen. Fotografieren bei schlechten Lichtverhältnissen fällt also flach. Für einen Schnappschuss bei Tageslicht ist sie aber gut. Und mal ehrlich: Ernsthaft fotografieren will man mit einem Tablet doch auch nicht, oder? Na also! Die Frontkamera schafft 2,1 Megapixel. Anständige Selfies kommen dabei aber nicht heraus. Dazu wirken die Bilder viel zu verwaschen. Für Videotelefonie reicht es.

Speicher, Betriebssystem und Extras

Als Speicher stehen je nach Bedarf 32 oder 64 Gigabyte zur Verfügung. Anders als bei der aktuellen Smartphone-Generation von Samsung könnt Ihr das Galaxy Tab S2 per micro-SD-Karte um 128 Gigabyte erweitern. Wer noch nicht auf Streaming-Dienste umgestiegen ist, kann also die eine oder andere MP3 mitnehmen. Ins Internet gelangt Ihr zu Hause per WLAN ac. Wer auch unterwegs mit dem Tablet surfen will, legt eine nano-SIM-Karte ein und geht per LTE online. Außerdem könnte Ihr das Gerät dank GPS und GLONASS auch als überdimensioniertes, aber immerhin leichtes Navi benutzen.

In die Home-Taste integriert Samsung einen Fingerabdruck-Sensor. Anders als bei den S6-Smartphones, erkannte der meinen Daumen aber fast nie beim ersten Versuch. Obwohl ich die Position meines Fingers nicht geändert habe, hat es dann meistens beim zweiten Versuch geklappt.

Als Betriebssystem kommt Android 5.0.2 Lollipop zum Einsatz. Darüber, Ihr kennt das ja, legt Samsung die TouchWiz-Oberfläche. Ob das Unternehmen das Tablet noch mit einem Update auf die Version 5.1 versorgt, ist nicht bekannt. Möglich (wenn auch etwas unwahrscheinlich) ist, dass sich Samsung die Arbeit schenkt und direkt ein Update auf Android 6.0 Marshmallow liefert, sobald das System auf die Oberfläche angepasst wurde.

Fazit: Nur dünn reicht nicht

Ja, das Samsung Galaxy Tab S2 ist wirklich sehr dünn. Das Samsung trotzdem noch Platz für einen Speicherkarten-Schacht gefunden hat: Respekt! Das alleine ist für mich aber noch kein Kaufgrund. Von vorn sieht das Gerät aus, wie viele andere Samsung-Tablets, hinten gibt es nur Plastik. Für einen Preis von 599 Euro (UVP) für die LTE-Version mit 32 Gigabyte ist mir das einfach zu wenig. Besonders ärgerlich finde ich aber, dass man dank LTE auch unterwegs online gehen kann, im Freien bei ungünstigem Licht aber nicht genug auf dem Display erkennen kann. Der starke Grünstich bei ungünstigen Blickwinkeln macht den guten ersten Eindruck des Display dann komplett zunichte. Schade!

Unser Instagram-Post fasst das Samsung Galaxy Tab S2 eigentlich ganz gut zusammen: "Flach und leicht, aber optisch langweilig und eine unschöne Rückseite."

Wer es edler mag, bekommt für 559 Euro ein iPad Air mit 32 Gigabyte Speicher und LTE. Einen Speicherkarten-Schacht gibt es dann aber nicht. Soll es unbedingt Android sein, lohnt sich ein Blick auf Nexus 9. Hier habt Ihr den Vorteil, dass Euch das Update auf Android 6.0 garantiert und auch sehr früh erreicht.


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