Samsung Galaxy Z Flip im Hands-On: Endlich fit für den Alltag?

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Das Z Flip ist tatsächlich ziemlich besonders.
Das Z Flip ist tatsächlich ziemlich besonders.(© 2020 CURVED)

Mit dem Galaxy Z Flip eröffnet Samsung eine neue Produktreihe – nach A, S und Note kommt nun Z und bezeichnet die faltbaren Handys des südkoreanischen Herstellers. Das Galaxy Z Flip macht jetzt den Anfang – und wir haben es beim Galaxy Unpacked mal in die Hand genommen.

Während beim Samsung Galaxy S20 im Prinzip schon alles gesagt war, war es um das Z Flip etwas ruhiger. Klar – wir haben ein "Clamshell"-Handy erwartet, also ein Foldable im Stile eines Klapphandys längst vergangener Tage. Und so ist es dann auch gekommen.

Was macht das Z Flip im Vergleich zum Galaxy Fold eigentlich anders? Wenn es nach Samsung geht, so ziemlich alles. Es soll erstens ein Smartphone zum Zusammenklappen sein, kein Tablet zum Ausklappen. Es gibt nun zwei Scharniere, die das Öffnen und Schließen deutlich geschmeidiger vonstatten gehen lassen. Außerdem ist es tatsächlich Glas, was ihr da faltet. Enorm dünnes Glas. Und auch das Display auf der Außenseite will gar nicht erst versuchen, die vollständige Funktionalität eines Smartphones zu ermöglichen.

Gemeinsamkeiten mit dem Galaxy Fold: Es lässt sich auch falten

Was gleichgeblieben ist: Der Schutz am Rand des Smartphones, der vermeiden soll, dass Staub an der Faltstelle eindringt. Und ja, es lässt sich falten. Ansonsten hat es kaum Ähnlichkeiten mit dem Fold. Beim Faltmechanismus sorgen nun kleine Fasern an den Scharnieren wie eine Art Bürste dafür, dass kein Staub eindringen kann.

Die Displaydiagonale von 6,7 Zoll im Verhältnis von 21,9:9 ist eher länglich – das wirkt einerseits schlank, andererseits bekommt ihr Filme und Serien besser aufs Display als beim Fold, dessen Seitenverhältnis eher auf Multi-Tasking als auf Streaming ausgelegt war. Im Gegensatz zum Galaxy Fold wirken die schützenden Ränder auch um einiges schlanker.

Das Galaxy Z Flip ist handlich, schlank und leicht

Das Z Fold will eine "Fashion Ikone" sein. Das Foldable kommt in Violett mit dem Namen "Purple Mirror" und in Schwarz – und ja, Samsung nennt diese Farbe tatsächlich "Black Mirror" (wer die Serie nicht kennt: absolute Empfehlung!). Beim ersten Mal, als ich das Z Flip in den Händen hielt, dachte ich gleich: "Wow, das ist echt leicht!"

Und tatsächlich ist es mit Blick aufs Datenblatt ein echtes Fliegengewicht: Gerade einmal 183 Gramm bringt das Foldable auf die Waage. Im Vergleich zum S20+ (186 Gramm) mit der gleichen Diagonale ist es zwar nur ein geringfügiger Unterschied, allerdings hat das auch keine Scharniere verbaut.

Das Galaxy Z Flip lässt sich halb aufgeklappt bedienen

Das Auf- und Zuklappen gestaltet sich jetzt um einiges geschmeidiger. Das Z Flip soll garantiert 200.000 Faltvorgänge durchhalten – faltet ihr es 100-Mal am Tag, soll es also 5 Jahre lang halten. Es gibt dabei kein "Einrasten" wie beim Fold. Es klappt eben auf und zu – dazwischen gibt es allerdings viel Spielraum, damit ihr das Smartphone auch im 90-Grad-Winkel gefaltet nutzen könnt. Und das hat seine Gründe.

Das sogenannte "Freestop"-Feature verhindert dank der beiden Scharniere das Öffnen oder Schließen des Smartphones, wenn ihr es in einem Winkel von schätzungsweise 10 Grad (also fast geschlossen) bis zu 160 Grad (fast offen) benutzen wollt. Es bleibt eben einfach in der Position. Damit könnt ihr das Smartphone zum Beispiel für Nachtaufnahmen abstellen und braucht so kein Stativ. Dann schießt der extra für das Z Flip konzipierte Nachtmodus 15 Bilder in 5 Sekunden, und bastelt sie zu einem optimal belichteten Nachtbild zusammen.

Auch für Videoanrufe ist das praktisch, denn so könnt ihr das Smartphone einfach irgendwo abstellen und freihändig mit eurem Gegenüber telefonieren. Auf der unteren Hälfte könnt ihr dann auch andere Funktionen nutzen. Allerdings müssen die App-Entwickler hier noch nachziehen: Bisher unterstützt dahingehend Google Duo das neuartige Faltkonzept. Und auch für Multi-Tasking bietet sich das an. Beim Fold konntet ihr drei Apps gleichzeitig öffnen, beim Z Flip sind es nun zwei – logisch, immerhin hat es eben nicht das Tablet-Format.

Die Kamera muss sich im Test beweisen

Bei der Kamera auf der Rückseite kommen eine 12 Megapixel Hauptlinse sowie eine 12 Megapixel Ultraweitwinkelkamera, die 123 Grad Sichtfeld aufnimmt, zum Einsatz. Das ist jetzt nicht zu vergleichen mit der 108-MP-Kamera des S20 Ultra, aber eben auch nicht das ausschlaggebende Kriterium des Z Flip. Das ist vielmehr die kaum zu schlagende Kompaktheit. Zugeklappt ist es nahezu quadratisch: 87,4 x 73,6 Millimeter hoch und breit, 17,3 Millimeter misst es in der Tiefe.

Apropos zugeklappt. Das wirklich winzige Display auf der Front ist nicht viel größer als die Aussparung für die beiden Kameras. Dennoch könnt ihr einiges damit anstellen. Nicht nur, dass es euch standardmäßig immer Uhrzeit, Akkustand und Datum anzeigt. Ihr bekommt auch Benachrichtigungen und die bekannte Symbolleiste in kompakter Form.

Selfies im Däumelinchen-Format

Darüber hinaus laufen Benachrichtigungen durch das Display, ruft ihr sie einmal auf. Wenn die App-Entwickler einmal so weit sind, könnte man sich gut vorstellen, dass die Schlagzeile einer Eilmeldung von bekannten Nachrichten-Apps einfach durchlaufen und ihr die entsprechende Meldung dann im Inneren lesen könnt.

Aber ihr könnt mit dem Mini-Display tatsächlich auch fotografieren. Und ja, mit dem fingernagelgroßen Display lassen sich tatsächlich gute Selfies machen. Ihr müsst euch zwar oben und unten ein Stück des Fotomotivs dazu denken, aber den Dreh habt ihr schnell heraus.

Harte Fakten zum Schluss – und der Preis des Galaxy Z Flip?

Beim Akku sorgen 3.300 mAh für Power, der befindet sich zweigeteilt im Gehäuse. Sowohl beim Aufladen als auch bei Benutzung soll der natürlich gleichmäßig belastet werden. Induktiv Laden ist beim Z Flip ebenfalls möglich. Nun zu den harten Fakten: Das Smartphone gibt es zwar in zwei Farben (violett und schwarz), aber sonst nur in einer Variante.

Es gibt keine 5G-Ausführung und den Speicher könnt ihr auch nicht erweitern, allerdings kann es sich sonst echt sehen lassen: Mit 256 Gigabyte internem Speicher und 8 GB Arbeitsspeicher sowie einem Snapdragon 855+ seid ihr auch in Zukunft gut gerüstet.

Allerdings könnt ihr per eSIM auch mit zwei Nummern telefonieren, ansonsten gibt es Platz für eine physische SIM-Karte. Und der Preis? 1.480 Euro müsst ihr für das neue Samsung-Foldable berappen.


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