Dünn und leicht: Sony Xperia Z3 Tablet Compact im Test

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Sony Xperia Z3 Tablet compact
Sony Xperia Z3 Tablet compact(© 2014 CURVED)

Alles hat seine Zeit: Beim Kauf vom Nexus 7 hat sich seinerzeit bei mir der Sparfuchs durchgesetzt, doch beim Xperia Z3 Tablet Compact von Sony bin ich bereit, ein paar Euro mehr zu zahlen. Das Android-Tablet ist wasserdicht, hat ein sehr gutes Display und flotte Hardware sowie in der LTE-Version auch eine Telefonfunktion. Trotzdem gibt es auch an einem Top-Gerät noch einige Dinge auszusetzen.

Das Sony Xperia Z3 Compact ist sehr dünn - 6,4 Millimeter hat der Hersteller gemessen - und mit 270 Gramm extrem leicht. Zum Vergleich: Das Nexus 9 bringt 425 Gramm auf die Waage und ist 7,95 Millimeter dick. Das Xperia wirkt ordentlich verarbeitet und ist mit Abmessungen von 21,3 x 12,3 Zentimetern kompakt genug, um mich im Alltag ständig zu begleiten und gleichzeitig groß genug, um mich auf dem Sofa zu unterhalten. Sorgen um die Stabilität beim Transport im Rucksack - für die durchschnittliche Hosentasche ist es dann doch zu groß - mache ich mir nicht, wobei man es mit genug Gewalt sicherlich auch kaputt bekommt.

Viel Kunststoff und ein wenig Aluminium

Enttäuscht bin ich vom Aluminium-Rahmen, den Sony groß anpreist. Er ist schmal gehalten und nimmt - anders als zum Beispiel beim Galaxy Alpha von Samsung - nicht mal den ganzen Rand ein. Er ist von Kunststoff eingerahmt und geht optisch unter. Zusätzlich unterbrechen ihn immer wieder Anschlüsse, Abdeckungen, Tasten und Ecken-Elemente. So vermittelt er gar nicht das "Aus einem Guss"-Gefühl wie etwa das iPad mini.

Die Rückseite des Z3 Tablets besteht aus einem leicht aufgerauten, festen und nicht gummiartigem Kunststoff. Er fühlt sich schön an und ist griffig, sodass das Tablet sicher in der Hand liegt. Das Gehäuse zeigte sich nicht anfällig für Fingerabdrücke - zumindest in der weißen Version, die wir in der Redaktion haben. Bei der schwarzen Variante könnte es jedoch anders aussehen. Dafür zeigte sich das weiße Gehäuse empfänglich für Verfärbungen: zum Beispiel beim Transport in den großen Taschen einer Baggy Jeans - und das, obwohl die Hose schon oft gewaschen wurde.

Das Gehäuse des Xperia-Tablets ist zwar wasserdicht, aber ob sich jede Verfärbung abwaschen lässt, würde ich nicht unterschreiben. Sony garantiert, dass es in 1,5 Metern Tiefe mindestens 30 Minuten lang dicht bleibt. Aber auch beim morgendlichen Frühstück, können ihm Missgeschicke mit Kaffe und Milch nichts anhaben.

Ihr könnt es also auch im Regen aus der Tasche holen oder mit in die Badewannen nehmen - wobei ich Badeschaum auf Dauer nicht für eine gute Gesellschaft halte. Allerdings lässt sich das Tablet unter Wasser nicht bedienen, da der Touchscreen dort nicht auf Berührungen durch Finger reagiert. Fallen lassen solltet Ihr das Z3 allerdings nicht, denn als stoßfest ist sein Gehäuse nicht deklariert.

Hervorragendes Display

Mit dem Display des Sony Xperia Z3 bin ich mehr als zufrieden. Die Full-HD-Auflösung mit 1920 x 1080 Pixeln sorgt auf dem acht Zoll großen Touchscreen für ein scharfes, knackiges und detailreiches Bild, auf dem die einzelnen Pixel nicht mehr zu erkennen sind. Das IPS-Display überzeugt mit großen Blickwinkeln, aber komplett spiegelfrei hat Sony den Bildschirm nicht bekommen.

Die hauseigene Triluminos-Technik von Sony soll für besonders hervorragende Farben sorgen, aber nach dem Auspacken meinte ich einen leichten Rotstich auf dem Bildschirm zu erkennen. Das ist bei Sony-Geräten weniger dramatisch, da sich der Weißabgleich in den Einstellungen zum Display von Hand anpassen lässt. Und wirklich, mit ein wenig mehr Blau und Grün wirkt der Bildschirm gleich viel farbechter.

Der große Trumpf des Displays ist aber seine Helligkeit. Sony nennt das Xperia Z3 Tablet Compact sein bisher hellstes Tablet. Tatsächlich: Der Bildschirm lässt sich sogar bei direktem Sonnenlicht noch gut erkennen. Man muss ihn höchstens ein wenig neigen, um Spiegelungen verschwinden zu lassen – und mit einem E-Ink-Display kann der Bildschirm natürlich auch nicht mithalten. Bei aller Leuchtkraft bleiben die Farben satt und kräftig und wirken nicht ausgeblichen oder verwaschen.

Flotte Hardware und vorinstallierte Apps

Sony stattet das Xperia Z3 Tablet Compact mit einem mit 2,5 Gigahertz getakteten Snapdragon 801 und drei Gigabyte Arbeitsspeicher aus. Zusammen bieten sie ordentlich Power und schaffen zum Beispiel im Antutu-Benchmark 41024 Punkte. Wichtiger ist aber, dass sowohl das installierte Android 4.4.4 Kitkat sowie die Nutzeroberfläche von Sony und auch jede App, die ich ausprobiert habe, ruckelfrei liefen und die Ladezeiten kurz ausfielen. Selbst grafisch aufwendige Spiele wie Asphalt 8 stellten bei höchster Grafikqualität kein Problem für das Tablet dar.

Sony versieht Android auf dem Z3 Tablet Compact nicht nur mit seiner Benutzeroberfläche, sondern installiert ab Werk auch mehrere Widgets und zahlreiche Apps. Darunter befinden sich Standard-Anwendungen zum Betrachten von Videos und Fotos oder Musik hören, ein Videoschnittprogramm sowie mit TrackID und TrackID TV Apps zum Erkennen von Musiktiteln und Fernsehprogrammen sowie mit TV SideView eine Universalfernbedienung für Fernseher.

Dazu kommen noch Video Unlimited von Sony und die Playstation-App, die ihre Stärken ausspielt, wenn Ihr auch eine Konsole der Japaner besitzt. Dazu kommen Drittanbieter-Programm wie OfficeSuite, AVG AntiVirus Pro und eine Testversion der Garmin-Navi-Anwendung. Ich persönlich bin ja kein Freund von vorinstallierten Programmen. Bei Sony hält sich die Anzahl aber noch in Grenzen, und auch die Nutzeroberfläche lässt sich schnell an meine Bedürfnisse anpassen. Die Drittanbieter-Apps konnte ich zudem vollständig deinstallieren.

Die Kamera hätte sich Sony sparen können

Zum Glück sind - zumindest in meinen Augen - Kameras bei Tablets nicht so wichtig, sonst würde das Xperia Z3 Tablet Compact hier viele Minuspunkte sammeln. Die Kamera auf der Rückseite ist am Rand der kurzen Seite mittig positioniert. Dort halte ich aber das Tablet, so dass meine Finger ständig vor der Linse landen. In einer Ecke wäre sie für mich deutlich besser zu nutzen.

Auf eine LED-Leuchte oder ein Blitzlicht verzichtet Sony, so dass die Kamera für halbwegs brauchbare Schnappschüsse auf eine gute Beleuchtung angewiesen ist. Denn insgesamt liefert die 8,1-Megapixel-Kamera keine überzeugende Bildqualität. Die Aufnahmen sind nicht besonders detailliert, und insgesamt dominiert ein roter Farbstich. Die Selfie-Kamera auf der Vorderseite mit ihren 2,2 Megapixeln reicht für Videochats aus, lädt aber nicht dazu ein, die pixeligen Fotos online zu stellen.

Die Foto-App kenne ich schon von anderen Sony-Geräten wie dem Xperia Z3 Compact. Sie bietet unter anderem einen Selbstauslöser, eine Gesichtserkennung und eine Lächel-Automatik. Wirklich interessant sind aber die vielen Aufnahmemodi oder Kamera-Apps wie Sony sie nennt.

Hier warten ein manueller Modus, in dem ich viele Belichtungseinstellungen von Hand verändere, Fotos mit Hintergrundgeräuschen, ein Schwenk-Panorama, Effektfilter, eine Multi-Kamera, mit der ein Motiv aus mehreren Perspektiven festgehalten wird und Augmented Reality-Effekte. Viel Spielkram, aber auch ein paar sinnvolle Funktionen - wenn nur die Kamera brauchbare Bilder liefern würde.

Langlebiger Akku, telefonieren und praktische Hilfen bei der Bedienung

Der Akku verfügt über eine große Kapazität von 4.500 Milliamperestunden und hielt bei normaler, nicht extensiver Nutzung, problemlos zwei Tage durch - und hatte immer noch 30 Prozent Ladestand. Zusätzlich bietet Sony drei verschiedene Energiesparmodi an, mit denen Ihr Funktionen abschaltet und gleichzeitig die Laufzeit deutlich erhöht.

Mit der LTE-Version des Z3 Tablet Compact kann man auch telefonieren. Allerdings ist es mit acht Zoll zu groß, um ans Ohr gehalten zu werden. Aber es gibt ja die Freisprechfunktion und Headsets. Im Test war ich gut zu verstehen, sagte zumindest die angerufene Person. Allerdings klang sie in den Lautsprechern des Tablets nicht schön. Dabei sorgen die Boxen, die Sony auf der Vorderseite platziert hat, bei Spielen, Filmen oder Musik für einen satten Sound, der ohne Umwege an Eure Ohren gelangt und besser klingt als bei Telefonaten.

Schön finde ich die Aufweck-Funktion, die Sony seinen Geräten spendiert. Auch das Z3 Tablet Compact lässt sich durch doppeltes Tippen auf den Bildschirm aufwecken. Das ist besonders praktisch, wenn es auf einem Tisch liegt und die Einschalttaste am Rand nur unbequem zu erreichen ist.

Sehr gutes Tablet löst keine Jubelstürme aus

Sony liefert mit dem Xperia Z3 Tablet Compact ein gelungenes Android-Tablet ab. Vor allem das Display und das wasserdichte Gehäuse wissen zu gefallen. Wirklich schlecht ist nur die Kamera geraten. Ansonsten bewegt sich Sony auf einem sehr hohen Niveau, bietet aber nichts, was uns wirklich vom Hocker reißt.

Sony bietet das Xperia Z3 Tablet Compact in drei Varianten an: Das WLAN-Modell steht mit 16 oder 32 Gigabyte internen Speicher zur Auswahl, und die LTE-Version könnt Ihr nur mit 16 Gigabyte erwerben. Aber bei allen Versionen lässt sich der interne Speicher mit einer microSD-Karte vergrößern. Schneller Blick in die Einstellungen: Android 4.4 und die vorinstallierten Apps belegen schon rund 4,8 Gigabyte des Speicherplatzes, so dass für Eure Daten rund 11,2 oder 27,2 Gigabyte zur Verfügung stehen.

Die unverbindlichen Preisempfehlungen liegen bei 379, 429 und 479 Euro. Damit ist es ähnlich teuer wie das iPad mini 3 und deutlich teurer als das iPad mini 2, das mein aktueller Tipp in der iOS-Welt ist. Im Android-Kosmos bieten sich das ähnliche teure und etwas größere Nexus 9 sowie das nur halb so teure Asus Memopad 7 ME572 an - falls sich bei mir doch wieder der innere Sparfuchs durchsetzt...


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