Sony Xperia Z3 Compact: Flaggschiff-Ableger im Test

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Sony Xperia Z3 compact
Sony Xperia Z3 compact(© 2014 CURVED)

Zu jedem Top-Smartphone gibt es einen kleinen Bruder – bei Xperia Z3 ist es das Xperia Z3 Compact. Entgegen dem bisher üblichen Vorgehen hat Sony allerdings nur die Größe verändert und nicht den Rotstift bei der Ausstattung angesetzt, wie ein kurzer Blick ins Datenblatt zeigt. Wir freuen uns, endlich mal wieder ein handliches Top-Smartphone ohne riesigen Bildschirm in der Hand zu halten und schauen ganz genau hin.

Wasserdichtes Gehäuse und Hilfe bei der Bedienung

Das Xperia Z3 Compact bringt bei Abmessungen von 127 x 64,9 x 8,6 Millimetern ein Gewicht von 129 Gramm auf die Waage und wirkt für seine Größe schwer, eben wie der Name vermuten lässt, kompakt. Zu schwer zum Benutzen und mit sich Herumtragen ist es aber nicht. Das Gehäuse ist wasser- und staubdicht. Es soll in 1,5 Meter tiefen Wasser mindestens 30 Minuten dicht bleiben. So könnt Ihr mit dem Smartphone auch mal unter Wasser Fotos aufnehmen – wobei dafür kein Extra-Aufnahmemodus vorhanden ist -, und müsst Euch keine Sorgen machen, wenn es mal regnet. Eine Badewanne mit Schaum oder salziges Meerwasser sind übrigens kein idealer Ort für das Z3 Compact.

Der Touchscreen lässt sich zwar mit feuchten Fingern problemlos bedienen, unter Wasser reagiert er jedoch auf keine Berührung. Fotos sind dank der zusätzlichen Aufnahmetaste trotzdem möglich. Daneben befinden sich an der rechten Seite des Z3 Compact die Lautstärkewippe und der Einschaltknopf. Beide sind in der Mitte und nicht wie bei vielen anderen Smartphones am oberen Ende positioniert und so sehr bequem zu erreichen. Die Druckpunkte fallen deutlich aus und lassen keine Zweifel daran, dass Eure Eingabe angekommen ist.

Auf der anderen Seite des Xperia Z3 Compact befinden sich zwei Abdeckungen, die Ihr immer gut schließen müsst, damit das Gehäuse wasserdicht ist. Unter der einen befinden sich der Steckplatz für eine microSD-Karte und der Micro-USB-Anschluss, dieser ist allerdings sehr nahe an den Rand der Einbuchtung gerückt, so dass Ihr den Smartphone-Akku nicht mit jedem USB-Kabel aufladen könnt.

Unter der anderen Abdeckung befindet sich ein Schacht für die SIM-Karte sowie ein Streifen zum Herausziehen. Dieser ist mit allen vorgeschriebenen Informationen wie dem CE-Logo, der Modelbezeichnung oder dem Hinweis auf das Herstellungsland bedruckt, die sich bei vielen anderen Geräten auf der Rückseite befinden und dort das Design stören. Sony kann mit diesem kleinen Trick die Rückseite von eigenen Firmennamen, dem NFC-Logo und dem Xperia-Schriftzug einfarbig lassen, was das Z3 Compact edler wirken lässt.

Praktisch bei der Bedienung finde ich die Option, dass ihr das Z3 Compact mit einem Doppel-Tipp auf das Display einschalten kann. Das ist besonders hilfereich, wenn das Smartphone auf einem Tisch legt und Ihr nicht wie bei anderen Geräten an die Seite greifen müsst, um eine Taste zu drücken.

Ebenso hilfreich ist die intelligente Anrufverwaltung. Klingelt das Handy, müsst Ihr es nur mit der Hand ans Ohr nehmen, um den Anruf anzunehmen. Wollt Ihr ihn ablehnen, reicht es, das Smartphone zu schütteln, und wenn Ihr es mit der Vorderseite nach unten hinlegt, schaltet Ihr den Klingelton stumm.

Die Lautsprecher befinden sich auf der Vorderseite und sorgen so dafür, dass der Ton ohne Umwege direkt an Eure Ohren gelangt. Er klingt so nicht nur besser, sondern Ihr könnt auch die Lautstärke reduzieren und müsst Eure Umgebung weniger beschallen.

HD-Display und flotte Hardware

Das Display vom Xperia Z3 Compact ist 4,6 Zoll groß und verfügt über eine HD-Auflösung von 1280 x 720 Pixeln, die bei Bildschirmen dieser Größe momentan üblich ist. Solange Ihr kein 5-Zoll-Smartphone mit Full-HD-Display daneben haltet, sieht der Touchscreen des kleinen Z3 für sich genommen schön aus. Er leuchtet kräftig, aber die Farben wirken nicht unnatürlich.

Die Blickwinkel sind sehr groß, Spiegelungen treten kaum auf und stören nicht. Selbst bei Sonnenlicht im Freien lassen sich die Inhalte gut erkennen - außer, die Sonne direkt auf den Bildschirm scheint. Schaut man sehr genau hin, sind bei Buchstaben an den Rändern leichte Unschärfen zu erkennen, die bei einem typischen Abstand von 30 bis 40 Zentimetern zu den Augen aber nicht mehr auffallen.

Im Inneren des Z3 Compact arbeitet ein mit 2,5 Gigahertz getakteter Snapdragon 801-Prozessor mit vier Rechenkernen. Ihm zur Seite stehen ein zwei Gigabyte große Arbeitsspeicher und zusammen sorgen sie dafür, dass die installierte Software und alle erdenklichen Apps flüssig laufen. Im Antutu-Benchmark reicht es für 43.701 Punkte und bei Spiele wie Asphalt 8 laufen ohne Ruckeln bei höchster Grafikeinstellung.

Der interne Speicher ist mit 16 Gigabyte ausreichend bemessen, fällt aber nicht großzügig aus. Rund vier Gigabyte sind zudem bereits vom Betriebssystem belegt. Immerhin könnt Ihr ihn mit einer MicroSD-Karte um bis zu 128 Gigabyte erweitern.

Android voll beladen

Mit Android 4.4.4 KitKat ist das Xperia Z3 Compact am Puls der Zeit. Sony ergänzt das Betriebssystem von Google mit einer eigenen Benutzeroberfläche und zahlreichen Apps. Dazu gehören die Verbindung zur Playstion, eigene Musikplayer, Foto- und Film-Apps, ein News-Tool, die Xperia Lounge mit exklusiven Inhalten wie Apps und Filmen für Besitzer eines Xperia-Smartphones sowie ein Movie Creator, ein Musikerkennungsprogramm, ein Fernbedienung für Euren Fernsehen und noch mehr.

Für einige Nutzer mag es bequem sein, viele Apps und Funktionen, die teilweise recht hilfreich und praktisch sind, frei Haus geliefert zu bekommen. Mich persönlich aber überkommt bei Z3 Compact der dringende Wunsch, aufzuräumen und meine gewohnte Oberfläche mit einem Apps, die sich bewährt haben, wiederherzustellen.

Kamera: Viele Megapixel und Aufnahmemodi

Die Kamera des Z3 Compact ist mit der Kamera des Z3 identisch, die wir in diesem Artikel mit anderen Top-Smartphones verglichen haben. Sie nimmt Fotos mit einer Auflösung von bis zu 20,7 Megapixeln auf und schafft bei Videos eine 4K-Auflösung. Die Bilder weisen einen leichten Rotstich auf, in der 100-Prozent-Ansicht wirken Details scharfgezeichnet. Das heißt, es sind kaum noch Kanten oder Geraden zu erkennen. Die Lichtempfindlichkeit reicht bis ISO 12.800, was aber mit einem sehr starken Bildrauschen verbunden ist. Für Schnappschüsse, die schnell ins Netz geladen werden sollen, reicht die Qualität aber allemal aus.

Apropos Schnappschüsse: Die Auslöseverzögerung ist beim X3 Compact relativ lang, sodass Ihr bei beweglichen Motiven etwas vorausschauend fotografieren müsst. Schön finde ich die extra Aufnahmetaste an der Seite des Xperia, die nur noch bei wenigen Smartphones zu finden ist. Wenn Ihr es im Querformat haltet, befindet sie sich auf der oberen Kante und ist deutlich bequemer zu erreichen als die Auslöse-Schaltfläche auf dem Display. Sie hat zwei klare Druckpunkte, so dass Ihr deutlich spürt, ob die Kamera nur fokussiert oder eine Aufnahme macht. Befindet sich das X3 Compact im Standby-Modus gelangt Ihr mit einem Druck auf den Auslöser direkt in die Kamera-App.

Sony erweitert die Kamera-Anwendungen mit zahlreichen Aufnahmemodi, die Kamera-Apps genannt werden. Neben der Automatik und einem manuellen Modus findet Ihr hier Augmented-Reality-Effekte oder nehmt Bilder mit Hintergrundunschärfe auf oder ergänzt Eure Fotos mit einem kleinen Selfie aus der 2,2-Megapixel-Frontkamera. Besonders gefallen hat mir die Timeshift-Video-Funktion. Dabei nehmt Ihr ein Video mit hoher Bildrate auf und legt im Anschluss einen Bereich fest, der in Zeitlupe abgespielt wird, während der Rest des Films in normaler Geschwindigkeit abläuft.

Akkulaufzeit und sonstiges

Der Akku des Xperia Z3 Compact verfügt über eine Kapazität von 2600 Milliamperestunden und reichte bei meiner typischen Nutzung - ich bin nicht rund um die Uhr mit meinem Smartphone online - problemlos für einen ganzen Tag aus. Bei intensiver Nutzung fällt es aber auch dem Z3 Compact schwer, Euch ohne Zwischenladung über einen ganzen Tag zu bringen.

Damit Euch aber auf den letzten Metern nicht komplett der Saft ausgeht, hat Sony dem Xperia drei Modi verpasst, die automatisch Strom sparen sollen. Der Akkuschonmodus deaktiviert bei niedrigem Akkustand weniger wichtige Funkionen, der Stamina-Modus aktiviert Energiesparfunktionen zur Verlängerung der Akkulaufzeit und der Ultra-Stamina-Modus

Ansonsten erwartet Euch beim Xperia Z3 Compact Ortung per aGPS und Glonass sowie Bluetooth 4.0, NFC und WLAN sowie ein 3,5mm-Audio-Anschluss. Ins mobile Netz geht es per UMTS und LTE, letzteres aber nicht in allen Modellen, aber angeblich allen, die in Deutschland verkauft werden.

Vergleich mit Z3

Die meisten Einträge auf dem Datenblatt des Z3 Compact sind mit dem großen Xperia Z3 identisch. Die Unterschiede bei der Größe sind offensichtlich. Das Gehäuse ist länger und breiter, aber trotzdem mit 7,3 Millimetern dünner. Dafür bringt es mit 152 Gramm etwas mehr Gewicht auf die Waage.

Das Display ist 5,2 Zoll groß und bietet eine Full-HD-Auflösung, zudem verbaut Sony im Flaggschiff drei statt nur zwei Gigabyte Arbeitsspeicher. Während die höhere Auflösung des Displays im direkten Vergleich auffällt, sorgt das zusätzliche Gigabyte RAM nicht für mehr Leistung, wie Amir in diesem Video demonstriert.

Fazit

Mit dem Xperia Z3 Compact zeigt Sony, wie die kleinen Modelle von Top-Smartphones sein sollten: Nur in der Größe geschrumpft, nicht bei der Leistung oder den Funktionen. Ich persönlich würde es mit der unverbindlichen Preisempfehlung von 499 Euro dem großen Xperia Z3, das 649 Euro kosten soll, vorziehen.


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