Ulefone Be Touch 2 im Test: Schlimmer Name, gutes Smartphone

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UleFone beTouch 2: 5,5 Zoll, flotte Hardware und Android 5.1 für 200 Euro
UleFone beTouch 2: 5,5 Zoll, flotte Hardware und Android 5.1 für 200 Euro(© 2015 CURVED)

Okay, der Name ist fürchterlich, aber: Das Ulefone Be Touch 2 ist der Beweis, dass ein gutes Smartphone nicht teuer sein muss. Für 200 Euro bekommt Ihr ein Gerät, das mit aktuellen und mehr als doppelt so teuren Flaggschiffen locker mithalten kann.

Als Tester durchlebt man mit einem Smartphone immer verschiedene Phasen. Beim Ulefone Be Touch 2 waren dies Desinteresse, Begeisterung und Ernüchterung. Das China-Smartphone traf etwas unerwartet in der Redaktion ein.

Ist das schnell

Ich nahm es dann pflichtbewusst in die Hand und ließ als erstes einen Antutu-Benchmark laufen, um seine Leistungsfähigkeit einschätzen zu kennen, denn der mit 1,7 Gigahertz getaktete Octacore-Prozessor MT6752 von Mediatek war mir spontan nicht so bekannt. Das Ergebnis des Benchmarktests überraschte mich positiv, denn Prozessor erzielte zusammen mit drei Gigabyte Arbeitsspeicher und dem Mali-T760-Grafikchip problemlos 45.000 bis 46.000 Punkte. Damit liegt er in dem Bereich, den Qualcomms aktueller Top-Chip Snapdragon 810 in aktuellen Flaggschiffen wie dem HTC One M9 oder dem Sony Xperia Z3+ - wenn er wegen der Hitzeentwicklung gedrosselt wird - oder der Snapdragon 808 im LG G4 erreicht.

In der Praxis macht sich die leistungsfähige Hardware positiv bemerkbar. Das fast in der Stock-Version installierte Android 5.1 Lollipop läuft flüssig, Apps starten schnell und bei grafisch anspruchsvollen Spielen wählt die Software die höchstmögliche Grafikeinstellung aus - ohne dass dies negative Auswirkungen auf das Spielerlebnis hätte. Trotz fast purem Android müsst Ihr auf praktische Gesten bei ausgeschaltetem Display, wie das Doppeltippen zum Einschalten des Bildschirms oder Gesten zum Einschalten der Kamera oder der Taschenlampe, nicht verzichten.

Ist das groß

Die Ernüchterung setzte dann ein, als ich mich noch weiter mit dem Ulefone Be Touch 2 beschäftigte und feststellen musste, dass auch bei ihm nicht alles perfekt ist und es viel Smartphone-Standardkost - die nicht automatisch schlecht ist - enthält.

Das Gehäuse des Be Touch 2 ist mir zu groß. Andere Smartphones mit 5,5 Zoll großen Full-HD-Displays sind da deutlich handlicher. Schaut man sich außerdem die Renderbilder auf der offiziellen Homepage des Herstellers an, fällt auf, dass das Display im Verhältnis zum Gehäuse in der Realität kleiner und die Ränder breiter sind. Da fühle ich mich getäuscht und ärgere mich darüber, dass das Be Touch 2 nicht so handlich wie das LG G4 oder Oneplus 2 ist.

Darüber hinaus erwies sich der Fingerabdrucksensor im Test als unbrauchbar. Es hat schon sehr lange gedauert, bis ich einen Finger eingescannt hatte. Anschließend hat es kein einziges Mal geklappt, das Be Touch 2 mit einem meiner Finger zu entsperren. Der Fingerabdrucksensor im OnePlus 2 war schon langsam, aber hier ist er komplett unbrauchbar. Dabei hatte ich gerade erst beim Letv Max festgestellt, wie praktisch die Technik sein kann.

Bei der Nutzung des Be Touch 2 fiel mir zudem negativ aus, dass die dritte Taste neben dem Homebutton mit Fingerabdrucksensor und der Zurücktaste nicht, wie es gewohnt bin, die Übersicht der geöffneten Apps aufruft, sondern ein Menü zur jeweiligen App anzeigt - so wie es vor Jahren unter Android üblich war.

Ist das beliebig

Die restliche Ausstattung des Ulefone Be Touch 2 ist bei genauerer Betrachtung nicht schlecht, findet sich aber so in vielen anderen Smartphones wieder. Hierzu gehören das handschmeichlerische Gehäuse mit einem Rahmen aus Aluminium und eine abnehmbaren Rückseite. Diese gibt den Blick frei auf drei Steckplätze: Zwei für SIM-Karten und einer für eine microSD-Karte, mit der Ihr den 16 Gigabyte großen internen Speicher, von dem über zwölf Gigabyte für Eure Daten zur Verfügung stehen, erweitern könnt. Zusätzlich fällt der Blick noch auf den austauschbaren Akku mit 3050 Milliamperestunden, der das Be Touch 2 bei normaler Nutzung problemlos über den Tag bringt und bei sparsamer Nutzung sogar zwei Tage durchhält. Praktisch ist seine Schnellladefunktion, die in 15 Minuten 35 Prozent der Batterie aufladen soll.

Die 13-Megapixel-Kamera mit einer Blende von f1.8 stammt von Sony und liefert für ein Smartphone eine gute durchschnittliche Bildqualität, wobei allerdings ein Rotstich zu erkennen ist. Bei guter Beleuchtung sind die Aufnahmen vorzeigbar, verlieren aber schnell an Qualität, wenn es dunkler wird. Der HDR-Effekt ist effektiv, aber dezent. Der Fokus soll Motive in 0,3 Sekunden scharf stellen, aber mein Gefühl sagt mir, dass es deutlich länger braucht. Schon fast lustig ist, dass Ulefone zufolge die Frontkamera über eine Auflösung von fünf Megapixeln verfügt. In der Realität sind sie aber acht Megapixel groß und haben einen so deutlichen Rotstich, dass sie nicht wirklich vorzeigbar sind.

Fazit: Öfters mal den Unbekannten eine Chance geben

Trotz der angesprochenen Mankos ist das Ulefone vor allem durch sein Preis-Leistung-Verhältnis attraktiv. Bei Shops wie Gearbest, der uns freundlicherweise das Testgerät zur Verfügung gestellt hat, zahlt Ihr weniger als 200 Euro für das Smartphone und bekommt dafür eine wirklich flotte Hardware, mit Android 5.1 ein aktuelle Software, ein schönes Display, das leider in einem zu großen Gehäuse steckt sowie ein durchschnittliche Kamera und eine ausreichend lange Akkulaufzeit. Es ist nicht perfekt, aber mehr als ausreichend und für mich der Beweis, dass es sich lohnt, auch einen Blick auf Smartphones von Herstellern zu werfen, die nicht zu den Großen dieser Branche zählen.


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