Faltbares iPhone: Bringt Apple auch bald ein Foldable?

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Gibt es bald ein faltbares iPhone?
Gibt es bald ein faltbares iPhone?(© 2020 Getty Images / Curved)

Während Huawei bereits mit dem Mate X, Samsung mit dem Galaxy Fold und Z Flip vorgelegt haben und auch Motorola mit dem razr lockt, übt sich Apple in puncto Foldables noch in Zurückhaltung. Oder hat das US-Unternehmen doch schon ein faltbares Smartphone in der Hinterhand?

Apple war Vorreiter in Sachen AirPods, Fingerabdruck-Scanner oder Micro-SIM. Aber wie steht es bei dem Technik-Konzern eigentlich mit der Entwicklung eines eigenen Foldables?

Offenbar will man bei Apple das Gebiet der faltbaren Smartphones nicht ganz der Konkurrenz überlassen. Am 4. Februar jedenfalls hat das Unternehmen beim United States Patent and Trademark Office ein Patent angemeldet, das einen Scharnier-Mechanismus mit beweglichen Klappen zeigt.

Jüngstes Patent gibt Hinweise auf Apple Foldable

Beim Aufklappen des Handys schieben sich die Klappen unter den Screen und stabilisieren diesen, sodass der Nutzer auf eine glatte Displayfläche schaut. Beim Zusammenklappen des Smartphones geben die Stabilisatoren den Platz für den Displayfalz automatisch wieder frei.

Theoretisch klingt das nach einem guten Weg, die bisher offenbar unvermeidbare Achillesverse der flexiblen Displays – die mangelnde Belastbarkeit – auszumerzen und Abnutzungen vorzubeugen.

Motorola beispielsweise räumte bei seinem neuen Razr sogar schon im Vorfeld ein, dass Blasen unter dem Screen nach längerer Nutzungsdauer quasi unvermeidbar wären, was ja eigentlich nicht im Sinne des Erfinders sein kann und bei uns auf wenig Gegenliebe stieß.

Wie stabil kann ein filigraner Mechanismus sein?

Praktisch stellen wir uns aber auch beim neuen Apple-Patent die Frage, wie stabil es letztendlich überhaupt sein kann. Dabei spielt weniger die Belastbarkeit des Displays eine Rolle als die des filigranen Mechanismus. Schließlich macht es wenig Sinn, eine Schwachstelle durch eine andere zu ersetzen. Aber vielleicht hat Apple für ein faltbares iPhone noch mehr in der Hinterhand.

Bereits im Oktober 2018 hatte Apple ein Patent für ein flexibles Display angemeldet, bei dem sich dieses über zwei (durch ein Scharnier verbundene) Handy-Hälften spannt und im aufgeklappten Zustand eine große Fläche bildet. Die Besonderheit: Das Scharnier lässt sich in beide Richtungen bewegen, sodass der Screen entweder im Inneren des Gehäuses eingebettet ist oder außen als Front- und Rück-Display dient.

Konzept-Video zeigt klappbares iPhone der Zukunft

Ähnliches dürfte sich das Design-Studio Antonio De Rosa (ADR) gedacht haben, als es 2019 sein Konzept für das faltbare iPhone der Zukunft in einem YouTube-Video vorstellte. Die Macher des Spots bezeichnen das faltbare iPhone als iPhone X Fold und sehen einen vollen Screen auf der Front sowie einen großen Tablet-Bildschirm zum Aufklappen. Das ähnelt dem Konzept des Galaxy Fold, nur das Display im zusammengeklappten Zustand wäre nahezu randlos.

360-Grad-Display umspannt elliptisches Gehäuse

Im Oktober 2019 sicherte sich Apple ein weiteres Patent. Der flexible Screen des Gerätes lässt sich in dieser Version allerdings nicht falten, sondern läuft als sogenanntes 360-Grad-Display rund um das elliptische Gehäuse herum und teilweise unter diesem hindurch, um versehentliche Berührungen und unabsichtliche Display-Aktionen zu vermeiden.

Ob ein solcher Screen einen echten Mehrwert gegenüber dem eines starren Bildschirms bringt, ist schwer vorzustellen – futuristisch wirkt das Design jedenfalls und als Konzept-Smartphone lassen sich sicher einige Tests durchführen.

Erstes Tablet mit Foldable-Screen kam von Royole

Wusstet ihr übrigens, dass das erste Smartphone mit einem flexiblen Display nicht etwa von einem der großen, bekannten Handy-Produzenten, sondern vom hierzulande eher unbekannten Hersteller Royole stammt?

Dieser stellte sein FlexPai Smartphone und Tablet, dessen AMOLED-Bildschirm im auseinandergeklappten Zustand 7,8 Zoll misst, bereits im Herbst 2018 vor. Zusammengefaltet trägt dieses aber ziemlich dick auf und wirkt optisch fast wie eine Brieftasche.

Sicher ist: Was Genaues weiß man nicht!

Darüber, welches seiner jüngsten Konzepte Apple in die Tat umsetzt, und ob es überhaupt in absehbarer Zeit ein klapp- oder faltbares iPhone oder iPad geben wird, schweigt sich der US-Konzern bisher beharrlich aus.

Wenn das Technologie-Unternehmen nicht den Anschluss an die Konkurrenz verpassen will, muss es sich jedenfalls sputen. Oder wartet Apple am Ende nur ab, um aus den Fehlern der anderen Hersteller zu lernen und dann mit dem perfekten Foldable aufzuwarten? Das wäre zumindest von Apple zu erwarten.


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