Handy kindersicher machen: So geht's bei iOS und Android

Wer sich ein wenig mit dem Thema Kindersicherung für Android beschäftigt, kommt um die App "Kids Place" garantiert nicht herum. Denn mit der App lässt sich auf dem Smartphone eine Art Safe-Space für Kinder schaffen und einrichten.
Wer sich ein wenig mit dem Thema Kindersicherung für Android beschäftigt, kommt um die App "Kids Place" garantiert nicht herum. Denn mit der App lässt sich auf dem Smartphone eine Art Safe-Space für Kinder schaffen und einrichten.(© 2019 Getty Images)

Wollt ihr euer Handy kindersicher machen, kann das viele Gründe haben. Immerhin gibt es nicht nur Risiken durch Trolle bei Facebook, Instagram und Co., schon die Google-Bildersuche kann nicht ganz jugendfreie Ergebnisse liefern. Doch wie richtet man eine Kindersicherung beim Handy eigentlich ein?

Noch am letzten Zipfel der Zivilisation bekommt man heute in wenigen Sekunden allerlei Inhalte aufs Smartphone oder das Tablet: Geschichten aus dem US-amerikanischen Bürgerkrieg, Rezepte für vegane Paella oder die Spielergebnisse aus der Bezirksliga Nördlicher Schwarzwald, aber ebenso wie nicht ganz jugendfreie Filme mit Titeln wie "2001 Orgien im Weltraum" oder ... – gut, lassen wir das.

Kurzum: Unter den unzähligen Inhalten, auf die wir dank Internet und Smartphone auch problemlos von unterwegs zugreifen können, sind selbstredend auch solche, die für Kinder denkbar ungeeignet sind. Hier erfahrt ihr, wie ihr einfach und auf die Schnelle euer Handy kindersicher machen könnt. 

Analog vorbeugen – und bewussten Umgang fördern

Für Eltern, die ihre Kinder mit dem Smartphone spielen oder darauf Filme gucken lassen, gibt es Initiativen, die sich als erste Anlaufstelle für die wichtigsten Fragen zum Thema lohnen, etwa "Schau hin!" oder "Deutschland sicher im Netz" (DsiN). Laut DsiN etwa sind die Anfänge des kindlichen Umgangs mit dem Smartphone ganz analoger Natur: "Fördern Sie einen bewussten Umgang mit digitalen Medien: Statt vollkommener Verbote ist es besser, Kindern Schritt für Schritt einen bewussten Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln und diesen zu stärken", schreibt das DsiN auf seiner Internetseite. Und weiter: "Vereinbaren Sie klare Regeln für die Mediennutzung: Einigen Sie sich mit Ihrem Kind auf klare Regeln, gegebenenfalls unterstützt durch einen Mediennutzungsvertrag".

Aber was, wenn Reden allein nicht hilft oder Eltern keine Lust haben, sich auf das gesprochene Wort zu verlassen? Und was, wenn man die "Förderung eines bewussten Umgangs mit dem Internet" bei seinem Kind vor lauter Fortnite-Gedaddel einfach, äh, vergessen hat?  Die gute Nachricht vorweg: Um ein Handy kindersicher zu machen, braucht man keine spezielle Software oder eine besondere App. Denn der Kinder- und Jugendschutz ist mehr oder weniger Teil des kleinen Taschencomputers – man muss die richtigen Einstellungen nur finden. In der Hinsicht vorbildlich ist Apple.

Kinder- und Jugendschutz für iOS und Android

Bei Apple braucht es nämlich nur drei Schritte, um auf die Schnelle alle Apps zu sperren, die nicht für Kinder geeignet sind. "Einstellungen" auswählen, dann über "Allgemein" das Untermenü "Einschränkungen" aufrufen. Nach der Eingabe eures Sicherheitscodes lassen sich dann nicht nur Standard-Apps blockieren, etwa iTunes oder Facetime, sondern auch Browser und Kamera. Selbstredend können auch heruntergeladene Apps, die nicht zum Standard-Repertoire bei iOS-Geräten gehören, blockiert beziehungsweise gesperrt werden. Im Menüpunkt "zulässiger Inhalt" den Unterpunkt "Apps" auswählen. Nun lassen sich zum Beispiel alle Apps sperren oder – ähnlich dem FSK-Prinzip – ein für die Apps geeignetes Mindestalter festlegen (4+, 9+, 12+ sowie 17+).

Über das Menü "Erlauben" ist es iOS-Nutzern außerdem möglich, "In-App-Käufe" und "App-Installation" zu deaktivieren. Und auch, was pornografische oder gewaltverherrlichende Webseiten angeht, lässt sich der Nachwuchs gut schützen. In der Systemsteuerung einfach "Einschränkungen", "Zulässiger Inhalt" und "Websites" auswählen. Dort "Jugendfreie Inhalte" auswählen und fertig. Ferner gibt es den Menüpunkt "Website hinzufügen". So können Eltern quasi eine individualisierte schwarze Liste von Websites erstellen, die für ihre Kinder nicht zugänglich sein sollten. Zum Beispiel die Homepage von Borussia Dortmund, weil der Papa durch und durch Schalker ist.

Bei Handys, die wiederum mit dem Android-Betriebssystem laufen, ist die Sache leider nicht ganz so einfach. Im Gegensatz zum iPhone gibt es dort beispielsweise keine standardisierten Kindersicherungen, die einfach über "Einstellungen" ausgewählt werden könnten. Um seine Kinder dennoch zu schützen, lohnt es sich daher, auf externe Apps zurückzugreifen. Zum Beispiel auf kindgerechte Suchmaschinen wie "blinde-kuh.de","fragfinn.de" oder den Konfigurator "Meine-Startseite.de". Wer die ultimative Kontrolle will, der kann auch Apps wie Qustodio oder Web Watcher nutzen. Mit solchen Apps lässt sich das Nutzungsverhalten auf einem Smartphone nämlich nicht nur überwachen, sondern auch fernsteuern. James Bond lässt grüßen.

Handy kindersicher machen: Safe-Space einrichten

Wer sich ein wenig mit dem Thema Kindersicherung für Android beschäftigt, kommt um die App "Kids Place" aber garantiert nicht herum. Denn mit der App lässt sich auf dem Smartphone eine Art Safe-Space für Kinder schaffen und einrichten.

Und so geht's: kostenlose App im Play Store herunterladen, Mail-Adresse hinterlegen und PIN festlegen. Unter dem Menüpunkt "Anwendungen für Kids Place" werden euch alle Apps angezeigt, die auf dem Gerät installiert sind. Im Anschluss wählt ihr jene Apps aus, die euer Kind nutzen darf.

Damit die lieben Kleinen den neuen Safe-Space nicht einfach verlassen können, lohnt es sich zudem, die Hometaste zu sperren. Anders können sie die App ohnehin nur verlassen, wenn sie im Besitz der PIN sind. Besonders praktisch: der Menüpunkt "Autostart Kids Place". Gehört das Smartphone nicht den Eltern, sondern dem Kind, dann startet die App beim Einschalten des Handys automatisch. Ganz egal, ob daheim im Kinderzimmer oder am letzten Zipfel der Zivilisation.

Dies in aller Kürze. Noch mehr Informationen und eine fortlaufende Berichterstattung zum Thema Kinder- und Jugendschutz fürs Smartphone findet ihr bei den eingangs erwähnten Initiativen  „Schau hin!” und „Deutschland sicher im Netz”.


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