NFC Apps für Android und iOS: So nutzt ihr die Funktion am besten

Mit NFC könnt ihr weit mehr als nur kontaktlos bezahlen.
Mit NFC könnt ihr weit mehr als nur kontaktlos bezahlen.(© 2019 Stocksy)

Das Kürzel NFC steht für "Near Field Communication" und beschreibt einen drahtlosen Übertragungsstandard, der für besonders kurze Distanz ausgelegt ist. Anfangs kam es vor allem in Kreditkarten zum Einsatz, um kontaktlos mit diesen bezahlen zu können. Doch mittlerweile gibt es die Technologie auch in Smartphones. Doch was könnt ihr damit eigentlich genau anstellen und welche Apps sind am besten zur Nutzung von NFC geeignet?

  • Mittels NFC lassen sich Daten auf kurze Distanz übertragen
  • Heute wird es primär zum kontaktlosen Bezahlen eingesetzt
  • NFC-Apps sind besonders in Verbindung mit NFC-Tags (Sticker) interessant

Die "Nahfeldkommunikation" – wie "Near Field Communication" wörtlich übersetzt lautet – ermöglicht gerade eine Übertragungsrate von maximal 424 Kilobit pro Sekunde (kBits/s) und das bei einer Reichweite von nur zehn Zentimetern. Zum Vergleich: Bluetooth schafft mittlerweile beispielsweise Datenübertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 24 Megabit die Sekunde und schafft es je nach Version und Anwendungszweck auf eine Reichweite von bis zu 100 Metern.

Mit NFC könnt ihr per Handy bezahlen, Daten teilen aber auch euer Smartphone noch smarter machen. Apple hat die NCF-Funktionalität erst seit kurzem für Drittanbieter-Apps geöffnet. Für iOS 13 soll es zum Beispiel eine App geben, mit der ihr die Chips in Ausweisdokumenten auslesen könnt. Und welche Apps genau braucht ihr, um die Möglichkeiten von NFC zu nutzen?

Mit Handy bezahlen: So klappt's mit NFC

Zunächst muss das Geschäft beziehungsweise der Supermarkt ein Kartenlesegerät haben, das NFC unterstützt. Oft seht ihr das an einer Art Funk-Symbol, bei neuen Geräten muss das Zeichen nicht zwingend aufgedruckt sein. Bis 2020 soll übrigens jedes Terminal in Europa NFC-fähig sein. Bei Beträgen über 25 Euro müsst ihr allerdings euren PIN eingeben.

Das mobile Bezahlen funktioniert bei Apple nur über Apple Pay. Andere Apps dürfen die NFC-Funktion nicht nutzen, solange Apple diese Strategie des "geschlossenen Systems" nicht ändert. Das heißt: Ihr hinterlegt bei Apple Pay eure Bankdaten, dann könnt ihr im Supermarkt bezahlen, indem ihr euch per Face ID oder Touch ID identifiziert und das iPhone auf den Kartenleser legt.

Android ist da flexibler – unabhängig von der Bank, bei der ihr seid, könnt ihr euer PayPal-Konto bei Google Pay angeben. Letztlich bezahlt ihr dann entweder per Kredit- oder EC-Karte. Wenn ihr die App mit dem beliebten Bezahl-Dienstleiter einrichtet, legt ihr am Ende eine PIN fest.

Ansonsten kommt es bei Android auf die Bank an, bei der ihr seid. Die Sparkasse, Deutsche Bank, Postbank und die Volksbank haben eine eigene App zum kontaktlosen Bezahlen. Bei Banken wie der Comdirect, DKB, BW, Commerzbank und N26 reicht zwar Google Pay aus, dafür braucht ihr im Normalfall eine Kreditkarte.

Hilfreiche NFC-Apps für Android

Doch es gibt auch NFC-Apps, die mit dem kontaktlosen Bezahlen nichts zu tun haben und auf die sich dennoch ein Blick lohnt. Manche nutzen einen sogenannten NFC-Tag: Das sind Sticker, in denen sich ein NFC-Chip befindet. Diesen könnt ihr mit einer entsprechenden App frei programmieren, sodass eine bestimmte Aktion ausgelöst wird, sobald ihr euer Smartphone an den Tag haltet. Zum Beispiel könntet ihr den Chip auf einem Sticker so programmieren, dass sich ein Handy automatisch mit dem passwortgeschützten WLAN verbindet, sobald ihr es daranhaltet. Drei sinnvolle NFC-Apps:

Puzzle Alarm Clock: Der Wecker, der euch zum Aufstehen zwingt

Puzzle Alarm Clock ist eine ziemlich fiese Wecker-App für euer Smartphone – um den Alarm auszustellen, müsst ihr erst ein kleines Rätsel lösen. Nutzt ihr sie als NFC-App, braucht ihr einen NFC-Sticker. Diesen bringt ihr irgendwo in eurem Schlafzimmer an und richtet ihn mit der Android-App ein. Dann müsst ihr mit eurem Handy zu dem Sticker gehen und es daranhalten, um den Alarm auszuschalten. Ihr werdet also gezwungen aufzustehen.

InstaWifi: Einfacher WLAN-Zugang für eure Gäste

Mit der NFC-App InstaWifi richtet ihr den oben genannten NFC-Tag für euer WLAN ein. Dann müsst ihr für eure Gäste, die eine Internetverbindung benötigen, nicht erst mühsam den teils langen Sicherheitscode diktieren. Mit InstaWifi könnt ihr einfach einen NFC-Tag so programmieren, dass ihr einfach euer Smartphone an den NFC-Tag halten müsst, um euch mit dem WLAN zu verbinden. Die auf dem NFC-Chip gespeicherten Daten – wie das WLAN-Passwort – werden von eurem Smartphone ausgelesen und automatisch eingegeben.

NFC Tools: Das ultimative NFC-Werkzeug fürs Android-Handy

Mit dieser NFC-App steht euch im Prinzip alles offen. Denn damit könnt ihr NFC-Tags nach eurem Belieben programmieren. Ihr wollt vor dem Schlafengehen euer WLAN, Bluetooth und andere Dienste ausschalten? Programmiert mithilfe von NFC Tools einfach einen Tag entsprechend – schon müsst ihr am Abend nur noch euer Handy an den Sticker halten und es ist ruhiggestellt.

NFC-Apps fürs iPhone

Beim iPhone wurde die NFC-Schnittstelle erst mit iOS 11 für Drittentwickler geöffnet. Dementsprechend gibt es auch noch nicht die umfangreiche Auswahl an NFC-Apps wie für Android. Dennoch existieren auch hier ein paar Perlen.

NFC Reader für iPhone

Sozusagen die Basis-App, um NFC auf dem iPhone zu nutzen. Mithilfe dieser App könnt ihr NFC-Tags auslesen, wo immer sie kleben. Programmieren könnt ihr sie hingegen nicht – so weit hält Apple sein System noch geschlossen.

Seit dem iPhone XS, XS Max und XR braucht ihr übrigens keine extra NFC-App, um die Tags auszulesen. Mit dem "Background Tag Reading" liest euer iPhone die NFC-Tags automatisch aus, sobald der Handy-Bildschirm an ist. Ihr bekommt eine Benachrichtigung, wenn ein Tag ausgelesen wurde – einen extra NFC-Scanner braucht ihr damit nicht.

NFC-Apps: Eine unterschätzte Technik

Trotz der Vielseitigkeit der Technik wird NFC heute primär zum kontaktlosen Bezahlen genutzt. Dabei gibt es gerade durch die NFC-Tags interessante Möglichkeiten für den Alltag. Habt ihr ein Android-Smartphone, könnt ihr selber NFC-Sticker programmieren – Google lässt euch beim Umgang mit der NFC-Technik deutlich mehr Freiheiten als Apple. Doch auch mit iPhones lässt sich NFC vielseitig verwenden: Primär zum Bezahlen, aber eben auch zum Auslesen von Tags.


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