Adrenalin-Kick durch Fan-Shirt: das smarte Trikot

Das smarte Rugby-Shirt für Fans
Das smarte Rugby-Shirt für Fans(© 2015 Wearable Experiments)

Gemeinsam mit dem Startup “Wearable Experiments” hat die niederländische Frauen-Rugby-Nationalmannschaft ein Trikot entwickelt, das mit dem Smartphone verbunden ist. Fans bekommen damit Herzschlag und Erschöpfung ihrer Stars zu spüren.

Wearable-Experiment für die Olympischen Spiele

Den Herzschlag eines Spielers spüren: Näher kommen Fans wohl nicht an das Erlebnis ihrer Lieblingsmannschaft ran. Um das, was Sportler durchmachen, dem Publikum möglichst realitätsnah zu übermitteln, hat ein Wearable Tech-Hersteller jetzt Fantrikots entwickelt, die die Gefühle über Bluetooth vermitteln. 

Bei dem Trikot handelt es sich um ein Experiment der niederländischen 7er-Rugby-Frauenmannschaft. Das Team, das 2016 an den Olympischen Spielen teilnimmt, hat dafür das australische Startup “Wearable Experiments”engagiert. Während dessen Name noch unbekannt ist, wurde eines der ersten Projekte des zweiköpfigen Teams vor zwei Jahren zum viralen Hit: Die Kondommarke Durex ließ sich von “Wearable Experiments” eine Unterwäsche entwerfen, die über eine Fernsteuerung Vibrationen empfängt. 

Verbindung über Smartphone-App und Bluetooth

Beim Rugby-Shirt senden die Spielerinnen die Emotionen, wie Billie Whitehouse, Gründerin von “Wearable Experiments” gegenüber Curved erklärt. Die Trikots der Mannschaft sind mit Sensoren ausgestattet, die Herzschlag, Adrenalin, Erschöpfung, Aufregung und Aufprall aufnehmen. Diese Informationen werden in Echtzeit an eine Smartphone-App weitergeleitet. Fans, die das vernetzte Shirt tragen, können dieses über Low Energy Bluetooth an die App kuppeln und bekommen die Emotionen zu spüren. So vibriert das Hemd im Brustbereich etwa bei Zusammenstössen. 

Mit ihrem Prototypen, der Ende Juni erstmals vorgestellt wurde, will Designerin Whitehouse die emotionale Verbindung zwischen Athleten und Fans stärken: “Sensorische Wahrnehmungen sind die Zukunft der sportlichen Unterhaltung”, betont die australische Wearable Fashion-Expertin. Noch gibt es die smarten Fan-Jerseys des niederländischen Frauen-Rugby-Teams nicht zu kaufen. Bei den Olympischen Spielen im kommenden Jahr sollen die Trikots mit Smartphone-Verbindung bereits zum Einsatz kommen.

Smarte Yoga-Pants und navigierende Jacke 

Ob die smarte Unterwäsche von Durex jemals in den Handel kommt, darüber hält sich “Wearable Experiments”-Chefin Whitehouse bedeckt: “Ich darf darüber, wo wir gerade stehen, nicht sprechen.” Die Startup-Gründerin, die mittlerweile in New York lebt, hat jedoch schon ihr nächstes Projekt in den Startlöchern: Yoga-Pants, die ihre Träger per Vibration auf die richtige Position hinweisen: “Wir planen, diese in zwei Monaten vorzustellen. Zuviel kann ich noch nicht verraten.”

Whitehouse glaubt jedenfalls, dass tragbare Gadgets modisch sein können und nennt dafür als Beispiel eine mit GPS ausgestattete Jacke. Diese soll anhand des eingebauten Navigationssystem Touristen durch die Stadt führen, ohne dabei als Touristen zu wirken. Mit subtilen Vibrationen teilt die Jacke mit, wann ihr Träger links oder rechts abbiegen muss.

Modische Wearable Tech-Produkte sind bereits auf dem Weg in den Mainstream, betont die “Wearable Experiments”-Designerin: “Schon jetzt arbeiten namhafte Marken mit Wearable-Spezialisten. Wichtig ist, dass die Teile für ein Gesamterlebnis entworfen werden, und nicht von der Technologie bestimmt werden.”


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