Android N Beta im Rundgang: Was funktioniert – und wo es noch hakt

Was ist neu? Wie schaut es aus? Wo hakt es noch? Wir machen mit Euch den Rundgang durch die Preview-Version von Android N.

Das aktuelle Android 6.0 Marshmallow ist gerade einmal auf 2,3 Prozent aller Android-Geräte angekommen. Was macht Google also? Nachlegen! Die Preview-Version von Android N steht ab sofort zum Download auf den Google-Servern bereit. Wer sein Nexus nicht flashen mag, registriert sich beim neuen Android Beta Program und lädt die Entwicklerversion "over the air" als Betriebssystem-Update. Genau das haben wir mit unserem Nexus 9 in der Redaktion auch gemacht.

Schon direkt nach der Installation wird deutlich: Die ganz große Design-Revolution ist bei Android N ausgeblieben. Nach dem Einschalten sieht der Home-Screen aus wie unter Android Lollipop und Marshmallow. Die Gerüchte, nach denen Google Android und Chrome OS zu einem neuen System vereint, haben sich also noch nicht bewahrheitet. Änderungen im Design gibt es dennoch.

Google weist vor der Installation darauf hin, dass Android N noch lange nicht fertig ist.(© 2016 CURVED)

Das neue Notification Center

So hat Google das Notification Center aufpoliert und die Animationen verschönert. Eingegangene Nachrichten werden jetzt übersichtlicher dargestellt und zeigen nach einem Tipp auf den kleinen Pfeil mehr Informationen und Interaktionsmöglichkeiten. Zieht Ihr eine Meldung leicht nach links oder rechts und tippt dann auf das Zahnrad, könnt Ihr die Benachrichtigungseinstellungen für  die jeweilige App vornehmen. Bei Twitter könnt Ihr es zum Beispiel so einrichten, dass Euer Smartphone oder Tablet die Nachrichten einfach leise anzeigt, ohne zu vibrieren oder einen Ton von sich zu geben. Und das, ohne tief in den Einstellungen herumzusuchen.

Eine weitere Neuerung sind die Buttons im Notification Center. Über die könnt Ihr WLAN und Bluetooth schnell ein oder ausschalten oder die restliche Akkulaufzeit einsehen. Haltet Ihr einen der Buttons, etwa den WLAN-Button gedrückt, gelangt Ihr direkt ins entsprechende Menü in den Einstellungen. Eine Ausnahme macht da nur die Taschenlampe: Haltet Ihr diese gedrückt, aktiviert Ihr die Kamera.

Aufgebohrte Schnelleinstellungen

Zieht Ihr das Notifaction Center noch etwas weiter nach unten, öffnet Ihr wie gewohnt die kompletten Schnelleinstellungen. Diese könnt Ihr über den "Bearbeiten"-Knopf rechts unten nach Eurem Geschmack gestalten. Braucht Ihr zum Beispiel den Button für den Flugmodus nicht, entfernt Ihr ihn einfach per Drag and Drop. Auf die Weise erweitert Ihr die Schnelleinstellungen auch um Buttons, wie etwa den neuen Nachtmodus.

Ihr könnt das Ganze aber auch noch etwas auf die Spitze treiben. Haltet Ihr das Zahnrad gedrückt, könnt Ihr den "System UI Tuner" aktivieren und über diesen noch diverse Einstellungen vornehmen. Soll die restliche Akkulaufzeit auch in Prozent oder gar nicht mehr angezeigt werden? Im System UI Tuner seid Ihr die Bestimmer.

Auch die Einstellungen hat Google etwas angepasst. Wie es Android Police schon im Vorfeld berichtet hatte, bekommt Ihr nun mehr Informationen auf einen Blick. Wer die Einstellungen öffnet, sieht auf Anhieb, mit welchem WLAN und mit welchem Bluetooth-Gerät er verbunden ist oder wie das Display eingestellt ist. Geht Ihr ein paar Ebenen tiefer, könnt Ihr einfach am linken Bildschirmrand nach rechts wischen und eine Übersicht aller Menüs aufrufen. Das ermöglicht Euch, vom Menü für WLAN zum Menü für Arbeitsspeicher zu springen, ohne den (virtuellen) Zurück-Button zu bemühen.

Android endlich mit Splitscreen

Das Killer-Feature von Android N ist aber nicht die übersichtliche Optik, sondern der Splitscreen-Modus. Dieser funktioniert sowohl auf dem Smartphone als auch auf dem Tablet. Um ihn zu aktivieren, tippt Ihr die Multitasking-Taste an, sucht Euch eine App aus, haltet kurz den Finger auf dem oberen Balken gedrückt und zieht sie dann in den markierten Bereich rechts oder links auf dem Bildschirm. Alle anderen laufenden Anwendungen zeigt das System darunter an. Tippt auf eine zweite Apps, und fertig ist der Splitscreen.

Ihr könnt den Platz, den Ihr den beiden Apps auf dem Bildschirm geben wollt, frei wählen. Das funktioniert alles schon sehr gut. Twitter läuft ohne Probleme neben Chrome. Was dagegen noch nicht klappt: Ihr könnt beim Surfen im Web kein YouTube-Video anschauen. Sobald Ihr einen Clip startet und wieder in den Browser tippt, bleibt das Video stehen.

Außerdem wurde das Multitasking verbessert. Tippt Ihr zweimal auf den Button, wechselt Ihr in die nächste im Hintergrund laufende App. Auch das funktioniert schon ziemlich gut.

Hier hakt es noch

Unter der Haube hat Google am Doze-Feature geschraubt. Die Energiesparfunktion springt jetzt nicht nur an, wenn das Tablet auf dem Tisch liegt, sondern sobald Ihr den Bildschirm ausschaltet. Das heißt: Auch wenn Ihr Euer Smartphone oder Tablet in der Tasche mit Euch tragt, wird der Akku geschont.

Davon war in der Preview aber noch nichts zu merken. Kein Wunder: Google selbst weist auf der Entwicklerseite noch einmal darauf hin, wo die Probleme der frühen Preview liegen. Es kann demnach durchaus passieren, dass die Akkulaufzeit Eures Gerätes stark in Mitleidenschaft gezogen wird. System und Apps können hin und wieder langsam auf Eingaben reagieren, manche Apps sogar gar nicht funktionieren.

Vorläufiges Fazit: Das macht Laune

Obwohl das Nexus 9 mittlerweile anderthalb Jahre auf dem Buckel hat, sehen sämtliche Animationen weich und flüssig aus. Auch beim Splitscreen gab es keine Performance-Probleme. Dass Apps wie YouTube dabei noch häufig abstürzen, sei mal dahingestellt. Denn immerhin handelt es sich um eine sehr frühe Vorschauversion.

Es werden weitere Updates folgen. Erst im Sommer soll das System dann final auf den Nexus-Geräten landen. Wer sich die Preview bis dahin schon einmal anschauen will, sollte das auf einem Smartphone oder Tablet machen, das nicht als Hauptgerät im Einsatz ist.


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