Apple-Bilanz: Mac-Sparte wieder umsatzstärker als iPad

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Bleibt das Sorgenkind: das iPad
Bleibt das Sorgenkind: das iPad(© 2014 CURVED)

Auch starke Bilanzen haben manchmal ihre Schwachpunkte: Bei Apple war es im abgelaufenen vierten Quartal erneut das alte Sorgenkind – die iPad-Sparte, die schon das dritte Mal in Folge nachgab. Diesmal fällt das Minus wieder zweistellig aus. Tim Cook versucht in der anschließenden Telefonkonferenz eine Umdeutung der Schwächephase.

Ein hässlicher Fleck  in einer ansonsten tadellosen Quartalsbilanz: Apples iPad-Unit schwächelt schon wieder. Im Dreimonatszeitraum zwischen Juli und September hat Apples Tablet-Sparte nochmals 13 Prozent weniger Einheiten verkauft als im Vorjahresquartal, in dem bereits stagnierende Absätze vermeldet wurden. Das heißt: Mit den 12,3 Millionen verkauften iPads liegt Apple gar nur knapp über dem Ergebnis von 2011, als seinerzeit 11,1 Millionen Stück abgesetzt wurden!

Die Probleme sind hinlänglich bekannt und dürften wohl auch mit den gerade vorgestellten neuen Modellen kaum zu lösen sein – das iPad hat seine Rolle zwischen MacBook Air und nun den großen, neuen iPhones nicht gefunden.

Das räumte auch Apple-CEO Tim Cook ansatzweise in der Analystenkonferenz ein: "Ich bin sicher, dass einige Leute das iPad  und einen Mac vergleichen und sich dann für den Mac entscheiden. Damit kann ich leben", erklärte Cook. "Ich bin ebenso sicher, dass einige Leute iPhone und iPad vergleichen und sich für das iPhone entscheiden."

"Langfristig hat das iPad eine großartige Zukunft vor sich"- Tim Cook

Dennoch mache sich der Apple-CEO keine Sorgen über die Zukunft des Apple-Tablets, bekräftigte Cook noch einmal: "Langfristig hat das iPad eine großartige Zukunft  vor sich. Ich bin sehr zuversichtlich, was wir noch mit dem iPad anstellen können",  äußerte sich Cook optimistisch und verwies nochmals darauf, dass sich Apples jüngste Produktkategorie in den ersten vier Jahren besser verkauft habe als das iPhone im selben Lebenszyklus.

Doch das Problem liegt in der Entwicklung: Während das iPhone noch im achten Jahr beständig wächst, entwickelt sich das iPad nun schon seit zwei Jahren nicht weiter bzw. verkauft sich sogar schlechter, obwohl mit dem iPad mini seit 2012 eine günstigere, kleinere Alternative bereitsteht.

Der Mac feiert im 30. Jahr seines Bestehens eine beeindruckende Renaissance

Im vergangenen Dreimonatszeitraum konnte Apple mit seinem iPad nur noch 5,3 Milliarden Dollar erlösen. Das ist zwar immer noch fast so viel wie etwa Facebook in den ersten sechs Monaten 2014 in der Gesamtheit umgesetzt hat, doch gleichzeitig eben auch  570 Millionen Dollar schlechter als im Vorquartal bzw. 870 Millionen Dollar schwächer als im Vorjahreszeitraum.

Tatsächlich ist das iPad auf ein Niveau zurückgefallen, auf dem es  nach Umsätzen nicht mehr die zweitstärkste Konzernsparte ist. Die Macintosh-Sparte hat dank eines bombastischen Quartals, in dem Apple 5,52 Millionen Macs – und damit 21 Prozent mehr – absetzte, dem iPad deutlich den Rang abgelaufen. Mac-Umsätzen von 6,6 Milliarden Dollar stehen iPad-Erlöse von 5,3 Milliarden Dollar gegenüber. Willkommen im Jahr 2014, in dem die Vergangenheit die Zukunft ist: Apples Computer- schlagen die Tablet-Verkäufe!

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