Crystal: Bestverkaufter iOS-Adblocker lässt Werbung gegen Gebühr passieren

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Crystal ist zurzeit der meistverkaufte Adblocker für IOS 9
Crystal ist zurzeit der meistverkaufte Adblocker für IOS 9(© 2015 CURVED)

Der iOS 9-Adblocker Crystal führt zurzeit die App-Charts an: Sein Autor Dean Murphy hat bereits mehr als 75.000 US-Dollar damit verdient – abzüglich Apples Anteil. Doch das scheint dem Entwickler nicht zu genügen: Laut eines Berichts erhält der Programmierer Geld von Unternehmen, damit sein Adblocker genau das Gegenteil von dem tut, wofür er eigentlich gemacht ist.

Einige Webseiten wie Online-Stores filtert der Adblocker Crystal anscheinend zu stark – doch Werbeunternehmen können sich offenbar freikaufen. Wie das Wall Street Journal berichtet, hat Dean Murphy ein Abkommen mit der Firma Eyeo GmbH unterzeichnet – ihres Zeichens selbst Hersteller eines Adblock-Programms namens Adblock Pro. Im Rahmen dieses Vertrages erklärt sich der Programmierer von Crystal bereit, Werbung von gewissen Unternehmen nicht mit seinem Adblocker herauszufiltern. Die Werbetreibenden kommen in eine sogenannte Whitelist des Adblockers. Betreffende Firmen entrichten dafür eine Gebühr, die anteilig auch dem Entwickler von Crystal zukommt.

Nur "akzeptable Werbung" darf passieren

Die Firma Eyeo versucht zu beschwichtigen und behauptet, sie lasse nur "akzeptable Werbung" zu. Welche Reklame genau dazu zählt, lässt das Unternehmen allerdings offen. Zu den zahlenden Kunden von Eyeo zählen mittlerweile über 70 Unternehmen, darunter auch Google und Microsoft. Doch künftig könnten es viel mehr werden, denn laut Eyeo erfüllt die Werbung von über 700 Unternehmen die Kriterien, um nicht geblockt zu werden.

Der Autor von Crystal begründet seinen Schritt damit, den Publishern mit seinem Adblocker nicht allzu viel Schaden zufügen zu wollen. Der Herausgeber des Adblockers Peace hat ähnlich argumentiert – aber stattdessen seine App aus dem Angebot des App Stores entfernt. Murphy argumentiert, dass im Rahmen des Vertrages weiterhin keine Werbung passieren könne, die er als schlecht bezeichnet. Es bleibt fraglich, ob seine Kunden das genauso sehen: Sie kaufen die App schließlich, damit sie Werbung aus Webseiten filtert und nicht, um diese passieren zu lassen.


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