Crystal: Bestverkaufter iOS-Adblocker lässt Werbung gegen Gebühr passieren

Peinlich !26
Crystal ist zurzeit der meistverkaufte Adblocker für IOS 9
Crystal ist zurzeit der meistverkaufte Adblocker für IOS 9(© 2015 CURVED)

Der iOS 9-Adblocker Crystal führt zurzeit die App-Charts an: Sein Autor Dean Murphy hat bereits mehr als 75.000 US-Dollar damit verdient – abzüglich Apples Anteil. Doch das scheint dem Entwickler nicht zu genügen: Laut eines Berichts erhält der Programmierer Geld von Unternehmen, damit sein Adblocker genau das Gegenteil von dem tut, wofür er eigentlich gemacht ist.

Einige Webseiten wie Online-Stores filtert der Adblocker Crystal anscheinend zu stark – doch Werbeunternehmen können sich offenbar freikaufen. Wie das Wall Street Journal berichtet, hat Dean Murphy ein Abkommen mit der Firma Eyeo GmbH unterzeichnet – ihres Zeichens selbst Hersteller eines Adblock-Programms namens Adblock Pro. Im Rahmen dieses Vertrages erklärt sich der Programmierer von Crystal bereit, Werbung von gewissen Unternehmen nicht mit seinem Adblocker herauszufiltern. Die Werbetreibenden kommen in eine sogenannte Whitelist des Adblockers. Betreffende Firmen entrichten dafür eine Gebühr, die anteilig auch dem Entwickler von Crystal zukommt.

Nur "akzeptable Werbung" darf passieren

Die Firma Eyeo versucht zu beschwichtigen und behauptet, sie lasse nur "akzeptable Werbung" zu. Welche Reklame genau dazu zählt, lässt das Unternehmen allerdings offen. Zu den zahlenden Kunden von Eyeo zählen mittlerweile über 70 Unternehmen, darunter auch Google und Microsoft. Doch künftig könnten es viel mehr werden, denn laut Eyeo erfüllt die Werbung von über 700 Unternehmen die Kriterien, um nicht geblockt zu werden.

Der Autor von Crystal begründet seinen Schritt damit, den Publishern mit seinem Adblocker nicht allzu viel Schaden zufügen zu wollen. Der Herausgeber des Adblockers Peace hat ähnlich argumentiert – aber stattdessen seine App aus dem Angebot des App Stores entfernt. Murphy argumentiert, dass im Rahmen des Vertrages weiterhin keine Werbung passieren könne, die er als schlecht bezeichnet. Es bleibt fraglich, ob seine Kunden das genauso sehen: Sie kaufen die App schließlich, damit sie Werbung aus Webseiten filtert und nicht, um diese passieren zu lassen.


Weitere Artikel zum Thema
iPhone 2018: So wirkt das iPhone X neben den mutmaß­li­chen Nach­fol­gern
Christoph Lübben
iPhone-X_013
Die neuen iPhone-Modelle werden angeblich noch größer als das iPhone X. Ein Video soll einen Eindruck davon vermitteln, wie groß diese ausfallen.
Hüllen­her­stel­ler behaup­tet: Das iPhone SE 2 soll nicht mehr 2018 erschei­nen
Francis Lido
Das iPhone SE soll 2018 keinen Nachfolger mehr erhalten
Auf das iPhone SE 2 werden wir wohl länger warten müssen als erhofft. Möglicherweise wird es sogar niemals auf den Markt kommen.
Apple könnte güns­ti­gen Netflix-Konkur­ren­ten planen
Christoph Lübben
Bislang sind Eigenproduktionen bei Apple Music und in der TV-App untergebracht
Apple arbeitet an vielen Eigenproduktionen. Angeblich ist ein eigener Video-Streaming-Dienst geplant, um diese anzubieten.

Diese Website verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie dem zu. Um mehr über die von uns verwendeten Cookies zu erfahren und wie man sie deaktiviert, können Sie unsere Cookie-Richtlinie aufrufen.