Das iPad Pro kommt: Und was passiert mit den Macbooks?

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Apple Pencil auf dem iPad Pro
Apple Pencil auf dem iPad Pro(© 2015 Youtube/Apple)

Es ist die Woche des iPad Pros: Am Mittwoch Vorbestellerstart, am Freitag allem Anschein nach der offizielle Verkaufsstart. CEO Tim Cook gibt sich im Vorfeld extrem selbstbewusst und fragt: Wer braucht überhaupt noch einen PC?

"Das iPad Pro wird für viele, viele Leute das Laptop oder den Desktop ersetzen“, so Cook. "Die Leute werden es nutzen und feststellen, dass sie nichts anderes mehr brauchen als ihr Smartphone." Es ist ein smarter Move, das neue Tablet in Konkurrenz zu PCs zu bringen. Denn bei einem Preis von mindestens 899 Euro wildert der 12,9-Zöller eher im Notebooksegment als bei den Tablets um die 500 Euro.

Und damit sind wir schon beim eigentlichen Problem: Die Macbooks erfreuen sich zwar weiterhin großer Beliebtheit, bekommen aber seit Jahren ordentliche Konkurrenz durch den raschen Aufstieg der preiswerten Chromebooks. Zudem konnte Microsoft mit seinem Surface-Modellen erste Erfolge verbuchen und hat mit dem Surface Pro 4 ein Gerät mit Windows 10 auf dem Markt, das der Notebooksparte Käufe abspenstig macht - während die Tabletverkäufe branchenweit seit Jahren rückläufig sind. Nun bringt Apple dennoch ein Tablet mit knapp 13 Zoll auf den Markt, das mit Tastatur und reichlich Leistung punkten will. Also Notebook-Qualitäten zweifelsohne mitbringt. Mit großem Speicher und LTE werden stolze 1229 Euro fällig, doch liegt der Einstiegspreis bei unter 900 Euro. Das günstigste Macbook Air gibt es für 999 Euro.

Noch kann das Macbook mehr, doch wie lange?

Müsste die Frage also nicht auch heißen: "Wer braucht dann noch ein Macbook?" Denn die Gefahr, dass Apple sich mit seinem neuen Tablet selbst kannibalisieren könnte, ist groß. Und das, wo sich die Mac-Sparte entgegen des Branchentrends relativ stabil hält und im vergangenen Quartal immerhin um drei Prozent zulegen konnte. Zudem gestand Cook nun zum ersten Mal gegenüber dem Guardian ein, dass die Verkäufe des iPhone 6 Plus die der iPads verringert hätten. „Wenn man das größere iPhone besitzt, wird man weniger wahrscheinlich auch das iPad mini kaufen“, gab Cook zu. „Das hat sicher zu ein wenig Kannibalisierung geführt (...) Doch wir denken nicht besonders viel darüber nach. Solange wir uns selbst kannibalisieren, ist alles gut.“

Die Gefahr ist doch relativ hoch. Auch wenn Profi-User ihre Macbooks nutzen, um damit Filme zu schneiden und etwa mit den Desktop-Versionen der Adobe-Software Designs zu erstellen, nutzt der Otto-Normal-Macbook-User sein Gerät maximal fürs Surfen im Web und die Bilderverwaltung. Und die beherrscht das iPad par excellence. Zudem lässt sich unter iOS 9 auf dem großen Tablet im Side-by-Side-Modus sogar vernünftig zwischen zwei Apps multitasken.

Künftig nur noch Highend für Profis und iOS-Geräte für Consumer?

Meine Prognose: Spätestens mit der zweiten Generation - dafür müsste die erste Generation ein Erfolg werden - dürften sich dann Apple-Fans fragen, ob sie zum nächsten Macbook greifen oder sich lieber ein großes iPad zulegen. Bislang ermöglicht OS X auf dem Macbook ein zügigeres Arbeiten, als es unter Safari und mit Apps in iOS 9 möglich ist. Doch lässt sich seit Jahren beobachten, dass beide Apple-Systeme immer mehr miteinander verschmelzen.

Für diejenigen Nutzer, die übers iPhone in den Apple-Kosmos eingestiegen sind, wäre die Hürde, ein weiteres iOS-Gerät zu verwenden, extrem gering. Apple wiederum hätte seine sinkenden Tabletverkäufe abgefedert. Und könnte auf lange Sicht seine preiswerten Macbook Airs zugunsten der hochpreisigeren Macbook Pros und Macs, die nur von Profis eingesetzt würden, einstampfen.

Was meint Ihr? Würdet Ihr Euer Macbook gegen ein iPad Pro eintauschen?


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