Der ultimative Smartphone-Festival-Guide

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John Coffey auf dem Hurricane Festival
John Coffey auf dem Hurricane Festival(© 2015 Hurricane/Titus Eisenmenger)

Roskilde und Rock am Ring sind dieses Jahr schon gelaufen, doch andere große Festivals wie etwa das Wacken Open Air stehen noch aus. Und auch der gesamte August und September sind vollgepackt mit zahlreichen Möglichkeiten, Zelt und Schlafsack einzupacken und Live-Bands unter freiem Himmel zu genießen – und das Smartphone ist immer dabei. Wir haben deshalb in folgendem Guide nicht nur zusammengefasst, wie Euer Smartphone sämtliche Festival-Aktivitäten überlebt, sondern auch wie Ihr dank Eures mobilen Begleiters den Open-Air-Ausnahmezustand selbst heil übersteht.

Ihr habt frei – das Smartphone hat Pause

Zunächst: Wer ein häufig ziemlich teures Festivalticket erstanden hat, um sich ein paar Tage zu entspannen und den Kopf frei zu bekommen, der sollte das auch machen: Ihr habt ein Recht auf Freizeit. Das bedeutet, ist nicht notwendig (und schlecht für den Akku) beständig E-Mails zu checken und dem Chef auch am Wochenende vom Zeltplatz aus zu antworten. Sollte etwas absolut Dringendes anliegen, wird man schon anrufen. Beim Freund oder der Freundin kann man sich kurz melden, um mittzuteilen, dass man heil angekommen ist – das war es dann aber auch.

Schaut Euch außerdem die Bands, die Ihr sehen wollt, auch wirklich an und filmt sie nicht durch das Smartphone mit Direktleitung zu Facebook & Co. Ihr verpasst sonst sämtlichen Spaß, den ein Musik-Festival für Euch bietet. Zudem: Schon ein kleiner Schubser von der Seite kann genügen und Eurer Smartphone fliegt direkt im hohen Bogen in den Mosh-Pit direkt vor die Bühne – und dort muss erstmal (heil) wieder herausgeholt werden. Beständige Facebook-Postings wie „XY schaut sich gerade Band XY an“ interessieren Eure Freunde übrigens in der Regel auch nicht.

Gut verpackt ist halb gewonnen

Drei oder vier Tage in Roskilde oder Wacken bedeuten auch für das Smartphone Ausnahmezustand und extreme Belastungen: Sand, Sonne, Unwetter, Bier, unsanfte Stürze – iPhone & Co. leben in diesen Tagen gefährlich, sodass eine vernünftige schützende Hülle für ein Festival tatsächlich sinnvoll ist. Diese muss nicht besonders elegant wirken und möglichst wenig auftragen, sondern im Zweifelsfall eher robust wie ein Panzer sein. Die Survivor-Cases von Griffin gehen da schon in die richtige Richtung. Lifeproof-Cases zum Beispiel sind offiziell IP-68-zertifiziert und erfüllen damit die höchstmöglichen Kategorien „staubdicht“ und „Schutz gegen dauerndes Untertauchen“ (bedeutet, das Gerät sollte unbeschadet in einer Wassertiefe von 2 Metern eine Stunde lang überleben) für IP-Schutzklassen. Vorsichtig sollte man übrigens bei allzu günstigen Internet-Angeboten für relativ hochpreisige Cases wie die von Lifeproof sein. Mitunter werden hier Imitate angeboten, die weniger wertig als die Originale sind.

Festival-Apps laden

Die meisten großen Festivals wie etwas Roskilde oder Wacken bieten eigene kostenlose Apps an, die im Zweifelsfall durchaus hilfreich sein können. Wer etwa ein schlechtes Orientierungsvermögen hat, kann mit Hilfe der in der Regel integrierten Maps oftmals spezielle Locations auf großen Arealen besser finden und – genauso wie den Weg zurück zum Zelt. Zudem habt Ihr die Running Order des Events mit der entsprechenden App immer im Mann (was die beständige Suche nach dem gedruckten Info-Flyer, der schon dreimal im Matsch gelandet ist, erspart) und könnt Euch häufig auch durch Alarme an Auftritte erinnern lassen. Natürlich muss man mit solchen Apps auch etwas vorsichtig sein: Beständige GPS-Ortung etwa kann den Smartphone-Akku schnell leer saugen.

Wacken auf dem Smartphone(© 2015 ICS Festival Service, CURVED Montage)

Weitere hilfreiche Apps

Bei größeren Verletzungen jeglicher Art auf einem Festival sollte man grundsätzlich natürlich schnellstmöglich das nächste Sanitätszelt aufsuchen, dennoch kann auch eine Erste-Hilfe-App auf dem Smartphone nicht schaden. Einige übersichtliche Informationen zu Themen wie „Sonnenstich“ oder „Insektenstiche“ bietet etwa die offizielle App „Erste Hilfe DRK“ vom Deutschen Roten Kreuz, die kostenpflichtig für iOS und Android erhältlich ist.

Ihr habt Samstag Abend noch beim Bier zugeschlagen und Sonntag soll es möglichst früh mit dem Wagen wieder Richtung Heimat gehen? Wartet im Zweifelsfall lieber ab, denn Alkohol wird weit weniger schnell abgebaut, als man gemeinhin denkt. Um sich einen ungefähren Überblick zu verschaffen, kann man etwa den „Alkohol Promille Rechner“ (iOS – 0,99 Euro) oder den „AlcoDroid Alcohol Tracker“ (kostenlos – Android). Am besten solltet Ihr Euch aber zuvor mit der Funktionsweise der Apps vertraut machen und gegebenenfalls noch abends zeitnah die zu Euch genommenen Getränke eingeben. Und natürlich gilt: Bei den Berechnungen des aktuellen Blutalkoholgehaltes kann es sich natürlich nur um Schätzungen handeln.

Wenn in Eurer Clique iPhones verbreitet sind, solltet Ihr daran denken die kostenlose „Meine Freunde suchen“-App von Apple zu laden. Diese kann ungemein hilfreich sein, wenn man sich auf dem Festival-Gelände verliert. Zeltfinder, bei denen man den Standort des eigenen Zeltes markieren kann bevor es zur Bühne geht, wie etwa „find my tent now“ (kostenlose Lite-Version – iOS) oder „Find My Tent“ (0,90 Euro – Android), können ebenfalls bei einem entspannteren Festival-Erlebnis helfen.

Stromversorgung sichern

Auch wenn Ihr das Smartphone auf dem Festival nur bewusst einsetzt – eine einzelne Akkuladung wird kaum über die gesamte Festival-Distanz ausreichen. Viele Festivals bieten daher mittlerweile (kostenpflichtige) Ladestationen für Handys an. Besser und einfacher kann es allerdings im Zweifelsfall sein, Ihr sorgt selbst für ausreichend Saft durch einen externen Akku, mit dem Ihr das Smartphone zwischendurch aufladen könnt. Mehr ist hier oftmals mehr, sodass es gerne auch eine Powerbank mit 10.000 mAh oder mehr sein darf, wenn Ihr auf Nummer sicher gehen wollt. 32 externe Akkus und Powerbanks haben wir hier für Euch zusammengestellt. Bei sonnigem Wetter kann es zudem auch ein Solar-Akku bringen. Weniger Power aber dafür mehr Komfort als ein klobiger externer Akku bieten im übrigen Batterie-Cases für das Smartphone. Mit einem aufgeladenen Akku-Case ist man allerdings auch gewappnet, wenn nachts um 2.00 Uhr am Bierstand das Smartphone streikt, und der externe Akku gefühlte 20 Kilometer entfernt im Zelt liegt.

Natürlich hilft es auch, den Stromverbrauch des Smartphones generell unter Kontrolle zu behalten. Tipps zum Stromsparen für aktuelle iPhone-Modelle haben wir unter anderem hier für Euch zusammengestellt. Android-Anwender werden zum Beispiel hier fündig.

Sorgt für Unterhaltung

Ja, wir sind dafür, dass man sich und dem Smartphone auf dem Festival auch mal Ruhe gönnt. Und der Akku streicht ja in der Regel auch schnell die Segel. Dennoch: Wenn es draußen schüttet, der Zeltplatz-Nachbar mitten in der Nacht die Umgebung noch immer mit „Smoke on the Water“ in der keltischen Dudelsack-Version beschallt und die Katerstimmung und das Heimweh einzusetzen beginnen, dann ist Ablenkung Gold wert. Denkt deshalb daran, Euch einige Folgen einer unterhaltsamen TV-Serie und ein paar Hörbücher auf das Smartphone zu laden – irgendwo im Nirgendwo ohne Netz funktioniert die Netflix-App nämlich nicht unbedingt.


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