Deswegen sind Spiele für die Nintendo Switch so teuer

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Entwickler sind dazu verpflichtet, im eShop den gleichen Preis für ein Spiel zu verlangen.
Entwickler sind dazu verpflichtet, im eShop den gleichen Preis für ein Spiel zu verlangen.(© 2017 CURVED)

Es mutet schon etwas seltsam an, dass das gleiche Spiel je nach Konsole im Preis variiert. Eurogamer hat sich das Phänomen genauer angeschaut und meint herausgefunden zu haben, warum vor allem auf der Nintendo Switch die Preise in die Höhe schnellen. 

Fernab der Frage, ob Cartridges noch ein zeitgemäßes Medium sind, stellt sich eine ganz andere, wesentlich relevantere: Was bedeutet Nintendos Abkehr von der Disc als Datenträger für die Entwicklung von Spielen und die damit verbundenen Kosten?

Nintendo schreibt gleiche Preise für Download und Cartridge vor

Die Kollegen von Eurogamer haben sich vor kurzem der Frage gewidmet, warum einige Multiplattformspiele auf den verschiedenen Konsolen im Preis variieren. In ihrer Recherche stellten sie fest, dass zum Beispiel das kommende Puzzle-Adventure "Rime" in Großbritannien zehn Pfund mehr für die Switch kostet als für die PlayStation 4 oder die Xbox One; selbst für die digitale Version müssen Nintendo-Nutzer mehr bezahlen. Als Grund dafür nennt Eurogamer die Vorgabe von Nintendo, dass Entwickler dazu verpflichtet sind, den Preis für die Cartridge und den Download gleichzuhalten. Ein weiteres Beispiel, das dieser Preispolitik gezwungenermaßen folgt, ist "Puyo Puyo Tetris". Für die PlayStation-4-Version bezahlen Spieler zehn Pfund weniger als für die inhaltsgleiche Switch-Fassung.

Als Begründung für die geforderte Preisangleichung nennt Nintendo den stationären Einzelhandel. Würde ein Spiel digital weniger kosten, hätte der Händler möglicherweise kein Interesse mehr daran, der physischen Version auf seiner begrenzten Ladenfläche Platz einzuräumen.

Switch-Spieler müssen für "Rime" mehr hinblättern als alle anderen.(© 2017 Tequila Works)

Nintendo und die Cartridges-Fabrik

Dass die Preise für Switch-Spiele generell so hoch ausfallen, liegt an Nintendos Entscheidung, auf Cartridges als Datenträger zu setzen. Ein Spiel für Nintendos kleine Plastikkarten zu entwickeln, ist allein deshalb teurer, weil schon die Produktion der Module mehr kostet als die einer Blu-Ray. Darüber hinaus steigt der Preis der Cartridge abhängig von ihrer Speichergröße, die in festen Werten steigt. Für ein Spiel, das über 16 GB groß ist, müssen Entwickler auf eine 32 GB große Speicherkarte zurückgreifen, weil es keine Module mit flexibler Speicherkapazität gibt. Der Preis für das Spiel steigt also allein schon durch seine Größe und die damit verbundenen höheren Produktionskosten der Cartridge. Auch die Stückzahl der produzierten Module wirkt sich auf den Preis pro Stück aus.

Das wiederum beeinflusst die digitale Version im eShop, für die Nintendo den gleichen Preis abruft. Und das, obwohl keine Produktionskosten für Module oder Logistik anfallen.
Diese Preisverordnung könnte vor allem Drittherstellern Probleme bereiten. Während sich Indie-Entwickler unter Umständen ausschließlich auf Download-Versionen konzentrieren, ständen großen Namen wie Ubisoft oder Activision vor dem Problem, ihre Switch-Versionen zu höheren Preisen anbieten zu müssen als für die PS4 oder die Xbox One. Es sei denn, sie entscheiden sich für eine rein digitale Distribution – was angesichts aufwändiger AAA-Produktionen kaum vorstellbar ist.

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