Diese Tools zeigen Euch, wie genau Facebook Nutzerprofile erstellt

Data Selfie erstellt Persönlichkeitsprofile anhand der Facebook-Nutzung
Data Selfie erstellt Persönlichkeitsprofile anhand der Facebook-Nutzung(© 2017 Lifehacker)

Wenn wir Facebook aktiv mit Inhalten befüllen, werden massenhaft Daten über uns gesammelt. Das wissen wir nun schon seit einer ganzen Weile und haben uns größtenteils damit abgefunden – oder nutzen das Netzwerk nicht. Eine Browser-Erweiterung verrät, was Social Network selbst dann über Euch trackt, wenn Ihr nur Beiträge lest.

Die Erweiterung "Data Selfie" für den Google Chrome Browser versucht, Euch einen Ausschnitt der möglichen gesammelten Daten visuell darzustellen. Diese könnt Ihr direkt im Chrome-Browser oder auf der Webseite herunterladen und installieren. Startet sie einfach, wenn Ihr Euch an den PC setzt und schaut Euch die Statistiken an. Schon nach kurzer Zeit wird aus den Daten ein Persönlichkeitsprofil erstellt.

Wie lange schaut Ihr wo hin?

Wer Facebook einfach nur nutzt, um sich zu informieren, produziert dennoch Daten: Es ist nicht schwer zu tracken, wie lange Ihr Euch welchen Post in Eurer Timeline angesehen habt. Somit wird klar, wo Eure Interessen liegen. Data Selfie zeigt Euch in einem Zeitstrahl, was Ihr Euch angesehen, was Ihr getippt, wo auf "Gefällt mir" oder auf welche Links Ihr geklickt habt.

Darunter seht Ihr die Top 10 mit den Freunden, deren Posts Ihr am längsten angeschaut habt. So wisst Ihr am Ende des Tages zum Beispiel, welcher Eurer Freunde für Euch interessante Sachen postet. Daneben sind die Top 10 der Posts von Seiten. Häufig findet Ihr hier vorgeschlagene Seiten oder Dinge, die Eure Freunde geteilt haben. Auch mit dabei: die Top 10 der Likes, die Ihr auf Seiten geklickt habt.

Data Selfie mit Facebook: Top 10 Liste der Posts und Likes(© 2017 Lifehacker)

Was in unserem Test nicht funktioniert hat, war das Aufzeichnen von Informationen, die wir getippt und Links, auf die wir geklickt haben. Wenn das aber bei Euch funktioniert, lassen sich in Eurem Persönlichkeitsprofil durch NLP (Natural Language Processing) und MLA (Machine Learning Algorithms) von IBM Watson und der Universität von Cambridge noch weitere interessante Bereiche hinzufügen. In einer Übersicht wird zum Beispiel vorhergesagt, wie Ihr Euch in die großen fünf Persönlichkeitskategorien einordnen lasst. Seid Ihr eher konservativ oder liberal, impulsiv oder organisiert, grüblerisch oder beschäftigt, konkurrierend oder teamfähig, entspannt oder leicht gestresst? Das lässt sich nochmal differenzieren nach den Posts, die Ihr Euch anseht und den Texten, die Ihr tippt.

Data Selfie mit Facebook: Persönlichkeitsprofil(© 2017 Lifehacker)

Auch welchen Sport Ihr mögt (ob draußen oder drinnen), ob Ihr viel Fastfood esst oder worauf Ihr beim Shoppen achtet (z.B. Markenname oder Style) lässt sich vorhersagen. Selbst die Religionszugehörigkeit scheint durch die Posts, die Ihr anseht, ablesbar zu sein. Ebenso die politische Einstellung und auch Euer Geschlecht. So entsteht innerhalb kürzester Zeit eine spannende, umfangreiche Statistik über Euer Verhalten auf Facebook.

Data Selfie mit Facebook: Persönlichkeitsprofil(© 2017 Lifehacker)

Wichtig: Die Daten, die Data Selfie generiert, liegen nur lokal auf Eurem Computer. Es dient nur dazu, Euch zu zeigen, wie mächtig Algorithmen sein können und wie zum Beispiel Facebook von Eurem Nutzungsverhalten profitiert. Denn je genauer sich Nutzerprofile erfassen lassen, desto wertvoller sind sie für potenzielle Werbekunden Facebooks.

Was kann Facebook auf Fotos erkennen?

Eine andere Erweiterung für den Chrome-Browser ist ebenfalls sehr interessant: "Show Facebook Computer Vision Tags" zeigt Euch, was Facebook auf Fotos bereits erkennen kann. Kurzum: eine ganze Menge. Zum Beispiel, wie viele Personen abgebildet sind, ob sie stehen oder sitzen, ob Text auf dem Bild ist oder die fotografierte Person eine Brille trägt. Bei Sport-Fotos wird zum Beispiel angezeigt, dass ein Baseball-Spiel zu sehen ist oder dass ein Großteil des Bildes aus Himmel besteht. Diese Erweiterung funktioniert allerdings nur, wenn Ihr Facebook auf Englisch verwendet.


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