EU-Recht: So könnten Google-Ergebnisse künftig aussehen

Das geplante neue Urheberrecht der EU stellt Google vor Probleme
Das geplante neue Urheberrecht der EU stellt Google vor Probleme(© 2018 Unsplash/pawel_czerwinski)

Google-Ergebnisse mit schicken Bildern, Überschriften und kurzen Zusammenfassungen könnten bald der Vergangenheit angehören. Hintergrund ist das geplante neue Gesetz zum Urheberrecht in der EU. Wie gravierend die Folgen für die Anzeige von Suchergebnissen sein könnten, sollen nun Testseiten von Google veranschaulichen. Ein Beispiel könnt ihr euch im Tweet am Ende des Artikels ansehen.

Die derzeitige Ansicht der Google-Ergebnisse würde nach jetzigem Stand gegen das geplante EU-Urheberrecht verstoßen. Wie aber würden die Ergebnisseiten aussehen, wenn Google auf Inhalte verzichten würde, die dem Urheberrecht unterliegen? Die Antwort lautet offenbar: ziemlich leer. Anscheinend testet Google gerade mehrere Varianten für gesetzeskonforme Ergebnisseiten, wie Search Engine Land berichtet. Eine Testseite zeigt beispielsweise leere Kacheln ohne Bilder, zudem fehlt die Inhaltsvorschau für jede einzelne Quelle. Sichtbar sind lediglich die einzelnen Internetadressen.

Nachteil für Nutzer

In dieser Form dürften die Suchergebnisse den Nutzern nur wenig weiterhelfen und es wird vermutlich schwierig, den gewünschten Inhalt schnell ausfindig zu machen. Wenn Google die Nachrichten-Übersicht auch künftig in der aktuellen Form zeigen möchte, müsste das Unternehmen offenbar an die Presseverlage Lizenzgebühren zahlen. Das dürfte der Konzern allerdings nicht machen – es würden vermutlich hohe Kosten entstehen.

Denkbar wäre, dass der Suchmaschinenriese Vereinbarungen mit ausgewählten Partnern eingeht. Was deren Inhalte wiederum stärker in den Ergebnissen hervorheben würde – ein Wettbewerbs-Nachteil für andere Webseiten. Diese könnten sich dann wiederum bei Google beschweren.

Die Gesetzesänderung der EU könnte die Informationsvielfalt für Google-Nutzer hinsichtlich Nachrichten stark einschränken. Es bleibt daher abzuwarten, ob das Unternehmen entweder eine Lösung für das Problem findet – oder ob die EU von ihrem Plan in aktueller Form doch noch absieht. Suchen im Internet sollten immerhin mit der Zeit leichter werden und nicht schwerer.


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