Facebook entschuldigt sich für Jahresrückblick

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Schicksalsschläge haben die Macher der "Year in Review"-App von Facebook nicht eingeplant
Schicksalsschläge haben die Macher der "Year in Review"-App von Facebook nicht eingeplant(© 2014 Facebook, CURVED Montage)

Ein Algorithmus kennt kein Pardon: Diese Erfahrung musste Facebook-Nutzer und Blogger Eric Meyer machen, als er in der "Year in Review"-App Bilder seiner verstorbenen Tochter angezeigt bekam. Der Betroffene machte Facebook auf die taktlose Botschaft aufmerksam, woraufhin sich das soziale Netzwerk nun bei ihm entschuldigte.

Die "Year in Review"-App von Facebook war gut gemeint: Sie sollte Nutzern eine Collage der beliebtesten Bilder aus der eigenen Timeline des Jahres 2014 erstellen. Die Entwickler dachten allerdings nicht daran, dass sich darunter auch Dokumente tragischer Ereignisse befinden könnten. Die Aufmachung der App ist stattdessen munter und setzt die Zusammenstellung munter in Szene, Luftballons inklusive. Umso schlimmer war die Erfahrung für Eric Meyer, der auf diese Weise ein Bild seiner Tochter vorgesetzt bekam, die in diesem Jahr verstarb. Die lapidare Botschaft der App: "Eric, so sah dein Jahr aus!"

Das Design richtet sich an den idealen Nutzer. Andere werden nicht berücksichtigt.

Ein Schock für Meyer, der daraufhin einen umfangreichen Blogpost verfasste, um seine Gefühle zu verarbeiten. Ihm sei klar, dass keine böse Absicht dahintersteckte. Aber gerade deshalb sei es eine Gedankenlosigkeit gewesen, die ihn unerwarteterweise traf. Wer macht schon ausschließlich positive Erfahrungen? Ob Tod, Krankheit, Scheidung oder Arbeitslosigkeit – Facebook klammert solche und ähnliche Dinge einfach aus. Es wäre schon ein Anfang, wenn Facebook die "Year in Review"-App auf Nachfrage anbieten würde und einen kurzen Voreinblick zu gewähren, anstatt Nutzer mit möglicherweise völlig unpassenden Zusammenstellung vor den Kopf zu stoßen. Meyers Text scheint einen Nerv getroffen zu haben, meldeten sich doch noch andere Nutzer bei ihm, um Mitleidsbekundungen auszusprechen und ihm beizupflichten. Der Produktmanager der Jahresrückblicks-App habe Meyer inzwischen kontaktiert, um sich bei ihm zu entschuldigen.

Wegen Kritik ganz anderer Art muss sich Facebook bald vor Gericht verantworten: Eine Sammelklage wegen gescannter Privatnachrichtenaus dem Jahre 2013 soll im Februar 2015 schließlich in einen Prozess münden.

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