Facebook: Heimliche Studie ohne ausdrückliche Erlaubnis

Facebook ist neugierig und räumt sich dafür Befugnisse ein – im Zweifel nachträglich
Facebook ist neugierig und räumt sich dafür Befugnisse ein – im Zweifel nachträglich(© 2014 CC: Flickr/hellabella)

Anfang 2012 hat Facebook heimlich die Daten von annähernd 700.000 Nutzern manipuliert – angeblich um die Übertragung von Stimmungen durch Nachrichten zu erforschen. Jetzt wurde bekannt, dass Facebook sich die Erlaubnis dazu erst nachträglich durch eine Änderung der Datenschutzrichtlinien eingeholt hat.

Der entscheidende Absatz in den Datenschutzbestimmungen von Facebook wurde Forbes zufolge erst im Mai 2012 angepasst. Seitdem steht in den Richtlinien, dass Facebook Datenanalysen zu Forschungszwecken vornehmen darf – und auch die Vorschläge entsprechend anpassen kann. Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil viele Berichte aus jüngster Zeit das Vorgehen von Facebook mit eben jenem Absatz der Datenschutzrichtlinien legitimieren.

Umstrittene Facebook-Studie

Ende Juni gab einer der Initiatoren der Facebook-Studie eine Erklärung ab, um das Vorgehen zu erläutern. Demnach sei Facebook in erster Linie an den emotionalen Auswirkungen interessiert, die das soziale Netzwerk bei seinen Nutzern hervorruft. "Wir hatten das Gefühl, dass es wichtig sei, die allgemeine Sorge zu untersuchen, ob das Beobachten von Freunden, die positive Inhalte posten, zu einem negativen Gefühl bei Menschen führt und sie sich ausgeschlossen fühlen", wird der Leiter der Studie von Forbes zitiert. "Gleichzeitig waren wir besorgt, dass der Einfluss von Negativität durch Freunde dazu führen könnte, dass Menschen den Besuch von Facebook vermeiden."

Laut Pam Dixon vom World Privacy Forum habe sich das Vorgehen von Facebook von üblichen Studien unterschieden. "Sie wollten nicht einfach nur das Verhalten der Nutzer verändern, sie wollten ihre Stimmungen verändern." Die Untersuchung des Nutzerverhaltens von Facebook hatte demnach kein menschenfreundliches Ansinnen – sondern diente in erster Linie den Interessen des sozialen Netzwerkes selbst.


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