Facebook will nicht von Behörden missbraucht werden

In Facebooks Hauptquartier gibt es für die Social-Media-Fahndung der DEA keinen Daumen nach oben
In Facebooks Hauptquartier gibt es für die Social-Media-Fahndung der DEA keinen Daumen nach oben(© CC: Flickr/Marcin Wichary)

So nicht, DEA! Wie kürzlich bekannt wurde, schnappte sich die US-Drogenfahndung ein Mitglied eines Drogen-Rings und erstellte für die Verbrecherjagd ein Fake-Profil auf Facebook. Das soziale Netzwerk löschte inzwischen den Account und legt sich jetzt in einem Schreiben mit der Behörde an.

Der Schuss ging nach hinten los: Facebook musste vor einigen Tagen ein Fake-Profil der US-Drogenfahndung (DEA) löschen, weil die Behörde mit den privaten Daten einer 2010 gefassten, kriminellen New Yorkerin weitere Verbrecher ködern wollte. Sogar mit Fotos, auf denen die Person nur leicht bekleidet zu sehen war. Facebook belässt es aber nicht bei der Löschung des Accounts allein, sondern klagt jetzt in einem zweiseitigen Brief die Administration der DEA an.

Der Sicherheitschef des sozialen Netzwerks, Joe Sullivan, beklagt nicht nur die fragwürdige Vorgehensweise der Behörde, sondern sieht auch die Integrität des gesamten Netzwerks in Gefahr. Zum Nachteil aller Facebook-Nutzer, heißt es in dem Brief. Falsche Identitäten seien ein Vertrauensbruch.

Facebook macht sich für die Nutzer stark

In dem Schreiben, das Sullivan an Michele Leonhart, die administrative Leiterin der DEA adressiert, spricht Facebook mit deutlichen Worten von einem "betrügerischen, verschleierten Auftreten". Dem sozialen Netzwerk seien authentische Identitäten überaus wichtig als "primärer Mechanismus, mit dem tagtäglich Millionen von Menschen vor echten Bedrohungen beschützt werden."

Die DEA habe die Nutzungsbedingungen von Facebook wissentlich verletzt, so der Vorwurf. Sullivan listet dann im Schreiben konkret Punkte und Regelungen auf, an die sich die Mitarbeiter der DEA zu halten haben – Regeln, die auch für US-Behörden gelten. Facebook erwartet eine sofortige Einstellung sämtlicher, ähnlich orientierter Maßnahmen zur Verbrecherbekämpfung. Ganz schön konsequent.


Weitere Artikel zum Thema
WhatsApp und Insta­gram: Namens­än­de­rung bestä­tigt
Francis Lido
Peinlich !38WhatsApp und Instagram gehören zu Facebook
Facebook plant eine Namensänderung für WhatsApp und Instagram. Diese soll die Zugehörigkeit der Apps verdeutlichen.
Störung zeigte: Face­book weiß, ob ihr einen Bart habt
Christoph Lübben
Unfassbar !5Ihr seid auf Selfies stets mit einem Bart zu sehen? Facebook weiß das – egal, ob es eure Gesichtsbehaarung ist
Facebook beschreibt eure Fotos: Dank der weltweiten Störung wissen wir nun, wie die Plattform Bilder von euch wirklich sieht.
Huawei-Smart­pho­nes sollen WhatsApp, Insta­gram und Co. weiter unter­stüt­zen
Francis Lido
Weg damit !11Die Apps von Facebook könnt ihr auch künftig auf Huawei-Smartphones nutzen
Entwarnung für Huawei-Nutzer: WhatsApp, Instagram und Facebook werden weiterhin auf den Smartphones des Herstellers laufen.