Google beurteilt Deals nach dem Zahnbürsten-Test

Google achtet bei seinen Aufkäufen vor allem auf die Alltagstauglichkeit der Produkte
Google achtet bei seinen Aufkäufen vor allem auf die Alltagstauglichkeit der Produkte(© 2014 CC: Flickr/melanie.phung)

Wer glaubt, dass Google vor einem Milliarden-Aufkauf monatelang Unternehmenszahlen wälzt, hat sich anscheinend getäuscht. Laut Manager Donald Harrison müssen die Deals vielmehr den sogenannten Zahnbürsten-Test bestehen und somit ihren Wert unter Beweis stellen.

"Larry schaut sich potenzielle Deals in einer sehr frühen Phase an", verrät Donald Harrison, Googles Vizechef für Konzernentwicklung, in einem Beitrag der New York Times. Zwar seien Banker bei Übernahmen laut Harrison hilfreich, aber nicht von zentraler Bedeutung bei den Übernahme-Diskussionen. Vielmehr würde sich Google-Gründer Larry Page fragen, ob ein Milliarden-Deal den Zahnbürsten-Test besteht: Ist das Produkt so hilfreich im Alltag, dass man es mindestens einmal oder zweimal am Tag benutzen will?

Songza und Motorola - Gewinner und Verlierer des Zahnbürsten-Tests

Die Frage nach der Alltagstauglichkeit erklärt vermutlich, warum Google zuletzt kleinere Apps wie den Musik-Streaming-Dienst Songza oder die Übersetzungs-App Word Lens für hohe Summen übernommen hat und sich auch das Videospiel-Streaming-Portal Twitch für über eine Milliarde Dollar einverleibte. Bei Motorola hingegen sah Google-Chef Larry Page schon kurz nach dem Kauf anscheinend nicht mehr das Potenzial einer neuen Zahnbürste – und verkaufte den einstigen Handypionier schnell wieder an Lenovo.

Immer weniger Tech-Deals unter Beteiligung von Investmentbanken

Mit seiner Strategie, Milliarden-Deals ohne Beteiligung einer Investmentbank abzuwickeln, liegt Google anscheinend voll im Trend. Laut dem Bericht der New York Times wurden in der US-Tech-Branche in diesem Jahr 69 Prozent aller Aufkäufe ohne externe Beratung abgeschlossen. Vor zehn Jahren lag der Anteil noch bei 27 Prozent.


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