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Google Maps: Das passiert, wenn ihr mit 99 Handys durch die Stadt zieht

Google Maps
Google Maps (© 2019 CURVED )
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03.02.20 von

Lars Wertgen

In Berlin hat ein Mann für ein Verkehrschaos gesorgt – zumindest virtuell. Laut Google Maps waren die Straßen der Hauptstadt verstopft. Hinter dem "Hack" steckt der Künstler Simon Weckert. Wie er den Stau verursacht hat, seht ihr im Video über diesem Artikel.

Weckert schnappte sich einfach einen Handkarren und 99 Smartphones, auf denen Google Maps lief. Mit diesen spazierte er dann durch Berlin. Für Google Maps sah dies so aus, als würde eine riesige Autokolonne durch die City ziehen. Der Kartendienst färbte die betroffenen Straßen entsprechend von grün auf rot und signalisierte anderen Nutzern: Stau.

Google sammelt Echtzeitdaten für Verkehrsinfos

Diesen gab es allerdings nur virtuell. Und während Google Maps mutmaßlich auch die Route von Verkehrsteilnehmern anpasste, damit diese den Stau umfahren konnten, schlenderte Weckert seelenruhig durch die leeren Gassen. Von einem Verkehrschaos keine Spur.

Der Mann hatte sich zunutze gemacht, dass Google Maps auf Echtzeitdaten seiner Nutzer zugreift. Diese Informationen verwendet der Dienst, um andere Nutzer zum Beispiel über die aktuelle Verkehrssituation zu informieren. Entdeckt das System also mehrere GPS-Signale in einem Bereich, nimmt es dies als Indiz für einen Stau wahr.

Digitale Dienste beeinflussen reale Welt

Weckert hat Google Maps nicht aus Spaß an der Freude ausgetrickst. Er will uns ins Bewusstsein rufen, wie sehr digitale Angebote unser reales Leben beeinflussen. Der gesellschaftlichen Einfluss von Diensten wie Google Maps, aber auch Tinder, Airbnb, Carsharing und Co. hätte unseren Alltag verändert. Er will wissen: Stehen die Vorteile der Tools im einem Verhältnis zu den Informationen, die wir über uns preisgeben?

Zu dem Thema kann man sicherlich unterschiedliche Positionen haben, aber eines ist klar: Google sollte auf den "Hack" mit entsprechenden Maßnahmen reagieren. Denn wenn ein Künstler mit einfachen Mitteln das System überlisten kann, dürfte dies Kriminellen mit ganz anderen Ressourcen ebenso leicht fallen.

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